Aquädukt von Zaghouan

Aquädukt von Zaghouan

Zaghouan

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Das Aquädukt von Zaghouan, auch als Aquädukt von Karthago bekannt, ist eine monumentale Leistung römischer Ingenieurskunst. Es versorgte die Stadt Karthago in Tunesien mit frischem Wasser. Die Anlage entspringt einem heiligen Quellgebiet nahe Zaghouan im Gebirgszug Djebel Zaghouan. Von dort führt das Aquädukt sich etwa 132 Kilometer weit und gehört damit zu den längsten Aquädukten des Römischen Reiches. Die Quelle besteht aus einem aufwendig errichteten, heiligen Brunnen mit einem halbrund bzw. sichelförmig gestalteten Portikus, Säulen und einer Cella. Diese diente sowohl als religiöser Ort als auch als funktionsfähiges Bassin zur Wasseraufnahme, in dem Unreinheiten gefiltert wurden. Das Aquädukt wurde mit einem durchschnittlichen Gefälle von nur 0,3% gebaut – so konnte das Wasser durch die Schwerkraft effizient über enorme Distanzen transportiert werden. Entlang der Strecke finden sich eindrucksvolle Arkaden über den Ebenen bei Oudna, Miliane und La Soukra; einzelne Bauwerke erreichen eine Höhe von bis zu 33 Metern. Das Aquädukt war entscheidend für die Wasserversorgung der Bevölkerung von Karthago und seiner prächtigen Bäder und unterstreicht damit die Bedeutung der Stadt sowie die römische Baukunst. Heute sind Teile des Aquädukts als Important Bird Area anerkannt: In den Nischen nisten Falken und andere Vogelarten – ein Spannungsfeld aus historischem Erbe und natürlicher Bedeutung.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Aquädukts von Zaghouan sind die kühleren Monate, um der intensiven tunesischen Hitze auszuweichen. Wer mehr über das Ingenieurswunder und den historischen Kontext erfahren möchte, sollte geführte Touren in Betracht ziehen. Beim Erkunden sind bequeme Wanderschuhe sinnvoll, da das Gelände weitläufig ist. Tickets sind möglicherweise vor Ort erhältlich, aber eine vorherige Buchung kann helfen, Wartezeiten zu vermeiden. Spezifische Rabatte werden nicht genannt – erkundigen Sie sich vor Ort nach Ermäßigungen für Studierende oder Seniorinnen und Senioren.

Interessante Fakten

  • Das Aquädukt erstreckt sich über 132 km und gehört damit zu den längsten römischen Aquädukten.
  • Der Wasserkannal fällt über die gesamte Länge nur um 264 Meter ab; im Durchschnitt ergibt sich ein Gefälle von 0,3%.
  • Der heilige Brunnen an der Quelle besitzt einen sichelförmigen Portikus und war in Nordafrika ein bedeutender religiöser Ort der Antike.
  • Die Nischen des Aquädukts dienen als Brutplätze für Falken und andere Vogelarten; dadurch ist es als Important Bird Area (TN013) ausgewiesen.
  • Eine 125 Meter lange Brücke mit doppelter Arkade, die einst Teil des Aquädukts bei Oudna war, wurde 1859 abgerissen, um Steine für einen Neubau wiederzuverwenden.

Geschichte

Das Aquädukt von Zaghouan wurde vermutlich im frühen 2.

Jahrhundert n.

Chr.

errichtet.

128

Möglicherweise geht es auf den Besuch von Kaiser Hadrian im Jahr 128 n.

Chr.

162

während einer schweren Dürre zurück sowie auf die Eröffnung der Bäder des Antonius im Jahr 162 n.

Chr., die eine verlässliche Wasserversorgung verlangte.

Zunächst speiste es sich aus einem heiligen Quellgebiet nahe Zaghouan; später wurde es in severischer Zeit erweitert und um eine zweite Quelle nahe Djouggar ergänzt.

Über Jahrhunderte lieferte das Aquädukt kontinuierlich Wasser nach Karthago und zeigte damit römische Ingenieursqualität.

Einige Abschnitte der Arkaden wurden im 19.

Jahrhundert zum Gewinnen von Baumaterial abgebaut – ein Hinweis auf den Wandel der Infrastrukturbedürfnisse in der Region.

Ortsführer

1
Heiliger Brunnen von Zaghouan2. Jahrhundert n. Chr.
römische Ingenieure

Diese künstlich angelegte Terrasse beherbergt die Hauptquelle, die das Aquädukt speist. Sie besitzt einen sichelförmigen Portikus mit Sandsteinsäulen sowie gewölbte Travertin-Dächer, die mit Marmor verkleidet sind. Die Cella in der Mitte war der Ursprung der Quelle und wurde reich geschmückt. Sie erfüllte sowohl religiöse als auch praktische Aufgaben – unter anderem bei der Reinigung des Wassers.

2
Arkaden in der Ebene von OudnaRömische Zeit
römische Ingenieure

Ein 5 km langer Abschnitt des Aquädukts ist auf Arkaden erhöht angelegt – darunter befindet sich eine Doppelarkaden-Brücke mit einer Länge von 125 Metern, die einst eine Höhe von 33 Metern erreichte. Dieses beeindruckende Bauwerk war entscheidend, um das gleichmäßige Gefälle des Wassers über die Ebene hinweg aufrechtzuerhalten, wurde jedoch 1859 abgebaut.

3
Arkaden über den Ebenen von Miliane und La SoukraRömische Zeit
römische Ingenieure

Diese Arkaden überspannen jeweils 2 km bzw. 10 km und erreichen Höhen von bis zu 20 Metern. So konnte das Aquädukt unebenes Gelände überqueren, ohne das sanfte Gefälle zu verlieren, das durch die Schwerkraft für den Wasserfluss nötig war.