Kullamaa-Kirche

Kullamaa-Kirche

Läänemaa

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Die Kullamaa-Kirche, die im Dorf Kullamaa in der Region Lääne County in Estland liegt, reicht bis in das späte 13. Jahrhundert zurück. Ursprünglich als ein-schiffiger Bau ohne Turm und ohne Chor errichtet, entwickelte sie sich im Laufe der Jahrhunderte weiter: Zu den wichtigsten Erweiterungen zählen 1774 angebrachte massive Strebepfeiler, um sie auf weichem Untergrund zu stabilisieren, sowie ein neugotischer Turm, der 1870 errichtet wurde. Die Architektur der Kirche ist besonders, weil sie Backsteinelemente einbindet, die in sakralen Bauten im westlichen Estland eher unüblich sind. Im Inneren finden sich eine Kanzel aus der Spätrenaissance, eine barocke Kalvariengruppe, Epitaphien, Grabsteine sowie ein Altarbild aus dem 19. Jahrhundert, das wahrscheinlich von Carl Siegismund Walther stammt. Zu den besonderen Merkmalen gehören drei historische Kronleuchter, fünf Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert und ein reich verziertes Altarbereich mit neugotischer Rahmung. Der Kirchhof dient als Friedhof und beherbergt historisch bedeutende Gedenkstätten. Auch kulturgeschichtlich hat die Kullamaa-Kirche Gewicht, unter anderem wegen ihrer Verbindung zu Persönlichkeiten wie dem Komponisten Rudolf Tobias und dem Pastor Heinrich Göseken, die zur Geschichte der estnischen Sprache beitrugen. Die Kirche ist bis heute ein bedeutendes architektonisches und kulturelles Wahrzeichen im Westen Estlands.

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Tipp: Besucher sollten erwägen, im Zeitraum vom späten Frühling bis in den frühen Herbst zu kommen, wenn das Wetter ideal ist, um die Kirche und ihre Umgebung zu erkunden. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und geführte Touren einzuplanen, um die reiche Geschichte und die kunstvollen Details der Architektur noch besser zu würdigen. Die Eintrittspreise sind in der Regel moderat, aber der Erwerb von Tickets oder die Organisation von Führungen im Voraus kann das Erlebnis verbessern. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren oder Gruppen. Fotografieren im Kircheninneren könnte eingeschränkt sein – fragen Sie am besten vor Ort nach.

Interessante Fakten

  • Die massiven Strebepfeiler wurden 1774 hinzugefügt, um zu verhindern, dass die Kirche in den weichen Boden darunter einsinkt.
  • Herzogin Augusta von Brunswick-Wolfenbüttel, die entfremdete Ehefrau von König Friedrich I. von Württemberg, ist in der Kirche begraben.
  • Die Kanzel aus der Spätrenaissance wird dem Haapsalu-Meister Marten Mattiesen zugeschrieben.
  • Die barocke Kalvariengruppe und die Epitaphien wurden Ende des 17. Jahrhunderts von Budewin Budeloch geschaffen.
  • Der Komponist Rudolf Tobias, Estlands erster professioneller Komponist, lebte in seiner Jugendzeit in Kullamaa; sein Vater war Kirchenklerk in der Gemeinde.
  • Eine der ältesten ländlichen Apotheken Estlands wurde 1886 in Kullamaa gegründet und 122 Jahre lang ununterbrochen betrieben.

Geschichte

Die Kullamaa-Kirche wurde ursprünglich im späten 13.

Jahrhundert als schlichter, einschiffiger Bau ohne Chor oder Turm errichtet.

Im 14.

Jahrhundert war das Innere vermutlich gewölbt.

Im 18.

1774

Jahrhundert kamen bauliche Verstärkungen hinzu: 1774 wurden Strebepfeiler angebracht, um ein Absinken zu verhindern, und 1865 wurde ein Chor gebaut.

1870

Ein neugotischer Turm ersetzte 1870 frühere Strukturen und vervollständigte damit die heutige Silhouette der Kirche.

Über die Jahrhunderte hinweg war die Kirche ein religiöses, kulturelles und architektonisches Wahrzeichen.

Sie hat lokale historische Ereignisse miterlebt und diente zudem als Begräbnisstätte für bedeutende Persönlichkeiten.

Ortsführer

1
Die Kanzel aus der Spätrenaissance1626
Marten Mattiesen

Eine fein gearbeitete Kanzel, die auf 1626 datiert ist – vermutlich das Werk des lokalen Meisters Marten Mattiesen – und die Renaissance-Kunstfertigkeit im Kircheninneren zeigt.

2
Barocke Kalvariengruppe und Epitaphien1682
Budewin Budeloch

Barocke religiöse Skulpturen und Epitaphien aus dem späten 17. Jahrhundert, geschaffen von Budewin Budeloch, die der Innenausstattung der Kirche einen zusätzlichen künstlerischen und historischen Wert verleihen.

3
Neugotischer Turm1870

Der Turm der Kirche, der 1870 im neugotischen Stil erbaut wurde, ist ein markantes Merkmal, das ältere Bauten ersetzt und den mittelalterlichen Kirchenschiff- und Chorteil ergänzt.

4
Altarbild und Orgel1865
Carl Siegismund Walther

Das Altarbild, das vermutlich um 1865 von Carl Siegismund Walther geschaffen wurde, sowie die Orgel aus dem Jahr 1854 von Carl August Tantoni stehen für Ergänzungen aus dem 19. Jahrhundert, die den Innenraum der Kirche aufwerten.