Skriduklaustur

Skriduklaustur

Austurland

75/10090 min

Skriduklaustur ist ein bedeutendes Kultur- und Forschungszentrum in Fljótsdalur im Osten Islands. Besonders bekannt sind die Ruinen eines Augustinerklosters, das von 1493 bis 1552 bestand – das letzte katholische Kloster, das in Island gegründet wurde. Das Kloster war eher bescheiden und hatte nie mehr als sechs Mönche, außerdem gehörte eine 1512 geweihte Kirche dazu. Sie wurde in traditioneller Bauweise aus Torf und Stein errichtet und mit einem kupferverkleideten Dach versehen. Später wurde das Anwesen zum Wohnsitz des gefeierten isländischen Autors Gunnar Gunnarsson, der 1939 das Haus Gunnarshús erbauen ließ – entworfen vom deutschen Architekten Fritz Höger in einem markanten Stil. Heute dient Skriduklaustur als Museum und Kulturzentrum und bietet Ausstellungen zum Leben im mittelalterlichen Kloster sowie zum literarischen Erbe von Gunnarsson. Besucher können den archäologischen Bereich erkunden, der bei Ausgrabungen von 2000 bis 2012 über 13.000 Fundstücke zutage förderte, und im Klausturkaffi-Café eine kulinarische Pause einlegen, das lokale Küche in den Mittelpunkt stellt. Der Ort veranstaltet verschiedene kulturelle Events und bietet das ganze Jahr über geführte Touren sowie Multimedia-Erlebnisse.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Skriduklaustur ist von April bis Oktober, wenn die Öffnungszeiten regelmäßig sind und täglich gelten. Im Winter sind die Zeiten unregelmäßig – daher lohnt es sich, die offizielle Website oder die Social-Media-Kanäle für Updates zu prüfen. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die archäologischen und literarischen Ausstellungen in vollen Zügen genießen zu können. Im Klausturkaffi-Café vor Ort können Besucher lokale Speisen probieren. Für Gruppen, Seniorinnen und Senioren oder Studierende können Ermäßigungen verfügbar sein; bitte vor Ort oder online nachfragen.

Interessante Fakten

  • Skriduklaustur war das letzte Kloster, das in Island vor der Reformation gegründet wurde.
  • Die Klosterkirche wurde nach dem St. Gallen-Plan gebaut, einer bekannten europäischen Klosterarchitektur mit typischer Grundrissanordnung.
  • Bei archäologischen Ausgrabungen am Standort zwischen 2000 und 2012 wurden über 13.000 Fundstücke und Knochen entdeckt.
  • Gunnar Gunnarssons Wohnsitz Gunnarshús wurde vom deutschen Architekten Fritz Höger entworfen und umfasst über 30 Zimmer.
  • Das Anwesen wurde dem isländischen Staat mit der Auflage gespendet, es für kulturelle und Bildungszwecke zu nutzen.
  • Der Ort beherbergt ein bekanntes Café, Klausturkaffi, das sich auf regionale isländische Küche spezialisiert.

Geschichte

1493

Das Kloster Skriduklaustur wurde 1493 als letztes katholisches Kloster in Island gegründet und war bis 1552 in Betrieb, als im Zuge der Reformation seine Besitzungen von der dänischen Krone beschlagnahmt wurden.

Das Kloster besaß ausgedehnte Ländereien im Osten Islands und betrieb auf königlichen Erlass hin eine Leseschule, die später jedoch wieder aufgehoben wurde.

Nach der Auflösung wurde das Anwesen von lokalen Amtsträgern verpachtet, von denen einige eine bedeutende Rolle in der regionalen Geschichte spielten.

Im 20.

Jahrhundert wurde der Ort zum Zuhause von Gunnar Gunnarsson, der das Anwesen mit der Auflage, es solle kulturellen Zwecken dienen, dem isländischen Staat übertrug.

2000

Die archäologischen Ausgrabungen von 2000 bis 2012 legten bedeutende Überreste aus dem Mittelalter frei und verbesserten so das Verständnis für das Klosterleben in Island.

Ortsführer

1
Klosterruinen1493–1552

Die Überreste des Augustinerklosters umfassen die Fundamente der Kirche und der klösterlichen Gebäude und spiegeln den St. Gallen-Architekturplan wider. Die 1512 geweihte Kirche wurde aus Torf und Stein mit einem Kupferdach errichtet und besaß ein Langhaus, einen Chor sowie Eingänge für Mönche und Laien.

2
Gunnarshús1939
Fritz Höger

Dieses Wohnhaus wurde 1939 von dem renommierten isländischen Autor Gunnar Gunnarsson erbaut – mit Entwurf von Fritz Höger, dem deutschen Architekten. Das Haus bietet über 30 Zimmer auf zwei Etagen und im Dachgeschoss und zeigt einen besonderen Baustil, der isländische und deutsche Einflüsse miteinander verbindet.

3
Ausstellungen im Kulturzentrum

Hier werden Dauer­ausstellungen über das mittelalterliche Kloster sowie über das Leben und Wirken von Gunnar Gunnarsson gezeigt. Das Zentrum veranstaltet außerdem das ganze Jahr über Kunst­austellungen und kulturelle Events und bietet Multimedia-Guides sowie persönliche Rundgänge.

4
Café Klausturkaffi

Das Klausturkaffi befindet sich im Erdgeschoss von Gunnarshús und bietet Besuchern lokale isländische Gerichte, die regionale Zutaten in den Mittelpunkt stellen – als kulinarische Ergänzung zum kulturellen Besuch.

Kontakt

Telefon: 471 2990