
Borsippa-Zikkurat
Bābil
Die Borsippa-Zikkurat liegt etwa 17,7 km südwestlich von Babylon auf der Ostseite des Euphrat und ist eine bedeutende archäologische Fundstätte im Irak. Vor Ort wird sie als Birs Nimrud bezeichnet. Sie zählt zu den am besten erkennbaren erhaltenen Zikkurats aus dem alten Mesopotamien. Die Anlage war dem Nabu geweiht – dem Gott der Weisheit und des Schreibens –, der als „Sohn“ des babylonischen Hauptgottes Marduk gilt. Historisch war Borsippa eine Schwesterstadt Babylons und hatte mit dem Tempelkomplex Ezida eine große religiöse Bedeutung. Das Gelände bewahrt bauliche Reste aus verschiedenen Epochen, darunter auch Restaurierungen durch Herrscher wie Nebukadnezar II. und kassitische Könige. Trotz seiner religiösen Wichtigkeit war Borsippa nie ein bedeutendes politisches Zentrum, hatte aber kulturellen Einfluss – besonders in den Schreibertraditionen. Ausgrabungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert legten Grundsteinprismen und Tausende von keilschriftlichen Tafeln frei und lieferten so Einblicke in babylonische Religionspraktiken und Geschichte. Heute steht die Zikkurat als Zeugnis der Architektur und des religiösen Lebens im alten Mesopotamien da – verwoben mit späteren arabischen Mythen, die sie mit dem Turm von Babel identifizieren.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Borsippa-Zikkurat sind die kühleren Monate im Herbst und im Frühling, um die drückende Hitze des irakischen Sommers zu vermeiden. Besucher sollten in Erwägung ziehen, geführte Touren zu buchen, damit sie den historischen Kontext der Stätte noch besser verstehen. Die Eintrittspreise sind in der Regel moderat; wer Tickets im Voraus kauft oder als Teil eines Pakets mit dem nahegelegenen Babylon bucht, erhält oft mehr Komfort. Gelegentlich gibt es bescheidene Ermäßigungen für Studierende und Gruppen. Da die Stätte archäologisch besonders empfindlich ist, sollten Sie die lokalen Hinweise beachten und nichts anfassen, was fragil wirkt.
Interessante Fakten
- •Die Borsippa-Zikkurat wurde in späterer arabischer Kultur historisch mit der Legende vom Turm von Babel in Verbindung gebracht.
- •Die Stätte war dem Nabu geweiht – dem Gott der Weisheit und des Schreibens –, der als „Sohn“ des Marduk gilt.
- •In Borsippa wurden Tausende keilschriftliche Tafeln entdeckt, die Einblicke in babylonische Religion und Verwaltung geben.
- •Nebukadnezar II. und kassitische Könige restaurierten den Tempel Ezida in Borsippa und unterstreichen damit seine anhaltende Bedeutung.
- •Der Tempel des Nabu wurde 484 v. Chr. während der Niederschlagung eines Aufstands durch Xerxes I. zerstört.
Geschichte
Die Anfänge Borsippas reichen bis ins späte 3.
Jahrtausend v.
Chr.
zurück; Erwähnungen finden sich im Akkadischen Reich sowie in der Zeit der Ur III.
Sie gewann an Bedeutung als religiöses Zentrum, das dem Gott Tutu geweiht war, später wurde es mit Marduks „Sohn“ Nabu in Einklang gebracht (Synkretismus).
In der altbabylonischen Zeit gab es weitere Entwicklungen, darunter Stadtmauern und Tempelbauten unter Herrschern wie Sumu-la-El und Apil-Sin.
Die Kassiten-Dynastie restaurierte den Tempel Ezida und bestätigte so die fortbestehende religiöse Bedeutung.
Die Stätte überstand die Zerstörung im Zuge der Niederschlagung eines Aufstands nicht: Der persische Kaiser Xerxes I.
ließ sie 484 v.
Chr.
zerstören.
Die archäologischen Ausgrabungen begannen Mitte des 19.
Jahrhunderts.
Dabei wurden bedeutende Funde und bauliche Reste entdeckt, die die religiöse und kulturelle Rolle Borsippas im Verlauf der mesopotamischen Geschichte sichtbar machten.
Ortsführer
Tempelkomplex Ezidacirca 6. Jahrhundert v. Chr. und früher
Der zentrale Tempelbereich, der dem Nabu geweiht ist. Hier finden sich architektonische Reste aus mehreren Epochen, darunter Restaurierungen durch Nebukadnezar II. und kassitische Könige. Es war das religiöse Herz von Borsippa.
Die Zikkurat-StrukturUrsprünge im späten 3. Jahrtausend v. Chr. mit späteren Restaurierungen
Die monumentale, gestufte Pyramidenanlage ist eine der am besten erhaltenen Zikkurats und steht symbolisch für die Verbindung zwischen Erde und dem Göttlichen in der mesopotamischen Religion.
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