
Schloss der Herzöge von Pommern
Zachodniopomorskie
Das Schloss der Herzöge von Pommern, auch bekannt als Herzogsschloss oder Schloss Stettin, ist ein Renaissance-Architekturjuwel auf dem Schlossberg im Stettiner Altstadtbereich, nahe der Oder. Ursprünglich ab 1346 von Herzog Barnim III. in Auftrag gegeben, diente das Schloss von dem 14. Jahrhundert bis 1637 als Residenz der Herzöge von Pommern-Stettin. Seine Architektur vereint gotische Elemente und pommersche Stile, mit bedeutenden Erweiterungen, die bis 1428 abgeschlossen wurden. Im Laufe der Zeit erlebte das Schloss zahlreiche Umbauten – besonders im späten 16. Jahrhundert unter Herzog Johann Friedrich: Italienische Steinmetze machten es zu einem manieristischen Meisterwerk mit neuen Flügeln und einer Kapelle. Später diente es als Sitz eines schwedischen Statthalters und als preußische Garnison, bevor es im 19. Jahrhundert unter anderem um klassische und rocailleartige (Rokoko-)Anbauten ergänzt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt, wurde das Schloss zwischen 1958 und 1980 sorgfältig wiederaufgebaut, um das Renaissance-Erscheinungsbild des 16. Jahrhunderts herzustellen. Heute gehört es zu den größten Kulturzentren in der Westpommern-Region (West Pomeranian Voivodeship) und beherbergt Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen – zugleich bewahrt es das Erbe der Greifen-Dynastie und die slawische Tradition der Region.
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Tipp: Besucher sollten sich für aktuelle kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen auf der offiziellen Website informieren, da das Schloss regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Kunstausstellungen veranstaltet. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Monate im Frühling und Sommer, wenn häufig Open-Air-Events und Festivals stattfinden. Für besondere Veranstaltungen wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Senioren und Gruppen. Geführte Touren geben tiefere Einblicke in die reiche Geschichte und Architektur des Schlosses.
Interessante Fakten
- •Das Schloss war 1729 die Geburtsstätte von Katharina der Großen von Russland, der Tochter des Kommandeurs der preußischen Garnison.
- •Es bot 1490 die Hochzeitsfeierlichkeiten von Herzog Bogusław X. und Anna Jagiellonka und verknüpft es damit mit der polnischen Königsgeschichte.
- •Die Kapelle des Schlosses versorgte die städtische französische Hugenotten-Gemeinde mit Gottesdiensten auf Französisch ab 1721.
- •Etwa 60 % des Schlosses wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder so rekonstruiert, dass es wieder dem Renaissance-Erscheinungsbild des 16. Jahrhunderts entspricht.
- •Das Schloss war eines der ersten Gebäude in der Region, das im Zuge der Renaissance-Erweiterung ein Wasserversorgungssystem erhielt.
- •Die Krypta mit Sarkophagen der pommerschen Herzöge wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und ist heute für Besucher zugänglich.
Geschichte
Die Anfänge des Schlosses reichen bis zu einer slawischen Befestigung vor 1124 zurück, als Herzog Warcisław I.
einen hölzernen herzoglichen Hof einrichtete.
1346 begann Herzog Barnim III.
mit dem Bau einer steinernen herzoglichen Residenz, obwohl es lokalen Widerstand gab.
Im 15.
Jahrhundert wurde das Schloss vergrößert und befestigt; eine große Renaissance-Neubauphase wurde zwischen 1573 und 1582 von Herzog Johann Friedrich geleitet.
Nachdem die Greifen-Dynastie 1637 ausstarb, wurde das Schloss Sitz schwedischer und später preußischer Behörden.
In den Jahrhunderten 18 und 19 wurde es stark umgebaut, unter anderem mit Schäden an Renaissance-Elementen.
Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstörten einen Großteil des Schlosses, doch nach dem Krieg wurde es auf Basis historischer Stiche und archäologischer Funde wieder in seiner Renaissance-Formhergestellt.
Ortsführer
Hauptinnenhof16. Jahrhundert
Ein zentraler, offener Bereich, der von den Renaissance-Flügeln des Schlosses eingefasst ist und einen Einblick in die architektonische Gliederung gibt. Gleichzeitig bietet er Raum für kulturelle Veranstaltungen.
Uhrturm1840-1842
Ein markantes Element, das im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil wiederaufgebaut wurde. Es beherbergt eine Uhr und bietet einen weiten Blick über Stettin.
Schlosskapelle16. Jahrhundert
Ursprünglich für die Kapelle des Schlosses vorgesehen, diente sie später der französischen Hugenotten-Gemeinschaft und beherbergt historische religiöse Kunst sowie Architektur.
Herzogliche KryptaMittelalterlicher Ursprung, im 20. Jahrhundert wiederentdeckt
Die nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Schloss entdeckte Krypta enthält Sarkophage der pommerschen Herzöge und ist heute für Besucher zugänglich.
Kontakt
Telefon: 91 489 16 30