
Rappenlochschlucht
Vorarlberg
Die Rappenlochschlucht, gelegen im Ebnit-Tal nahe Dornbirn in Vorarlberg, Österreich, ist die größte Schlucht Mitteleuropas und erstreckt sich über etwa 500 Meter. Die Schlucht wurde vom Fluss Dornbirner Ach ausgearbeitet, der zunächst nach Norden fließt und sich dann durch Dornbirn nach Westen wendet. Sie verfügt über abenteuerliche Holzstege und Brücken, die es Besuchern ermöglichen, die markanten Felswände und Wasserfälle sicher zu erkunden. Berühmt ist die Schlucht für ihre einzigartigen geologischen Formationen, die während der späten Würm-Eiszeit entstanden sind: Schichten aus Mergel und Kalkstein, die auf 100 bis 130 Millionen Jahre zurückgehen. Historisch war die Schlucht ein wichtiger Durchgang: Die erste Brücke wurde 1791 gebaut, um Dornbirn mit der Walser Siedlung Ebnit zu verbinden. Zum Gebiet gehören außerdem das historische Staufensee-Reservoir sowie das Wasserkraftwerk Ebensand, das seit 1891 in Betrieb ist. Die Rappenlochschlucht ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Naturliebhaber und verbindet natürliche Schönheit, technisches Erbe und kulturelle Veranstaltungen. Die dramatische Landschaft der Schlucht wurde zudem für künstlerische Installationen und Events genutzt und trägt so zu ihrer kulturellen Bedeutung bei.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Rappenlochschlucht ist von spätem Frühjahr bis in den frühen Herbst, wenn die Holzstege vollständig zugänglich sind und der Wasserfluss am eindrucksvollsten ist. Aufgrund unebener Wege und gelegentlich nasser Stellen sollten Besucher festes Schuhwerk tragen. Es empfiehlt sich, die offizielle Website auf vorübergehende Sperrungen oder Wartungsarbeiten zu prüfen, insbesondere nach starkem Regen oder während des Winters. Tickets für geführte Touren oder besondere Veranstaltungen lassen sich oft im Voraus buchen, um sicher einen Platz zu bekommen. Ermäßigungen sind möglicherweise für Familien, Senioren und Gruppen verfügbar. Die nahegelegene Seilbahn Karrenseilbahn ermöglicht einen bequemen Zugang zu höheren Wegen und Aussichtspunkten und bereichert so das Wandererlebnis.
Interessante Fakten
- •Die Rappenlochschlucht ist die größte Schlucht Mitteleuropas und ist etwa 500 Meter lang.
- •Die Schlucht beherbergt eine der ältesten Bogenstaumauern in Vorarlberg, die Rappenlochschluchtsperre, die 1829 gebaut wurde.
- •Das Wasserkraftwerk Ebensand, seit 1891 in Betrieb, nutzt bis heute Wasser aus der Schlucht.
- •Die geologischen Schichten der Schlucht reichen 100 bis 130 Millionen Jahre zurück und stammen aus der Kreidezeit.
- •Eine einzigartige künstlerische Installation des lokalen Künstlers Martin E. Greil zeigte einst am Eingang der Schlucht eine Drahtskulptur und erregte dadurch viel Aufmerksamkeit.
Geschichte
Die Rappenlochschlucht entstand am Ende der Würm-Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren, als ein Vorgänger der Dornbirner Ach durch die Mergel- und Kalksteinberge der Region Bregenzerwald schnitt.
Die erste Brücke, die die Schlucht überquerte, wurde 1791 errichtet und ermöglichte eine Straße zur Walser Siedlung Ebnit.
Nachdem ein Brand 1845 die ursprüngliche Holzbrücke zerstört hatte, wurde sie durch eine weitere überdachte Holzbrücke ersetzt.
Das Staufensee-Reservoir und die dazugehörige Rappenlochschluchtsperre wurden 1829 gebaut und im späten 19.
sowie im 20.
Jahrhundert erweitert, um die Stromerzeugung durch Wasserkraft zu unterstützen.
Das Kraftwerk Ebensand wurde 1891 gegründet; das Wasser wurde über eine genietete Stahl-Druckleitung zugeführt, die durch die Schlucht verläuft.
1905 wurde die Schlucht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – mit Wegen und Brücken für Wanderer.
1950 wurde die Holzbrücke durch eine Steinbogenbrücke ersetzt.
Die Schlucht hat Schäden durch Überschwemmungen und Steinschläge erlitten, unter anderem 2005 und 2011, wodurch Reparaturen und zeitweise Sperrungen erforderlich wurden.
Ortsführer
Holzstege und Brücken1905
Diese abenteuerlichen Fußwege und Brücken ermöglichen es Besuchern, die steilen Felswände und Wasserfälle der Schlucht sicher zu erkunden. So erhält man besonders nahen Einblick in die dramatischen Felsformationen und in den darunter rauschenden Fluss.
Staufensee-Reservoir und Rappenlochschluchtsperre-Damm1829
Am Eingang der Schlucht gelegen, schafft diese historische Staumauer, die 1829 erbaut und im Laufe der Zeit erweitert wurde, das Staufensee-Reservoir – sie reguliert den Wasserfluss für die Stromerzeugung durch Wasserkraft.
Wasserkraftwerk Ebensand1891
Dieses Kraftwerk wurde 1891 gegründet und nutzt Wasser aus dem Staufensee-Reservoir. Eine genietete Stahl-Druckleitung verläuft durch die Schlucht, um die Turbinen anzutreiben.
Seilbahn Karrenseilbahn
Diese Seilbahn bringt Besucher in weniger als fünf Minuten bis auf 976 Meter Höhe. Sie eröffnet den Zugang zu Wanderwegen und bietet Panoramaausblicke oberhalb der Schlucht.
Kontakt
Telefon: 05572 22188