
Pastoruri-Gletscher
Ancash
Der Pastoruri-Gletscher ist ein Zirkusgletscher im südlichen Teil der Cordillera Blanca der peruanischen Anden, innerhalb der Region Áncash. Er erstreckt sich über etwa 8 Quadratkilometer und ist rund 4 Kilometer lang. Er liegt auf einer Höhe von ungefähr 5.250 Metern über dem Meeresspiegel. Kennzeichnend sind steile, kliffartige Ränder und ein stark zerrissenes Gelände mit vielen Spalten. Damit zählt er zu den wenigen verbliebenen Gletschern in Südamerika in der Tropenzone. In den letzten Jahrzehnten zieht sich der Gletscher schnell zurück und verliert dabei deutlich an Eismasse sowie an Fläche – eine Folge des Klimawandels. Trotzdem ist er nach wie vor ein beliebtes Ziel für Touristen, Snowboarder und Eissteiger, die von seiner einzigartigen Hochgebirgs-Lage angezogen werden. Um das Abschmelzen zu verlangsamen, werden Versuche mit experimentellen Isolierungstechniken unternommen, bei denen beispielsweise Sandschicht-Lagen mit Sägespänen zum Einsatz kommen. Das hat lokal zwar teilweise Erfolg gezeigt, kann den allgemeinen Rückzug jedoch nicht stoppen. Der Pastoruri-Gletscher gehört zum Huascarán-Nationalpark, einem UNESCO-Welterbestätten, was seine ökologische und kulturelle Bedeutung unterstreicht. Besucher können außerdem an Bildungsrundgängen teilnehmen, die sich auf die Auswirkungen des Klimawandels konzentrieren. So ist Pastoruri nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein Ort, der für Umweltbewusstsein sensibilisiert.
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Tipp: Die beste Zeit, um den Pastoruri-Gletscher zu besuchen, ist während der Trockenzeit (April bis November), wenn das Wetter stabiler ist. Besucher sollten sich auf große Höhen und kalte Temperaturen einstellen. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen – besonders für Aktivitäten wie Eissteigen oder Snowboarden. Informationsvorträge zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Gletscher werden häufig von Fachleuten des Parks angeboten. Auch wenn es in der Vergangenheit aufgrund des Rückgangs des Gletschers zu einigen Einschränkungen beim Zugang kam, bieten aktuelle Tourenrouten wie „Die Klimawandel-Route“ sichere und zugleich informative Erlebnisse. Ermäßigungen können für Schüler und Gruppen über die Dienste des Nationalparks verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Der Pastoruri-Gletscher ist einer der wenigen Gletscher, die in Südamerika in der Tropenzone liegen.
- •Er hat in den vergangenen drei Jahrzehnten über 20% seiner Oberfläche durch den Klimawandel verloren.
- •Der lokale Glaziologe Benjamin Morales Arnao entwickelte eine Isolierungsmethode mit Sägespänen, um das Schmelzen des Eises zu reduzieren.
- •Der Gletscher beherbergt den einzigen Skiwettbewerb Perus – ein seltenes Ereignis, gerade weil er in den Tropen liegt.
- •In dem Gletscher gab es einst eine große Eishöhle, die jedoch vollständig weggeschmolzen ist und stattdessen eine kleine Lagune hinterließ.
Geschichte
Der Pastoruri-Gletscher war historisch eine bedeutende Eismasse in der Cordillera Blanca, die aus Höhenlagen über 5.200 Metern stammt.
In den letzten 30 bis 35 Jahren hat er etwa 22% seiner Oberfläche und 15,5% seiner Eismasse verloren – ein Hinweis auf den schnellen Rückzug der Gletscher durch steigende Temperaturen.
1985 wurde der Gletscher Teil des Huascarán-Nationalparks und damit als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesen.
Seit 2007 wurde der Zugang für Besucher vorübergehend wegen ungünstiger klimatischer Bedingungen und Sicherheitsbedenken ausgesetzt, aber 2011 mit neuen Tourenrouten wieder aufgenommen, die vor allem auf Umweltbildung setzen.
Lokale Glaziologen haben experimentiert, den Gletscher mit Sägespänen zu isolieren, um das Schmelzen zu verlangsamen, und dabei sind einige lokal begrenzte Bereiche der Eiserhaltung gelungen.
Ortsführer
Gletscherfront und Zirkus
Die steilen, kliffartigen Ränder des Gletschers mit stark zerklüftetem Eis, typisch für einen Zirkusgletscher, bieten eindrucksvolle Ausblicke und anspruchsvolles Gelände für Kletterer.
Die Klimawandel-Route2011
Eine touristische Rundroute, die entwickelt wurde, um Besucher über den Rückzug des Gletschers und die weitreichenderen Folgen des Klimawandels zu informieren. Sie umfasst Informationsvorträge von Fachleuten des Parks.