Museum Lindwurm

Schaffhausen

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Das Museum Lindwurm ist ein kulturhistorisches Museum in der Altstadt von Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen in der Schweiz. Es befindet sich in einem historischen Gebäude, das ursprünglich auf 1279 datiert wird, mit einer klassizistischen Fassade, die 1819/1820 hinzugefügt wurde. Das Museum präsentiert eine detaillierte Rekonstruktion des bürgerlichen Wohnens und der landwirtschaftlichen Arbeit um 1850 auf 1500 Quadratmetern. Besucher können authentische Räume entdecken – darunter ein Parlor, eine Küche, ein Kinderzimmer mit Spielzeug sowie ein eigener Bereich für einen Künstler, der den lokalen Maler Hermann Knecht ehrt. Der hintere Gebäudeteil umfasst einen Stall für Nutztier und weitere Wirtschaftsräume und spiegelt damit das ländliche Leben der damaligen Zeit wider. Das Museum möchte einen hyperrealistischen Eindruck erzeugen, als wären die Bewohner gerade erst gegangen – und zeigt damit nicht nur den Alltag, sondern auch größere gesellschaftliche Entwicklungen des 19. Jahrhunderts. Zudem beherbergt es Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte sowie zeitgenössische künstlerische Interventionen und bereichert so das Besuchserlebnis. Das Museum gehört zu den Kultureinrichtungen der Jakob und Emma Windler Foundation und bewahrt das lokale Erbe mit Sorgfalt und Authentizität.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Museum Lindwurm sind die wärmeren Monate, wenn die Altstadt von Stein am Rhein lebendig und gut zugänglich ist. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen – besonders an Wochenenden und bei kulturellen Veranstaltungen. Besucher können von regionalen Museumspässen oder Kombitickets mit anderen lokalen Kulturstätten profitieren. Das Museum bietet geführte Touren an, die das Verständnis der Exponate und des historischen Kontexts vertiefen. Schauen Sie auf der offiziellen Website nach den aktuellen Öffnungszeiten und eventuellen temporären Ausstellungen.

Interessante Fakten

  • Der Name „Lindwurm“ ist ein archaisches deutsches Wort für „Drachen“.
  • Die dendrochronologische Analyse datiert die Entstehung des Gebäudes auf 1279 und macht es zu einem der ältesten Bauwerke in Stein am Rhein.
  • Das Museum hat einen eigenen Raum, der Hermann Knecht ehrt – einen lokalen Maler aus Stein am Rhein.
  • Die Renovierungen von 1947/1948 verlegten architektonische Elemente wie Arkadensäulen und Renaissance-Türen, um eine stimmige historische Atmosphäre zu schaffen.
  • Der Präsentationsstil des Museums zielt auf „hyperrealistische“ Szenen ab – so, als wären die Bewohner des 19. Jahrhunderts gerade erst aus dem Haus gegangen.

Geschichte

1279

Das Gebäude, in dem das Museum Lindwurm untergebracht ist, geht auf 1279 zurück, wie durch dendrochronologische Untersuchungen an den Deckenbalken im Keller bestätigt wurde.

Ursprünglich hieß es „Lindwurm“ – ein altes Wort für Drachen – und das Haus hat im Laufe der Jahrhunderte mehrere Veränderungen erfahren.

1712

1712 wurde der hintere Gebäudeteil als Stall- und Wirtschaftsbau ergänzt, während die vordere Fassade um 1819/1820 im klassizistischen Stil umgestaltet wurde.

1853

Die Familie Gnehm erwarb das Haus 1853; Robert Gnehm war um 1900 ein bekannter Eigentümer.

Das Haus blieb weitgehend in seinem Charakter des 19.

Jahrhunderts erhalten, da es kaum als Hauptwohnsitz genutzt wurde.

1947

In den Jahren 1947/1948 renovierte der Architekt Wolfgang Müller das Gebäude: Dabei wurden die historischen Substanzen bewahrt und so weiterentwickelt, dass die Epoche authentisch wiederauflebt.

1993

Anfang der 1990er Jahre in ein Museum umgewandelt, öffnete es 1993 nach einem Konzept des Ethnologen Peter Bretscher für die Öffentlichkeit.

Ortsführer

1
Beletage und Wohnräume19. Jahrhundert

Die Hauptetage bietet einen zur Straße hin gelegenen Parlor, ein separates Neben- bzw. Seitengeschoß, einen kombinierten Wohn- und Schlafraum sowie eine Küche im hinteren Bereich. Diese Räume zeigen das bürgerliche Familienleben um 1850 mit authentischen Einrichtungsgegenständen und Haushaltsutensilien.

2
Raum für den Künstler Hermann Knecht19.-20. Jahrhundert
Hermann Knecht

Ein spezieller Raum ist Hermann Knecht gewidmet, einem Maler aus Stein am Rhein. Zu sehen sind Reproduktionen seiner Werke sowie biografische Informationen.

3
Hinteres Gebäude – Stall und Wirtschaftsräume1712

Der hintere Gebäudeteil, der 1712 errichtet wurde, umfasst einen Stall für Kühe, Schweine und Hühner, eine Kammer für Bedienstete, eine Vorratslagerung für Getreide sowie einen Wagenremise und veranschaulicht so den landwirtschaftlichen Lebensstil, der mit dem bürgerlichen Haushalt verbunden war.

4
Speicher

Der Dachboden beherbergt Dinge, die nicht täglich genutzt werden – etwa Schlitten, veraltete Möbel und Holzvorräte. So erhält man Einblicke in die Haushaltsführung und die saisonalen Bedürfnisse der damaligen Zeit.

Kontakt

Telefon: 052 741 25 12