
Umm Qais
Irbid
Umm Qais, im Norden Jordaniens gelegen, ist vor allem für die Ruinen von Gadara bekannt – einer bedeutenden Stadt der Dekapolis mit tiefen hellenistischen und römischen Wurzeln. Die Stadt liegt auf einem Höhenrücken, der 378 Meter über dem Meeresspiegel liegt, und überblickt den See von Tiberias, die Golanhöhen und die Schlucht des Yarmouk-Flusses. Von hier aus genießen Sie fantastische Panoramablicke. Gadara war ursprünglich eine befestigte Militärkolonie, die im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde, strategisch zwischen den Gebieten der Seleukiden und Ptolemäer gelegen. In den Syrischen Kriegen spielte sie eine wichtige Rolle und wurde später Teil der römischen Dekapolis – als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum florierend. Bedeutend ist außerdem das fortschrittliche antike Wasserversorgungssystem der Stadt, das unter anderem ausgedehnte Aquädukt-Tunnel umfasst, die sie mit benachbarten Städten verbanden. In der severischen Zeit expandierte Gadara schnell, und viele der großen öffentlichen Monumente, die man heute noch sehen kann, stammen aus dieser Epoche. Nach der Christianisierung des Oströmischen Reiches diente die Stadt als Bischofssitz. Der Ort überstand zwar Zerstörungen durch das Erdbeben von 749, wurde aber weiterhin bis ins 11. Jahrhundert besiedelt und entwickelte sich schließlich zur heutigen Ortschaft Umm Qais. Heute können Besucher archäologische Überreste neben dem traditionellen Dorf und der modernen Stadt erkunden und dabei eine Mischung aus Geschichte und atemberaubenden Naturlandschaften erleben.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Umm Qais ist der Frühling oder der Herbst, wenn das Wetter mild ist und die Sicht klar. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, Tickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Planen Sie genügend Zeit ein, um sowohl die archäologischen Ruinen als auch die umliegenden Naturpanoramen zu erkunden. Ermäßigungen sind eventuell für Schüler und Senioren erhältlich. Aufgrund des unebenen Geländes vor Ort werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Gadara galt in der hellenistischen Zeit als die stärkste Festung der Region, wie der Historiker Polybios bereits 218 v. Chr. festhielt.
- •Das antike Wasserversorgungssystem, das Gadara und benachbarte Städte verband, umfasste 170 km Aquädukt-Tunnel und 2.900 Zugangsschächte – eine der beeindruckendsten Leistungen der Hydro-Engineering-Technik der Antike.
- •Die Schlacht von Gadara im Jahr 93 v. Chr. war ein entscheidender nabatäischer Sieg gegen den hasmonäischen König Alexander Jannaeus und beeinflusste die Kontrolle über regionale Handelsrouten.
- •Die Stätte bietet Ausblicke auf das Territorium von drei Ländern: Jordanien, Israel und Syrien – dank ihrer strategisch erhöhten Lage.
Geschichte
Umm Qais entstand als die antike Stadt Gadara, die im späten 3.
Jahrhundert v.
Chr.
als mazedonische Militärkolonie gegründet wurde.
In der gesamten Antike war sie eine strategische Festung, die in den Syrischen Kriegen umkämpft war, bevor sie später in die römische Dekapolis eingegliedert wurde.
Unter römischer Herrschaft blühte die Stadt auf – besonders während der severischen Zeit, als viele städtische Monumente errichtet wurden.
Nach der Schlacht von Yarmouk im Jahr 636 n.
Chr.
geriet die Region unter arabisch-muslimische Kontrolle.
Das Erdbeben von 749 n.
Chr.
richtete große Schäden an Gadara an, und der Wiederaufbau blieb nur in begrenztem Umfang bestehen, unter anderem mit der Umwandlung einer Basilika in eine Moschee.
Im 13.
Jahrhundert war die Stätte als Mukais bekannt und entwickelte sich zum heutigen Namen Umm Qais.
In der Zeit des Osmanischen Reiches war es ein kleines landwirtschaftliches Dorf, das in Steuerregistern verzeichnet wurde.
Ortsführer
Antikes Theater von Gadara2nd-3rd century CE
Ein gut erhaltener römischer Theaterbau aus der severischen Zeit, der die architektonische und kulturelle Raffinesse von Gadara zeigt. Es war ein Ort für Aufführungen und Zusammenkünfte und spiegelte damit den Wohlstand der Stadt wider.
Römisches Aquädukt-Netzwerk90–210 CE
Ein weitreichendes System aus Aquädukt-Tunneln und Schächten, das zwischen 90–210 n. Chr. errichtet wurde, um Gadara und benachbarte Städte mit Wasser zu versorgen und den hohen technischen Standard der Antike zu veranschaulichen.
Basilika-Kirche mit fünf SeitenschiffenLate Roman period, converted post-749 CE
Ursprünglich eine große christliche Basilika, die nach dem Erdbeben von 749 n. Chr. in eine Moschee umgewandelt wurde – ein Beispiel für die religiösen und kulturellen Umbrüche an diesem Ort.
Aussichtspunkt mit Panoramablick
Der auf dem Höhenrücken über den Ruinen gelegene Spot bietet atemberaubende Ausblicke über den See von Tiberias, die Golanhöhen und die Schlucht des Yarmouk-Flusses und macht die strategische Bedeutung der Stätte besonders deutlich.