
Neunbogenbrücke
Hajdú-Bihar
Die Neunbogenbrücke, die vor Ort Kilenclyukú híd genannt wird, ist das bekannteste Wahrzeichen des Nationalparks Hortobágy in der Großen Ungarischen Tiefebene. In klassizistischem Stil zwischen 1827 und 1833 errichtet, war sie die längste Stein-Straßenbrücke im historischen Ungarn, bevor es 1921 zu territorialen Veränderungen kam. Die Brücke ist 167,3 Meter lang; zwischen ihren beiden Widerlagern liegt eine Distanz von 92,13 Metern. Ihr Entwurf umfasst neun Bögen sowie breitere Ein- und Ausfahrten an beiden Seiten und erleichtert damit das Treiben von Vieh, indem die Tiere auf die Brücke „kanalisiert“ werden. Die Steinbrücke ersetzte eine ältere hölzerne Konstruktion, die 1697 gebaut worden war und durch den starken Verkehr sowie die teuren Instandhaltungen zunehmend verfiel. Der Bau basierte auf den Plänen von Ferenc Povolny, der nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ausgewählt wurde. Die Brücke spielte eine wichtige Rolle im regionalen Handel und beim Viehtrieb: Die Stadtverwaltung von Debrecen führte einen festen Abzugskontrolleur ein, um das Ausweichen bei Viehabgaben zu verhindern. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Brücke mehrfach restauriert, darunter große Renovierungen in den 1980er-Jahren und erneut im Jahr 2009, als sie Teil des UNESCO-Welterbes war. Heute ist sie nach wie vor ein bedeutendes Kulturdenkmal und beherbergt jährlich das „Hídi Vásár“, bei dem traditionelle Handwerke und das ländliche Erbe der Region gefeiert werden.
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Tipp: Besuchen Sie die Neunbogenbrücke während des jährlich am 20. August stattfindenden Hídi Vásár für ein authentisches kulturelles Erlebnis mit traditionellen Handwerken. Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Frühling bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter meist günstig ist. Eine Vorausbuchung von Tickets ist nicht nötig, da die Brücke ein frei zugänglicher öffentlicher Ort ist. Geführte Touren durch den Nationalpark Hortobágy können den Besuch jedoch bereichern. Achten Sie auf lokale Rabatte bei regionalen Touren und überlegen Sie, den Ausflug mit weiteren Attraktionen des Parks zu kombinieren.
Interessante Fakten
- •Die Neunbogenbrücke war vor 1921 die längste Stein-Straßenbrücke im historischen Ungarn.
- •Die breiten Einfahrten waren ganz gezielt dafür ausgelegt, das Treiben von Vieh über die Brücke zu erleichtern.
- •Der Bau der Brücke war eines der frühesten bekannten Projekte im Bereich öffentlicher Ausschreibungen in Ungarn.
- •Auf der Brücke wurde ein fester Abzugswächter eingesetzt, um das Ausweichen bei Viehabgaben durch Hirten zu verhindern.
- •Die Brücke gehört zum Nationalpark Hortobágy, der zum UNESCO-Welterbe zählt.
Geschichte
Die ursprüngliche Überquerung an dieser Stelle war eine hölzerne Brücke, die 1697 gebaut wurde.
Sie litt stark unter dem intensiven Verkehr und erforderte häufige Reparaturen.
1825 beschloss die Stadt Debrecen, sie durch eine dauerhafte Steinbrücke zu ersetzen.
Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde der Entwurf im klassizistischen Stil von Ferenc Povolny ausgewählt, und der Bau begann 1827.
Das Projekt hatte Unterbrechungen, darunter eine vorübergehende Einstellung durch die königliche Kammer Ende 1827, die eine Änderung des Designs erforderlich machte.
Der Bau wurde 1828 wieder aufgenommen und 1833 abgeschlossen; danach wurde die hölzerne Brücke abgebaut.
Die Neunbogenbrücke war als längste Stein-Straßenbrücke im historischen Ungarn besonders bemerkenswert und erleichterte sowohl den Viehtrieb als auch den Handel.
Sie wurde mehrfach restauriert, besonders Anfang der 1980er-Jahre und 2009, wodurch ihre Tragfähigkeit und ihre kulturelle Bedeutung erhalten blieben.
Ortsführer
Die neun Bögen1827-1833
Das prägende architektonische Merkmal der Brücke: neun Steinbögen, die die Konstruktion tragen. Diese Bögen erzeugen ein markantes, rhythmisches Muster und tragen sowohl zur Stabilität der Brücke als auch zu ihrer ästhetischen Wirkung bei.
Verbreiterte Einfahrten1827-1833
Die Einfahrten an beiden Enden der Brücke verbreitern sich und formen dadurch trichterförmige Öffnungen. Dieses Design erleichterte das Treiben von Vieh auf die Brücke, indem die Tiere sanft auf die Konstruktion geleitet wurden.
Steinpflaster1833
Die Fahrbahn der Brücke ist mit Steinpflaster in Form von Kopfsteinen belegt, die aus einem Steinbruch nahe Tokaj stammen. Das Pflaster wurde 1833 fertiggestellt – nachdem es zunächst Schwierigkeiten mit der Materialqualität und dem Transport gegeben hatte.