St. Pierre-Kathedrale

St. Pierre-Kathedrale

Genève

85/10090 min

Die St. Pierre-Kathedrale in Genf ist ein Wahrzeichen der protestantischen Kirche mit tiefen historischen Wurzeln bis ins 4. Jahrhundert zurück. Ursprünglich wurde sie auf den Ruinen eines römischen Heiligtums errichtet, wurde Sitz eines Bischofssitzes und ab etwa 1160 im gotischen Stil neu aufgebaut. Berühmt ist die Kathedrale vor allem mit John Calvin verbunden, der dort während der Reformation predigte und sie zu einer der führenden protestantischen Kirchen machte. Unter der Kathedrale liegt eine archäologische Stätte mit Überresten des Allobrogier-Stamms, darunter ein Fürstengrab aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Das Kircheninnere war einst reich verziert, wurde während der Reformation jedoch auf einen schlichten Stil zurückgeführt; erhalten blieb nur das Glasmalereifenster. Architektonisch vereint die Kathedrale romanische, gotische und neoklassizistische Elemente, darunter eine im 18. Jahrhundert hinzugefügte klassische Fassade. Sie beherbergt drei bedeutende Orgeln, die über mehrere Jahrhunderte reichen: Die große Metzler-Orgel wurde 1965 installiert. Besucher können die Türme an besonderen Vollmondnächten besichtigen und Panoramablicke auf Genf sowie die Umgebung genießen. Die Kathedrale ist bis heute ein Symbol für ökumenische Gastfreundschaft und veranstaltet gelegentlich katholische Messen – nach Jahrhunderten protestantischer Vorherrschaft.

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Tipp: Besuchen Sie die Kathedrale an den Vollmondnächten, um „The Nocturnes de St-Pierre“ zu erleben – einzigartige Panoramablicke von den Türmen. Planen Sie den Ticketkauf für den Zugang zu den Türmen am besten im Voraus ein, da die Verfügbarkeit begrenzt sein kann. Die besten Reisemonate sind der Frühling bis in den frühen Herbst hinein, wenn das Wetter angenehm ist. Möglicherweise gibt es Ermäßigungen für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Die Kathedrale ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und geführte Touren werden empfohlen, um die reiche Geschichte und Architektur voll zu würdigen.

Interessante Fakten

  • Unter den Fundamenten der Kathedrale befindet sich ein Grab aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. eines antiken Allobrogier-Fürsten.
  • Der deutsche Maler Konrad Witz schuf 1444 für die Kathedrale das „St. Peter Altarpiece“ und zeigte dabei die früheste bekannte topografisch genaue Landschaft in der westlichen Kunst.
  • Die 1965 installierte große Metzler-Orgel ist die vierte große Orgel in der Geschichte der Kathedrale und bewahrt Register früherer Instrumente, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen.
  • Nach fast 485 Jahren wurde im März 2022 wieder eine katholische Messe in der Kathedrale gefeiert – als Zeichen ökumenischer Gastfreundschaft.
  • Die Kathedrale hat drei Rohrorgeln aus unterschiedlichen Epochen, darunter eine Chororgel aus dem Jahr 1972 und eine Kapellenorgel aus dem 19. Jahrhundert.

Geschichte

Der Ort der St.

Pierre-Kathedrale ist seit dem 4.

Jahrhundert ein religiöses Zentrum: Damals wurde das erste christliche Bauwerk auf den Ruinen eines römischen Heiligtums errichtet.

1160

Um 1160 begann der Bau der heutigen Kathedrale im gotischen Stil unter Bischof Arducius de Faucigny.

1535

Die Reformation im Jahr 1535 markierte einen Wendepunkt: Die Kathedrale wurde zur Hauptkirche der Protestantischen Kirche von Genf, geführt von John Calvin, der hier 23 Jahre lang predigte.

Im 18.

Jahrhundert wurde eine neoklassizistische Fassade hinzugefügt.

Archäologische Ausgrabungen haben frühere Bauten sowie ein Fürstengrab der Allobrogier unter der Kathedrale zutage gefördert und so ihre lang anhaltende geistliche Bedeutung unterstrichen.

Ortsführer

1
Archäologische Stätte1. Jahrhundert v. Chr.

Unter der Kathedrale gelegen, zeigt diese Stätte Reste aus der Römerzeit sowie ein Allobrogier-Fürstengrab aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.; so wird die antike Geschichte von Genf sichtbar.

2
Hauptschiff der Kathedrale und Innenraum12.-14. Jahrhundert

Das große kreuzförmige gotische Langhaus besitzt einen schlichten Innenraum, der während der Reformation von 1535 ohne die üblichen Dekorationen belassen wurde – im Kontrast zu typischen katholischen Kirchen. Erhalten sind originale Mosaike aus dem 4. Jahrhundert sowie Glasmalereifenster.

3
Neoklassizistische Hauptfassade18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert ergänzt, bietet dieser klassische Portikus eine Front zur gotischen Kathedrale – und verbindet Stile sowie spätere Entwicklungen in der Baugeschichte.

4
Die große Metzler-Orgel1965
Metzler & Söhne, Poul-Gerhard Andersen

1965 installiert und von Metzler & Söhne entworfen, verfügt diese Orgel über 67 Register und vier Manuale; sie verbindet traditionelle mechanische Spieltraktur mit elektrischer Registertraktur. Das Gehäuse wurde von Poul-Gerhard Andersen gestaltet, um die Architektur des Langhauses zu ergänzen.

5
Kapelle der Makkabäer (Makkabäer-Kapelle)1400-1405
Cardinal de Brogny

Eine Seitenkapelle, die zwischen 1400 und 1405 im Flamboyant-Gotik-Stil errichtet wurde, später im späten 19. Jahrhundert restauriert. Sie besticht durch eine reiche skulpturale Ausstattung an den Kapitellen.

6
Türme und Panoramablicke

Besucher können an besonderen Vollmondnächten die Türme der Kathedrale besteigen, um Panoramablicke auf Genf und die umliegende Landschaft zu genießen – ein Ereignis, das unter dem Namen „The Nocturnes de St-Pierre“ bekannt ist.

Kontakt

Telefon: 022 311 75 75