Museum Biedermann-Haus
Schellenberg
Das Museum Biedermann-Haus ist ein historisches ländliches Wohngebäude, das ursprünglich 1518 errichtet wurde und für die Architektur der spätemittelalterlichen Alpine-Blockhäuser sowie das traditionelle Leben als Bauern in der heutigen Region Liechtenstein steht. Das Fachwerkhaus war so konzipiert, dass es demontiert und versetzt werden konnte – eine damals übliche Praxis, damit das Gebäude mit dem bauernschaftlichen Pächter mitwandern konnte. Im Laufe seiner Geschichte wurde es mehrfach verlegt, zuletzt 1993, als es in Schellenberg sorgfältig als Museum rekonstruiert wurde. Das Haus gliedert sich in eine Küche mit offenem Dach zum First, einen Hauptraum (Stube), ein Seitenstübchen sowie zwei Kammern im Obergeschoss; alles ruht auf einem gemauerten Keller. Es bietet einen einzigartigen Einblick in die bescheidenen Wohnverhältnisse und den landwirtschaftlichen Alltag vor dem wirtschaftlichen Aufschwung des 20. Jahrhunderts. Das Museum erinnert außerdem an die Familie Biedermann, die über 150 Jahre im Haus lebte und so sein Erbe bewahrte. Aufgrund der großen Veränderungen in Liechtenstein im 20. Jahrhundert sind nur noch wenige derartige historische Gebäude erhalten geblieben – das Biedermann-Haus ist damit ein wertvolles kultur- und architekturgeschichtliches Relikt der Alpenregion.
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Tipp: Besucher werden gebeten, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, da das Museum saisonal geöffnet ist. Am besten lässt sich ein Besuch in den wärmeren Monaten einplanen, wenn Dorf und Landschaft in vollem Umfang erlebbar sind. Tickets können oft vor Ort gekauft werden, für Gruppen oder besondere Führungen wird jedoch eine frühzeitige Buchung empfohlen. Ermäßigungen sind möglicherweise für Senioren, Studierende und Familien verfügbar. Die Einblicke ins Museum lassen sich am besten im Rahmen einer geführten Tour oder mit den vor Ort erhältlichen, ausführlichen Infomaterialien gewinnen.
Interessante Fakten
- •Das Biedermann-Haus ist eines der wenigen verbliebenen Blockbohlenhäuser aus dem späten Mittelalter im gesamten Alpenraum.
- •Das Haus war so geplant, dass es demontiert und versetzt werden konnte – davon wurde über die Jahrhunderte mehrfach Gebrauch gemacht (u. a. 1687, 1793/94 und 1993).
- •Es spiegelt eine einzigartige Rechtstradition wider: Das Haus gehörte dem Pächter und konnte versetzt werden, wenn sich der Landpachtvertrag änderte.
- •Das Museum bewahrt Lebensweise und Wohnverhältnisse der ländlichen Liechtensteiner Bevölkerung vor dem wirtschaftlichen Aufschwung im 20. Jahrhundert.
Geschichte
Das Biedermann-Haus wurde ursprünglich 1518 in einer traditionellen Alpen-Blockbauweise errichtet, die es ermöglichte, das Haus abzubauen und an einen anderen Ort zu versetzen – ein Spiegel der damaligen Pacht- und Landwirtschaftsverhältnisse.
Es wurde mindestens zweimal verlegt, bevor die endgültige Versetzung 1993 nach Schellenberg erfolgte.
Dort wurde es als Museum wieder zusammengesetzt und unter Denkmalschutz gestellt.
Die Familie Biedermann bewohnte das Haus durchgehend über 150 Jahre – ein Zeugnis ländlichen Lebens in Liechtenstein vor der Industrialisierung.
Die Erhaltung dieses Gebäudes ist besonders bedeutsam, da in Liechtenstein im Zuge der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung im 20.
Jahrhundert viele historische Bauten verloren gingen.
Ortsführer
Hauptraum (Stube)1518
Der zentrale beheizte Raum des Hauses, der für Familientreffen, Mahlzeiten und den Alltag genutzt wurde; mit traditionellen Einbauten und einem offenen Herd.
Küche mit offenem Dach zum First1518
Ein Küchenbereich, der ursprünglich zum First hin offen war und es ermöglichte, dass der Rauch vom Herd entweichen konnte – ein Beispiel für mittelalterliche Bautechniken.
Kammern im Obergeschoss1518
Zwei kleine Kammern im zweiten Stock als Schlafräume oder zur Aufbewahrung, die die kompakte und zugleich zweckmäßige Raumnutzung der Zeit veranschaulichen.
Gemauerter Keller1518
Der steinbaute Keller als Fundament für die hölzerne obere Konstruktion: diente der Lagerung und der Haltbarmachung von Lebensmitteln.
Kontakt
Telefon: 373 44 34