
Vidin Synagoge
Vidin
Die Vidin Synagoge befindet sich im Viertel Kaleto in Vidin, unweit der Festung Baba Vida und des Flusses Donau. Sie war eine ehemalige orthodox-jüdische Synagoge und wurde 1894 fertiggestellt. Sie war die zweitgrößte Synagoge in Bulgarien und bekannt für ihre vielseitige Architektur, die Einflüsse des Romanik-Revival, Rundbogenstils, Jugendstils, des Romantik-Revival und des Neoklassizismus vereint – inspiriert von der Dohány-Straßen-Synagoge in Budapest. Das Gebäude hat ein großes Fassadenbogenmotiv, vier Ecktürme und einen Altar, der vom tschechischen Bildhauer Max Werich gefertigt wurde. Zunächst entstand sie an der Stelle früherer Synagogen, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, und bot bis zu 1.000 Gläubigen Platz, bis zum Zweiten Weltkrieg. Danach wurde sie entweiht und anschließend verlassen, nachdem die jüdische Gemeinde von Vidin nach Israel auswanderte (Alija). Nach Jahrzehnten in Ruinen und Schäden durch ein Erdbeben im Jahr 1976 begannen die Restaurierungsarbeiten 1983, kamen jedoch zum Stillstand, bis 2021 eine vollständige Rekonstruktion mit EU- und nationalen Mitteln gestartet wurde. Im September 2023 öffnete sie als Jules Pascin Kulturzentrum wieder – zu Ehren des in Vidin geborenen jüdischen Malers – und beherbergt heute eine Reihe künstlerischer und kultureller Veranstaltungen, darunter Konzerte, Ausstellungen und Seminare in einem Saal für 180 Besucher.
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Tipp: Besucher werden gebeten, ihren Besuch in die Zeit zwischen Anfang September und Ende September zu legen, wenn das Kulturzentrum kostenlosen Eintritt bietet und vielfältige künstlerische Veranstaltungen veranstaltet. Für Konzerte und Ausstellungen wird eine vorherige Ticketbuchung empfohlen. Das Zentrum bietet ein lebendiges Kulturprogramm, das sowohl Einheimische als auch Touristen anspricht. Die barrierearmen Einrichtungen befinden sich in der Nähe wichtiger historischer Sehenswürdigkeiten in Vidin. Den offiziellen Website-Eintrag für Veranstaltungstermine und mögliche Rabatte für Gruppen oder kulturell Teilnehmende prüfen.
Interessante Fakten
- •Die Vidin Synagoge war die zweitgrößte Synagoge in Bulgarien nach der Sofia Synagoge.
- •Die Gestaltung ließ sich von der Dohány-Straßen-Synagoge in Budapest inspirieren und kombiniert mehrere Stile, darunter Jugendstil und Neoklassizismus.
- •Der Altar wurde von Max Werich geschaffen, einem tschechischen Bildhauer, der in Vidin ansässig war.
- •Vor dem Zweiten Weltkrieg konnte die Synagoge bis zu 1.000 Gläubige aufnehmen.
- •Das Gebäude wurde aufgegeben und etwa vier Jahrzehnte lang in Ruinen belassen, bevor die Rekonstruktionsarbeiten wiederaufgenommen wurden.
- •Heute ist sie Jules Pascin gewidmet, einem bedeutenden jüdischen Maler, der in Vidin geboren wurde.
- •Die Synagoge wurde 2004 in die World Monuments Watch aufgenommen – wegen ihrer kulturellen Bedeutung und ihres gefährdeten Zustands.
Geschichte
Die ursprüngliche Synagoge an diesem Standort wurde 1789 zerstört und 1839 wiederaufgebaut, bevor sie im Zuge des Russisch-Türkischen Krieges beschädigt wurde.
Die Fundamente des heutigen Gebäudes wurden 1890 gelegt und 1894 vom Oberrabbiner Moritz Grünwald in Bulgarien geweiht.
Sie diente als Ort des Gottesdienstes bis zum Zweiten Weltkrieg, danach führte die Emigration der jüdischen Gemeinde zur Aufgabe der Synagoge.
Das Gebäude verfiel stark durch Vernachlässigung und ein Erdbeben im Jahr 1976.
Die Restaurierungsarbeiten begannen 1983, wurden jedoch nach 1989 gestoppt.
2004 wurde es in die World Monuments Watch aufgenommen.
Der Besitz ging 2017 auf die Gemeinde (Municipality) von Vidin über, und die vollständige Wiederherstellung begann 2021.
Die Synagoge wurde 2023 als Kulturzentrum wiedereröffnet und ehrt Jules Pascin.
Ortsführer
Hauptfassade und Türme1894
Die imposante Fassade der Synagoge zeigt ein großes Bogenmotiv und vier Ecktürme mit Rundbogenfenstern und dekorativen Eisenarbeiten – inspiriert von der Dohány-Straßen-Synagoge in Budapest. Der Haupteingang wird von einem halbkreisförmigen Bogen gekrönt; darüber befindet sich ein rundes Fenster mit einem sechsstrahligen Stern-Gitter.
Gebetssaal1894
Der Gebetssaal ist eine dreischiffige Basilika: Das Mittelschiff ist mit einem gerippten zylindrischen Gewölbe überdacht, während die Seitenschiffe Kreuzgewölbe besitzen, die blau gestrichen sind. Außerdem sind sie mit bronzenen sechsstrahligen Sternen verziert. Im Inneren stehen Säulen aus gegossenem Bronze mit Sockeln und kubischen Kapitellen im Stil der Kleinasiens (Asia Minor). Sie sind mit Spiralen, Palmetten und Akanthusblättern dekoriert.
Altar1894
Der Altar, der vom tschechischen Bildhauer Max Werich gebaut wurde, steht auf einem Podest in der Apsis und ist reich verziert in Blau, Weiß, Rot und Bronze. Er spiegelt die Architektur antiker jüdischer Tempel wider: mit einem zentralen Teil, zwei Türmen, Bögen und Säulen – obenauf ein Symbol für die Sonne.
Kontakt
Telefon: 087 765 3360