Longshan-Tempel
Taiwan
Der Longshan-Tempel im Stadtbezirk Wanhua von Taipeh ist ein weit über die Grenzen hinaus bekannter taiwanesischer Volks-Tempel. Er wurde ursprünglich 1738 während der Qing-Zeit von Siedlern aus Fujian erbaut. Der Tempel ist vor allem der Guanyin gewidmet, ehrt aber auch verschiedene chinesische Volksgottheiten wie Mazu und Guan Yu. Damit spiegelt er eine gelungene Mischung aus buddhistischen und volkstümlichen religiösen Traditionen wider. Mehrfach wurde der Tempel aufgrund von Schäden durch Erdbeben, Brände und Bombardierungen im Krieg wiederaufgebaut. Die heutige Anlage wurde 1924 in der Zeit der japanischen Herrschaft fertiggestellt. Architektonisch finden sich traditionelle chinesische Tempel-Elemente wie ein Dragon Gate als Eingang und ein Tiger Gate als Ausgang sowie mehrere Säle, die jeweils unterschiedlichen Gottheiten gewidmet sind. Kulturell ist der Tempel als Ort des Gebets und der Gemeindebegegnung besonders bedeutend – vor allem wegen seines Altars für Yue Lao, die Gottheit der Liebe und des Matchmaking. Das zieht viele Besucher und Pilger an. Die Rituale im Longshan-Tempel folgen einer festgelegten Reihenfolge des Betens über mehrere Säle hinweg und beinhalten Opfergaben, jiaobei (Wahrsageblöcke) sowie Segnungen für Amulette. Der Tempel ist bequem mit der Taipei Metro erreichbar und bleibt sowohl spirituelle Stätte als auch beliebtes Touristenziel.
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Tipp: Besucher sollten am besten an Wochentagsvormittagen kommen, um Menschenmengen zu vermeiden und die ruhige Atmosphäre des Tempels zu erleben. Empfohlen wird, der traditionellen Gebetsreihenfolge zu folgen – beginnend im vorderen Saal und endend im hinteren Saal –, besonders wenn man sich Segen von Yue Lao erhofft. Amulette und rote Bänder für Segnungen in Sachen Liebe sind erhältlich; ein Teil davon wird sogar kostenlos ausgegeben. Der Kauf von Eintrittskarten ist nicht nötig, da der Tempel für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Respektvolles Verhalten und die Einhaltung der Tempelsitten sind jedoch selbstverständlich erwartet. Zu Fuß ist der Tempel leicht vom Longshan Temple Station der Taipei Metro erreichbar.
Interessante Fakten
- •Der Longshan-Tempel ist zwar der Guanyin gewidmet, beherbergt aber auch Altäre für mehrere chinesische Volksgottheiten – darunter Mazu, Guan Yu und Yue Lao, die Gottheit der Liebe.
- •Der Tempel-Eingang erfolgt über das Dragon Gate, der Ausgang über das Tiger Gate, und es gilt als ungehörig, über die Schwellen zu treten.
- •Die roten Bänder von Yue Lao, von denen man annimmt, dass sie Segen für Liebe und Matchmaking bringen, werden nach einem erfolgreichen jiaobei-Wahrsagegang kostenlos ausgegeben.
- •Im Zweiten Weltkrieg wurde der Longshan-Tempel durch amerikanische Bomber beschädigt, weil das japanische Militär dort angeblich Waffen gelagert hatte.
- •Der Longshan-Tempel ist ein spirituelles Zentrum für Einheimische und Touristen – besonders beliebt bei Besuchern aus Thailand wegen des Altars für die Liebesgottheit.
Geschichte
Der Longshan-Tempel wurde ursprünglich 1738 von Siedlern aus Fujian in Taipeh als Außenstelle des alten Lungshan-Tempels aus dem Chin-chiang County in der Provinz Fujian erbaut.
Zwischen 1919 und 1924 wurde der Tempel während der japanischen Herrschaft nach Schäden durch Naturkatastrophen und Brände wiederaufgebaut.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1945 bei der Taihoku-Luftangriffen teilweise durch amerikanische Bomber zerstört, da er Berichten zufolge vom japanischen Militär als Lager für Waffen genutzt wurde.
Die Wiederherstellung nach dem Krieg brachte den Tempel zurück in seinen früheren Glanz und bewahrte seine kulturelle und religiöse Bedeutung.
Ortsführer
Dragon Gate und Tiger Gate1924
Der Haupteingang des Tempels ist das Dragon Gate – es steht für Macht und Schutz –, während der Ausgang das Tiger Gate ist, das Mut symbolisiert. Besucher sollten nicht über die Schwellen treten, da dies als Zeichen des Respekts gilt.
Vorderer Saal (Sanguandian)1924
Dieser Saal ist den drei buddhistischen Bodhisattvas gewidmet: Avalokiteshvara (Guanyin), Manjushri und Samantabhadra. Die Besucher beginnen ihre Gebete hier, bringen Weihrauchgaben dar und machen Wünsche.
Haupthalle1924
Die zentrale Halle beherbergt die Statue der Guanyin, der wichtigsten Gottheit des Tempels. Hier beten die Besucher und richten sich dabei außerdem so aus, dass sie zum vorderen Saal zurückschauen, um zum Jade-Kaiser am Himmel zu beten.
Hinterer Saal1924
Dieser Bereich umfasst fünf Hauptbauwerke, die bestimmten chinesischen Gottheiten gewidmet sind: Hua Tuo (Medizin), Kaiser Wenchang (Literatur und Prüfungen), Tianshang Shengmu, Kaiser Guan Di (Krieg und Loyalität) sowie Yue Lao (Liebe und Matchmaking).
Zentraler Innenhof
Der Innenhof verfügt über den zentralen Räucherkessel, der für die Eigenweihe von Amuletten genutzt wird. Besucher segnen ihre Amulette, indem sie diese dreimal im Uhrzeigersinn über den Räucherkessel ziehen und so den Segen erbitten.
Kontakt
Telefon: 02 2302 5162