
Straßburger Münster
Grand Est
Das Straßburger Münster, auch als Kathedrale Unserer Lieben Frau von Straßburg bekannt, ist ein beeindruckendes Beispiel für die Rayonnant-Gotik im Herzen von Straßburg im Elsass, Frankreich. Der Bau begann 1015 und wurde 1439 vollendet – mit einer gelungenen Mischung aus romanischen und gotischen Elementen. Berühmt ist das Münster vor allem für seinen einzigen achteckigen Turm, der sich auf 142 Meter erhebt. Damit war es von 1647 bis 1874 das höchste Gebäude der Welt und ist bis heute eines der größten mittelalterlichen Bauwerke weltweit. Seine markante rötlich-braune Sandsteinfassade, die aus den Vogesen stammt, verleiht ihm ein unverwechselbares Erscheinungsbild, das man aus der Ferne erkennt – bis hin zu den Vogesen und dem Schwarzwald. Entworfen und errichtet wurde das Bauwerk unter der Aufsicht der Architektenfamilie Steinbach; später wirkten Ulrich Ensingen und Johannes Hültz mit. Das Straßburger Münster ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Symbol – gelobt von Literaten wie Victor Hugo und Goethe. Es ist weiterhin ein aktives katholisches Münster und bietet regelmäßige Messen sowie religiöse Veranstaltungen. Das Münster und das umgebende historische Zentrum sind als UNESCO-Welterbestätte anerkannt – wegen ihrer herausragenden architektonischen und kulturellen Bedeutung.
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Tipp: Besucher sollten am frühen Morgen oder am späten Nachmittag kommen, um Menschenmengen zu vermeiden und Münster außen wie innen in weicherem Licht zu genießen. Tickets für Sonderausstellungen oder für den Zugang zum Turm werden – sofern verfügbar – am besten im Voraus gekauft. Die Fondation de l’Œuvre Notre-Dame bietet geführte Touren sowie Zugang zum Museum mit Originalskulpturen und Glasmalereien. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Dank guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr liegt das Münster zentral auf der Grande Île in Straßburg – ideal, um es mit nahegelegenen Attraktionen zu kombinieren.
Interessante Fakten
- •Das Straßburger Münster war von 1647 bis 1874 das höchste Gebäude der Welt und erreichte eine Höhe von 142 Metern.
- •Der charakteristische rötliche Sandstein stammt aus den Vogesen und verleiht dem Münster seine besondere Farbe.
- •Das Münster besitzt einen einzigen achteckigen Turm statt der ursprünglich geplanten zwei Türme.
- •Victor Hugo beschrieb es als einen „gigantischen und zarten Wunderbau“, und Goethe verglich es mit einer „himmlisch emporragenden, weit ausladenden Gottesbaum“-ähnlichen Gestalt.
- •Die Fondation de l’Œuvre Notre-Dame ist seit mindestens 1224 für die Instandhaltung des Münsters verantwortlich.
- •Das Münster liegt auf der UNESCO-Welterbestätte Grande Île, dem historischen Zentrum von Straßburg.
Geschichte
Der Standort des Straßburger Münsters ist seit der Römerzeit ein religiöses Zentrum – ursprünglich Teil der römischen Siedlung Argentoratum.
Die erste Kathedrale wurde um 550–575 errichtet, gefolgt von einer karolingischen Kirche, die um 778 geweiht wurde.
Nachdem die ursprüngliche Kathedrale 1002 niedergebrannt war, begann der Wiederaufbau 1015 unter Bischof Werner I.
Die heutige gotische Struktur wurde etwa um 1220 angestoßen und weitgehend bis 1365 fertiggestellt; der markante Turm wurde 1439 ergänzt.
Über die Jahrhunderte hinweg erlebte das Münster politische und religiöse Umbrüche, darunter Auseinandersetzungen während der Reformation und seine Funktion als Sitz eines Erzbistums seit 1988.
Über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg war es das höchste Gebäude der Welt, bis es im 19.
Jahrhundert übertroffen wurde.
Ortsführer
Westfassade und Einzelturm1439
Die Westfassade des Münsters ist berühmt für ihre aufwendige gotische Bildhauerkunst und den einzigen achteckigen Turm, der sich auf 142 Meter erhebt – ein besonderes Merkmal, das im Kontrast zu den typischen Doppeltürmen gotischer Kathedralen steht.
Innenraum mit Langhaus und Gewölben13. bis 15. Jahrhundert
Im Inneren vereint das Münster romanische und gotische Elemente: von weit ausgreifenden, hohen Gewölben über filigrane Glasfenster bis hin zu einem großzügigen Langhaus, das Ehrfurcht und Staunen wecken soll.
Astronomische Uhr16. Jahrhundert
Ein Meisterwerk der Renaissance-Technik: Die astronomische Uhr im Inneren des Münsters zeigt komplexe astronomische Daten und verfügt über bewegte Figuren, die täglich Vorführungen geben.
Musée de l’Œuvre Notre-DameGegründet 1931
Direkt neben dem Münster gelegen, bewahrt dieses Museum originale Skulpturen, Glasmalereien sowie architektonische Pläne aus der Bau- und Wiederherstellungsgeschichte der Kathedrale.
Kontakt
Telefon: 03 88 21 43 34