
Westmauer
Yerushalayim
Die Westmauer, auch als Kotel bekannt, ist eine alte Kalksteinmauer in der Altstadt von Jerusalem und einer der heiligsten Orte des Judentums. Sie ist der letzte verbliebene Rest der Stützmauern des Zweiten Tempels, die ursprünglich um 19 v. Chr. unter Herodes dem Großen errichtet wurden. Die Mauer befindet sich an der Westseite des Tempelbergs, des heiligsten Ortes im Judentum, wo einst der Erste und der Zweite Tempel standen. Der Ort hat eine tiefe religiöse Bedeutung: Man glaubt, dass es sich dabei um den nächstzugänglichen Punkt zur Allerheiligsten handelt, dem innersten Heiligtum des antiken Tempels. Seit Jahrhunderten kommen Juden hierher, um zu beten und schriftliche Gebete oder Wünsche in die Ritzen zwischen den Steinen zu stecken – eine Tradition, die mindestens bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückreicht. Die Westmauer ist nicht nur ein Ort spiritueller Verbundenheit, sondern auch ein Symbol für jüdische Beharrlichkeit und Identität. Jährlich zieht sie Millionen Besucher an – darunter Pilger, Touristen und Würdenträger aus aller Welt. Der Ort wird von der Western Wall Heritage Foundation verwaltet, die außerdem verschiedene religiöse Zeremonien ermöglicht, wie zum Beispiel Bar- und Bat-Mizwa. Trotz ihrer religiösen Zentralität liegt die Mauer im komplexen politischen und historischen Umfeld der Altstadt von Jerusalem, die als UNESCO-Welterbestätte von Bedeutung für das Judentum, das Christentum und den Islam ist.
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Tipp: Besucher sollten früh am Morgen oder am späten Nachmittag kommen, um die größten Menschenmengen zu vermeiden. Erforderlich ist eine schlichte, angemessene Kleidung, und die getrennten Gebetsbereiche für Männer und Frauen werden streng eingehalten. Es empfiehlt sich, geführte Touren oder religiöse Zeremonien wie Bar-/Bat-Mizwa im Voraus über die offizielle Website der Western Wall zu buchen. Beachten Sie, dass der Ort während jüdischer Feiertage extrem überfüllt sein kann oder teilweise eingeschränkt ist. Online-Angebote erlauben es, Gebetszettel für diejenigen zu schicken, die nicht persönlich vor Ort sein können. Sicherheitskontrollen sind Standard, daher sollte man für die Einlassprozedur extra Zeit einplanen.
Interessante Fakten
- •Die Sitte, Gebetszettel in die Ritzen der Mauer zu legen, begann im frühen 18. Jahrhundert und ist auf inzwischen jährlich hunderte Tausende angewachsen.
- •Mehrere Päpste, darunter Johannes Paul II. und Benedikt XVI., haben Gebetszettel in die Westmauer gelegt – obwohl es sich um eine jüdische Tradition handelt.
- •Die Mauer gehört zu den Stützmauern des Tempelbergs, nicht zum eigentlichen Tempelbau selbst.
- •Zweimal im Jahr – vor Rosch Haschana und Pessach – werden die Zettel respektvoll eingesammelt und auf dem jüdischen Friedhof auf dem Ölberg bestattet.
- •Die Westmauer wird jedes Jahr von Millionen besucht, darunter auch prominente Persönlichkeiten wie die US-Präsidenten Barack Obama und Donald Trump.
Geschichte
Die Westmauer reicht in die Zeit des Zweiten Tempels zurück.
Sie wurde um 19 v.
Chr.
unter Herodes dem Großen als Teil der Erweiterung des Tempelbergs errichtet.
Sie überstand die Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 n.
Chr.
und blieb als heiliger Rest erhalten.
Die Tradition, Gebetszettel in die Mauer zu stecken, begann im frühen 18.
Jahrhundert – verwurzelt in dem jüdischen Glauben, dass die Göttliche Gegenwart auf der Mauer ruht.
Im Laufe der Geschichte stand die Mauer immer wieder als Symbol für jüdische Widerstandskraft – besonders nachdem die jüdische Bevölkerung 1948 aus der Altstadt vertrieben worden war.
Nach dem Sechstagekrieg 1967 erlangte Israel die Kontrolle über die Altstadt und die Westmauer zurück und machte sie erneut zu einem zentralen Ort für jüdisches Gebet und Pilgerreisen.
Heute ist die Westmauer weiterhin ein zentraler Anlaufpunkt für jüdisches Gebet und nationale Identität.
Ortsführer
Gebetsplatz
Der offene Bereich vor der Westmauer, in dem Besucher zusammenkommen, um zu beten, nachzudenken und Gebetszettel zwischen die Steine zu stecken. Er ist in einen Bereich für Männer und einen für Frauen unterteilt, um die religiösen Gepflogenheiten zu respektieren.
Die Mauer selbstcirca 19 BCE
Sie besteht aus massiven Kalksteinblöcken aus der herodianischen Zeit und wird als der nächstzugängliche Ort zur Allerheiligsten des antiken Tempels verehrt.
Sammlung der Gebetszettel
Zweimal jährlich werden die angesammelten Gebetszettel sorgfältig entfernt und auf einem jüdischen Friedhof auf dem Ölberg bestattet – unter Beachtung ihrer heiligen Bedeutung.
Kontakt
Telefon: 02-627-1333