
Morteratsch-Gletscher
Graubünden
Der Morteratsch-Gletscher im Bernina-Gebirge des Schweizer Kantons Graubünden ist der größte Gletscher der Ostalpen nach dem Volumen – mit etwa 1,2 Kubikkilometern. Er erstreckt sich ungefähr 6,2 Kilometer in der Länge und ist damit der drittlängste Gletscher der Ostalpen nach den österreichischen Gletschern Pasterze und Gepatschferner. Seit 1878 wird der Gletscher umfassend erforscht; dabei zeigt sich ein Rückzug von rund 2,5 Kilometern, ausgelöst durch die globale Erwärmung. Der Morteratsch-Gletscher war einst mit dem Pers-Gletscher verbunden, doch seit 2015 sind sie getrennt. In der Umgebung gibt es einen Gletscherlehrpfad mit 20 Stationen, die die Glaziologie, die Geomorphologie und die lokale Vegetation erklären – flankiert von Hinweisschildern, die den fortschreitenden Rückzug des Gletschers dokumentieren. Der Gletscher liegt in einem eindrucksvollen alpinen Hochtal, umgeben von Gipfeln über 3.000 Metern, darunter Piz Morteratsch und Piz Bernina. Sein südlicher Rand bildet einen Teil der Schweizerisch-Italienischen Grenze. Die Geschichte des Gletschers und seine natürlichen Veränderungen stehen stellvertretend für größere Umweltverschiebungen in den Alpen und bieten Besuchern eine besondere Gelegenheit, die Dynamik eines Gletschers hautnah zu erleben. Eine Skitour von Diavolezza im Frühjahr führt über den Gletscher und unterstreicht damit seinen Freizeitwert.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Morteratsch-Gletschers ist von Spätfrühling bis in den frühen Herbst, wenn der Gletscherlehrpfad zugänglich ist und die Wetterbedingungen stimmen. Besucher sollten feste Wanderschuhe tragen und sich in Schichten kleiden, da das Bergwetter wechselhaft sein kann. Gerade in der Hochsaison wird empfohlen, Tickets für die Bernina-Bahn bis zur Station Morteratsch im Voraus zu kaufen. Der Gletscherlehrpfad bietet informative Beschilderung, doch geführte Touren können das Verständnis für Glaziologie und Umweltveränderungen deutlich vertiefen. Für Senioren, Familien und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Ein früher Besuch ist ratsam, um Menschenmengen zu vermeiden und die ruhige alpine Atmosphäre zu genießen.
Interessante Fakten
- •Der Morteratsch-Gletscher ist der größte Gletscher der Ostalpen nach dem Volumen und enthält etwa 1,2 Kubikkilometer Eis.
- •Seit 1878 ist der Gletscher durch den Klimawandel um etwa 2,5 Kilometer zurückgewichen.
- •Der Gletscher war bis 2015 mit dem Pers-Gletscher verbunden, als sie sich aufgrund des Schmelzens trennten.
- •Der Gletscherlehrpfad bietet 20 Stationen, an denen Besucher etwas über Glaziologie, Geomorphologie und Vegetation erfahren.
- •Eine Skitour im Frühjahr von Diavolezza führt über den Gletscher.
Geschichte
Systematische Beobachtungen am Morteratsch-Gletscher begannen 1878 und dokumentierten seinen allmählichen Rückzug über die Jahrhunderte.
Zwischen 1900 und 2017 verkürzte sich der Gletscher um etwa 2.500 Meter.
2015 verlor er seine Verbindung zum benachbarten Pers-Gletscher.
Historisch wurden der Gletscher und sein Tal durch natürliche Kräfte sowie das menschliche Interesse an alpiner Geografie und Klima geprägt.
Der Rückzug hat typische glaziale Formen der Alpen freigelegt, die heute entlang des Gletscherlehrpfads interpretiert werden.
Das umgebende Tal und die nahegelegenen Gipfel sind seit Langem Orientierungspunkte in der Bernina-Gruppe der Alpen.
Ortsführer
Gletscherlehrpfad
Ein 7 Kilometer langer Bildungspfad am Vorfeld des Gletschers mit 20 Stationen, die Glaziologie, Geomorphologie und die lokale Flora erklären. Er umfasst Schilder, die den Rückzug des Gletschers im Zeitverlauf dokumentieren.
Skitour Diavolezza
Eine Skitour im Frühjahr, die den Morteratsch-Gletscher überquert und spektakuläre alpine Skierlebnisse mit Panoramablick auf die umliegenden Gipfel bietet.
Bahnhof Bernina-Bahn bei Morteratsch1908
Der Bahnhof ist die wichtigste Anlaufstelle für Besucher, die mit dem Zug anreisen, und verbindet St. Moritz mit Tirano. Er bietet einen bequemen Zugang zum Gletscher und zu den nahegelegenen Wanderwegen.