
Chemin de la Grandfey Suspension Bridge
Freiburg
Der Grandfey-Viadukt zählt zu den größten und zugleich historisch bedeutendsten Eisenbahnbrücken der Schweiz und liegt in der Nähe von Freiburg. Die Brücke wurde ursprünglich zwischen 1857 und 1862 errichtet, überspannt das Saane-Tal auf 343 Metern Länge und steigt 82 Meter über das Tal auf. Sie wurde als zweigleisige Eisenfachwerkbrücke konzipiert, die auf massiven Steinpfeilern ruht; besonders ist, dass innerhalb der Konstruktion ein Fußgänger- und leichter Verkehrsweg integriert ist. Dieses technische Meisterwerk war die erste Brücke, bei der der innovative Auslegerbau (Cantilever) vom Ingenieur Ferdinand Mathieu zum Einsatz kam, um den Bau der eisernen Pfeiler zu ermöglichen. Aufgrund zunehmender Zuggewichte wurde die Brücke 1892 auf einen einzigen Gleisstrang umgebaut und später von 1925 bis 1927 mit Betonbögen verstärkt—entwickelt im Zuge der Beratung durch den renommierten Ingenieur Robert Maillart. Die Verstärkung erhielt das ursprüngliche Eisenfachwerk, indem es in Beton eingebettet wurde, und schuf so eine markante, doppelbogige klassizistische Form. Der Viadukt markiert außerdem die sprachliche Grenze zwischen der französisch- und der deutschsprachigen Schweiz und steht damit für ein kulturelles wie technisches Wahrzeichen. Heute bietet der unter den Gleisen verlaufende Fußweg Besuchern einen ganz besonderen Blickwinkel, um die Höhe der Brücke zu erleben und die Vibrationen vorbeifahrender Züge zu spüren—ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer gleichermaßen.
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Tipp: Besuchen Sie den Grandfey-Viadukt bei Tageslicht, um die besten Aussichten zu haben und um eine sicherere Querung für Fußgänger zu gewährleisten. Der Fußweg unterhalb der Bahn ist zugänglich und bietet ein einzigartiges Erlebnis der Konstruktion sowie des umliegenden Saane-Tals. Planen Sie Ihren Besuch gern mit nahegelegenen Wander- oder Radwegen ein. Tickets müssen Sie nicht kaufen, da der Fußgängerdurchgang frei zugänglich ist. Vor allem bei Zugbegegnungen macht der Ort richtig Eindruck: Wenn die Vibrationen und Geräusche den technischen Anspruch unterstreichen.
Interessante Fakten
- •Der Grandfey-Viadukt war die erste Brücke, die die Auslegerbau-Konstruktion von Ferdinand Mathieu nutzte. So konnten die eisernen Träger während des Baus über das Tal hinausgeschoben werden.
- •Die Brücke überspannt die sprachliche Grenze (Röstigraben) zwischen dem französischsprachigen und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz.
- •Das ursprüngliche Eisenfachwerk der Brücke aus dem 19. Jahrhundert wurde wiederverwendet und bei der Verstärkung von 1925 bis 1927 in Beton eingebettet—eine bemerkenswerte Ingenieursleistung.
- •Der Fußweg innerhalb der Brückenkonstruktion wurde so angelegt, dass leichter Landverkehr das ansonsten unpassierbare Saane-Tal überqueren kann.
- •Der Viadukt beeinflusste das Design des Viaduc de Busseau in der Schweiz sowie des Malleco-Viadukts in Chile.
Geschichte
Der Grandfey-Viadukt wurde zunächst von 1857 bis 1862 von der Bahnlinie Lausanne–Fribourg–Bern errichtet; geplant wurde er von einer Ingenieurkommission, zu der unter anderem Leopold Blotnitzki und Ferdinand Mathieu gehörten.
Er war eine der ersten großen Eisenfachwerkbrücken in der Schweiz und machte mit neuen Bauverfahren auf sich aufmerksam—darunter Mathieus Auslegerbau-Methode.
1892 wurde die Brücke aufgrund schwererer Züge und aufgrund von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Betrieb mit einem Gleisstrang umgestellt.
Von 1925 bis 1927 verstärkten die Schweizerischen Bundesbahnen die Brücke mit Betonbögen auf Empfehlung von Ingenieur Robert Maillart, um die Elektrifizierung und schwerere Lokomotiven zu ermöglichen: Dabei wurde das ursprüngliche Eisenfachwerk in Beton eingebettet und die klassizistische Architekturform weiterentwickelt.
Besonders war, dass der Zugverkehr während der Modernisierung durchgehend aufrechterhalten werden konnte.
Später führte der Bau des Schiffenen-Staudamms im Jahr 1964 dazu, dass der untere Teil des Viadukts in dem entstehenden Staubecken versank.
Ortsführer
Originale Eisenfachwerk-Konstruktion1857-1862
Das Eisenfachwerk aus dem 19. Jahrhundert besteht aus sechs massiven Steinpfeilern, die eiserne Fachwerkträger und -pfosten tragen. Es zeigt wegweisende Ingenieur- und Bautechniken des 19. Jahrhunderts.
Betonverstärkung und Bögen1925-1927
Zwischen 1925 und 1927 wurde die ursprüngliche Eisenkonstruktion in Betonbögen eingebettet, die im Melan-System ausgelegt waren—beraten von Ingenieur Robert Maillart. So konnte der Viadukt für elektrifizierte und schwerere Züge gestärkt werden.
Fußgängerdurchgang
Ein Gehweg unter den Gleisen ermöglicht es Fußgängern und Radfahrern, das Saane-Tal sicher zu überqueren. So entstehen beeindruckende Aussichten und das einzigartige Erlebnis, die Vibrationen vorbeifahrender Züge zu spüren.