
Uplistsikhe
Shida Kartli
Uplistsikhe, was auf Georgisch „die Festung des Herrn“ bedeutet, ist eine beeindruckende antike, in den Fels gehauene Stadt im Osten Georgiens nahe der Stadt Gori. Hoch in einen felsigen Uferhang am Mtkvari-Fluss gehauen, zeigt sie eine besondere Verbindung architektonischer Stile aus Anatolien und Iran – ein Spiegelbild des Nebeneinanders paganer und christlicher Kulturen. Das Areal erstreckt sich über etwa 8 Hektar und ist in drei Hauptbereiche gegliedert: den südlichen, mittleren und nördlichen Abschnitt. Der mittlere Teil beherbergt den Großteil der in den Fels gehauenen Bauwerke, darunter enge Gassen und Treppen, die verschiedene Kammern miteinander verbinden. Zu den bemerkenswerten Highlights zählen ein großer Zeremoniensaal mit einem römisch anmutenden Bogen sowie ein Säulenraum mit Steinbänken, die vermutlich von Herrschern genutzt wurden. Außerdem gibt es frühe christliche Basiliken aus dem 6. sowie aus dem 9.-10. Jahrhundert – sie veranschaulichen den Übergang vom Paganismus zum Christentum. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden wertvolle Funde wie Gold-, Silber- und Bronze-Schmuck entdeckt, der heute im Nationalmuseum in Tbilisi aufbewahrt wird. Trotz Schäden durch ein Erdbeben im Jahr 1920 laufen seit 2000 Konservierungsmaßnahmen, um diesen kulturgeschichtlich bedeutsamen Ort zu bewahren – er steht auf der vorläufigen UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Uplistsikhe sind Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild ist. Aufgrund des felsigen Geländes und unebener Wege wird festes Schuhwerk empfohlen. In der Hauptsaison ist es ratsam, Tickets im Voraus zu kaufen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Geführte Touren bereichern das Erlebnis, weil sie die Geschichte der Anlage und ihre architektonischen Details verständlich machen. Es gibt keine konkreten Hinweise auf Ermäßigungen, aber ein Blick bei den lokalen Touristeninformationen kann Aufschluss über mögliche Vergünstigungen geben.
Interessante Fakten
- •Uplistsikhe vereint in den Fels gehauene Architekturformen aus Anatolien und Iran – und ist damit in der Region einzigartig.
- •Auf dem Gelände gibt es einen 3 Meter langen Tunnel, der als Wasserversorgung diente und sich während der Invasionen mit einem Metalltor verschließen ließ.
- •Archäologen haben am Standort Gold-, Silber- und Bronzeschmuck sowie Keramik und Skulpturen gefunden.
- •Ein Teil von Uplistsikhe wurde 1920 durch ein Erdbeben stark beschädigt; daraufhin begannen 2000 die Konservierungsmaßnahmen.
- •Uplistsikhe steht seit 2007 auf der vorläufigen UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Geschichte
Uplistsikhe gehört zu den ältesten städtischen Siedlungen in Georgien: Eine menschliche Besiedlung reicht bis in das späte 2.
Jahrtausend v.
Chr.
zurück, und zahlreiche erhaltene Strukturen stammen aus dem frühen 1.
Jahrtausend n.
Chr.
Die Anlage diente als bedeutendes politisches und religiöses Zentrum des antiken Königreichs Kartli (Iberien).
Die Stadt blühte bis ins 4.
Jahrhundert, als die Christianisierung von Kartli die kulturellen Zentren nach Mzcheta und Tbilisi verlagerte.
Ihre Bedeutung gewann sie während der muslimischen Eroberung von Tbilisi in den 8.-10.
Jahrhunderten erneut zurück, doch nach den mongolischen Invasionen im 14.
Jahrhundert ging sie stark zurück – bis hin zur nahezu völligen Aufgabe.
Seitdem wird Uplistsikhe gelegentlich als Zufluchtsort während der Invasionen genutzt.
Ortsführer
Zeremoniensaal
Im südlichen Bereich der Anlage gelegen, ist dieser Saal vor allem wegen seines römisch anmutenden Bogens mit Giebel bekannt und dürfte für wichtige Zeremonien genutzt worden sein.
Säulensaal
Eines der wichtigsten Bauwerke in Uplistsikhe: Der Saal hat eine Decke, die von zwei Steinpfeilern getragen wird, und enthält eine Steinbank, die vermutlich als Sitz des Herrschers diente.
Basilika aus dem 6. Jahrhundert6. Jahrhundert
Eine christliche Basilika, die größtenteils in den Fels gehauen wurde – bis auf ihre südliche Wand, die aus Stein errichtet ist. Sie steht stellvertretend für den frühen Einfluss der christlichen Architektur in der Stadt.
Christliche Basilika aus dem 9.-10. Jahrhundert9.-10. Jahrhundert
Am höchsten Punkt des Komplexes errichtet, steht diese Basilika aus Stein und Ziegeln für die spätere christliche Präsenz und die Weiterentwicklung der Architektur in Uplistsikhe.