Große Moschee von Raqqa

Ar Raqqah

45/10060 min

Die Große Moschee von Raqqa, auch bekannt als Al-Qadim-Moschee, ist eine alte islamische Stätte im nördlichen Teil des Stadtzentrums von Raqqa. Sie wurde im Jahr 772 n. Chr. unter dem Abbasiden-Kalifen al-Mansur errichtet und besitzt einen großen rechteckigen Grundriss mit dicken Mauern aus Lehmziegeln sowie halbkreisförmigen Türmen an den Ecken. Die Fassade des Gebetssaals, die mit elf Bögen geschmückt ist, wurde im Jahr 1165 n. Chr. von Nur ad-Din Zangi renoviert. Obwohl heute ein Großteil der Moschee zerstört ist, steht das 25 Meter hohe Minarett aus gebrannten Ziegeln noch immer. Historisch gehörte zur Moschee auch ein kleines Heiligtum, das Wabisa ibn Ma'bad al-Asadi gewidmet war, einem Gefährten Muhammads, doch wurde dieses in jüngsten Konflikten zerstört. Der Innenhof der Moschee diente früher als Friedhof für Bewohner, die andere Begräbnisstätten nicht erreichen konnten. Zu den architektonischen Details zählen Stuckverzierungen sowie Arkaden, die auf zylindrischen Pfeilern ruhen – ein Prinzip, das den Abbasiden-Entwurf prägt. Trotz Schäden im Zuge des Syrien-Konflikts ist die Moschee bis heute ein bedeutendes Kultur- und Geschichtsdenkmal und steht für frühe islamische Architektur in Syrien.

Planen Sie Ihre Reise nach Syrien mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten die derzeitige Sicherheitslage in Raqqa im Blick behalten und sich vor der Planung vor Ort nach verlässlichen Informationen erkundigen. Am besten lässt sich die Moschee tagsüber besichtigen – das sorgt für mehr Sicherheit und bessere Sicht. Aufgrund des stark ruinösen Zustands kann der Zugang eingeschränkt sein; zudem wird empfohlen, geführte Touren über lokale Behörden oder kulturelle Organisationen zu arrangieren. Es sind keine verbindlichen Ticketanforderungen bekannt, dennoch ist es wichtig, der kulturellen und religiösen Bedeutung des Ortes Respekt zu zollen.

Interessante Fakten

  • Das Minarett aus gebrannten Ziegeln steht 25 Meter hoch und gehört zu den wenigen erhaltenen Bauteilen der ursprünglichen Anlage.
  • Die Fassade des Gebetssaals mit elf Bögen wurde im Zuge einer Renovierung im 12. Jahrhundert von Nur ad-Din Zangi ergänzt.
  • Der Innenhof der Moschee diente als Friedhof für Bewohner, die keinen Zugang zu anderen Begräbnisstätten hatten.
  • Ein osmanisches Heiligtum aus der Zeit um 1836 n. Chr., das Wabisa ibn Ma'bad al-Asadi gewidmet war, wurde zwischen 2013 und 2014 während der ISIS-Kontrolle zerstört.
  • Die Mauern der Moschee bestehen aus Lehmziegeln mit halbkreisförmigen Stütz-Türmen – ein typisches architektonisches Merkmal der Abbasiden.

Geschichte

772

Die Große Moschee von Raqqa wurde im Jahr 772 n.

Chr.

während des Abbasiden-Kalifats unter al-Mansur gegründet.

1165

Eine bedeutende Renovierung erfolgte im Jahr 1165 n.

Chr.

durch Nur ad-Din Zangi, der die elf Bögen des Gebetssaals ergänzte.

Die Moschee hatte ursprünglich ein Heiligtum, das Wabisa ibn Ma'bad al-Asadi gewidmet war, einer bedeutenden islamischen Persönlichkeit.

Über Jahrhunderte diente die Moschee als religiöses und gemeinschaftliches Zentrum.

2013

In der Neuzeit, insbesondere während der Kontrolle durch ISIS ab 2013, wurde die Moschee beschädigt, unter anderem durch die Zerstörung des osmanischen Heiligtums.

2017

Weitere Schäden gab es im Jahr 2017 während militärischer Operationen durch die Syrian Democratic Forces.

Heute steht die Moschee größtenteils in Ruinen, ist aber weiterhin ein Symbol für das islamische Erbe von Raqqa.