Svetitskhoveli-Kathedrale

Svetitskhoveli-Kathedrale

Mtskheta-Mtianeti

85/10090 min

Die Svetitskhoveli-Kathedrale im historischen Ort Mtskheta in Georgien zählt zu den am meisten verehrten orthodox-christlichen Kirchen der Region und ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Architektur. Sie wurde ursprünglich im 4. Jahrhundert während der Herrschaft von König Mirian III. gegründet und ist als Begräbnisstätte für das Gewand Christi bekannt – eine heilige Reliquie, die tief in der georgisch-christlichen Tradition verwurzelt ist. Die heutige Kathedralstruktur wurde zwischen 1010 und 1029 vom Architekten Arsukisdze errichtet und zeigt den Grundrissstil „Kreuz in einem Quadrat“. Zudem sind an der Außenseite noch gut erhaltene Schmuckelemente aus dem 11. Jahrhundert zu sehen. Im Laufe der Jahrhunderte diente die Kathedrale als letzte Ruhestätte georgischer Könige und erlebte zahlreiche Umbauten – besonders nach der Zerstörung durch Tamerlan im 14. Jahrhundert sowie Renovierungen im 15. und 17. Jahrhundert. Die Kathedrale ist von einer Verteidungsmauer umgeben, die im späten 18. Jahrhundert ergänzt wurde, und archäologische Ausgrabungen haben auf dem Gelände wichtige historische Strukturen zutage gefördert. Trotz Schäden durch Invasionen und Naturkatastrophen ist die Svetitskhoveli-Kathedrale bis heute ein bedeutendes kulturelles und religiöses Wahrzeichen – ein lebendiges Zeugnis für die frühe Annahme des Christentums in Georgien und sein mittelalterliches Erbe.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Svetitskhoveli-Kathedrale ist im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter mild ist und weniger los ist. Besucher sollten Tickets im Voraus kaufen oder sich insbesondere in der Hochsaison rechtzeitig einer geführten Tour anschließen. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Senioren sowie für Mitglieder von Kulturvereinen. Aufgrund der religiösen Bedeutung wird angemessene, schlichte Kleidung empfohlen. Fotografieren im Inneren kann eingeschränkt sein – prüfen Sie daher vor Ort die lokalen Hinweise.

Interessante Fakten

  • „Svetitskhoveli“ bedeutet auf Georgisch „Lebende Säule“ und verweist auf eine wundersame Zedernsäule, die mit dem Fundament der Kathedrale in Verbindung steht.
  • Sie ist die Begräbnisstätte mehrerer georgischer Könige und einer heiligen Reliquie, von der man glaubt, dass es sich um das Gewand Christi handelt.
  • Die Kathedrale ist das zweitgrößte Kirchengebäude in Georgien – nach der Heilig-Dreifaltigkeits-Kathedrale in Tbilisi.
  • Viele originale Fresken gingen durch das Überstreichen mit Kalkfarbe während der Zeit des Russischen Kaiserreichs verloren.
  • Die Kathedrale ist von einer Verteigungsmauer umgeben, die 1787 von König Erekle II. errichtet wurde.

Geschichte

Die ursprüngliche Svetitskhoveli-Kathedrale wurde im 4.

Jahrhundert n.

Chr.

während der Herrschaft von König Mirian III.

gegründet.

Damit wurde der Ort markiert, an dem der Heiligen Nino die erste georgische Kirche gründete.

Der Überlieferung nach ist sie die Begräbnisstätte des Gewands Christi, das ein georgischer Jude namens Elias nach Mtskheta brachte.

1010

Die heutige Kathedrale wurde zwischen 1010 und 1029 von Arsukisdze unter König Giorgi I.

und dem Katholikos Melchizedek I.

errichtet.

Sie überstand Schäden durch Invasionen von Arabern, Persern, Timuridern sowie später durch russische und sowjetische Behörden – ebenso wie Erdbeben.

Große Restaurierungen fanden im späten 14.

Jahrhundert nach der Zerstörung durch Tamerlan statt, gefolgt von weiteren Renovierungen im 15.

und 17.

Jahrhundert.

1787

Die umgebende Verteigungsmauer wurde 1787 unter König Erekle II.

gebaut, und archäologische Ausgrabungen im 20.

Jahrhundert legten frühere Basilika-Grundlagen sowie Residenzen der Patriarchen frei.

Ortsführer

1
Innenraum der Hauptkathedrale11. Jahrhundert
Arsukisdze

Im Inneren ist der Baustil „Kreuz in einem Quadrat“ zu sehen – mit Resten mittelalterlicher Fresken sowie einem Bildnis, das die Legende von Sidonia und der Zedernsäule darstellt.

2
Verteidigungsmauer1787
König Erekle II

Diese Stein- und Ziegelmauer wurde 1787 von König Erekle II. errichtet. Sie umschließt das Kathedralenensemble und bietet eine historische Befestigung.

3
Archäologischer Ort der frühen Basilika5. Jahrhundert
König Vakhtang Gorgasali

Unterhalb der heutigen Kathedrale wurden die Reste einer Basilika aus dem 5. Jahrhundert entdeckt, die von König Vakhtang Gorgasali errichtet worden war. Die Entdeckung erfolgte während der Restaurierungsarbeiten 1970–71.