Lyab-i Hauz

Lyab-i Hauz

Buxoro

80/10090 min

Lyab-i Hauz bedeutet auf Persisch „bei dem Pool“ und ist in Bukhara (Usbekistan) ein seltener erhalten gebliebener Hauz-Pool aus dem frühen 17. Jahrhundert. Er bildet den Mittelpunkt eines außergewöhnlichen architektonischen Ensembles, zu dem die Kukeldash Madrasa (1568–1569) gehört – die größte der Stadt – sowie zwei von Nadir Divan-Beghi in Auftrag gegebene religiöse Gebäude: eine Khanqah (1620) für umherziehende Sufis und eine Madrasa (1622). Der Pool diente historisch als wichtiger Wasserquell und als sozialer Treffpunkt, beschattet von Maulbeerbäumen, die in der Hitze eine willkommene Abkühlung bieten. Die Kukeldash Madrasa besitzt traditionelle Majolika-Fassaden und 160 Zellen und fungiert heute teilweise als Museum. Die Khanqah ist vor allem wegen ihrer rechteckigen Kuppel, des schmalen Portals und der hervorragenden Akustik in ihrem Dhikr-Saal bekannt. Das Ensemble ist seit dem 17. Jahrhundert weitgehend unverändert geblieben und zählt zum UNESCO-Welterbe. Rund um den Pool finden sich Sommercafés, Läden und historische Sehenswürdigkeiten – Lyab-i Hauz ist damit das lebendige kulturelle Herz von Bukhara.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Lyab-i Hauz ist der späte Nachmittag und Abend, wenn der Bereich mit Einheimischen und Touristen lebendig wird und man die Cafés sowie das lebhafte Treiben genießen kann. In der empfohlenen Hochsaison sollte man Tickets für das Museum der Kukeldash Madrasa am besten im Voraus kaufen. Besucher profitieren von Kombitickets oder Ermäßigungen für Studierende und Gruppen. Bequeme Laufschuhe werden empfohlen, da sich das Ensemble und die umliegenden Straßen am besten zu Fuß erkunden lassen.

Interessante Fakten

  • Lyab-i Hauz ist einer der wenigen noch erhaltenen Hauz-Pools in Bukhara, nachdem viele während der Sowjetzeit aus gesundheitlichen Gründen zugeschüttet wurden.
  • Die Kukeldash Madrasa hatte im Laufe ihrer Geschichte verschiedene Funktionen – unter anderem als Karawanserei, Festung und sogar als Hinrichtungsstätte.
  • Die Khanqah von Nadir Divan-Beghi ist berühmt für ihre außergewöhnlichen akustischen Eigenschaften im Dhikr-Saal.
  • Der Name „Hauz-i Bazūr“ bedeutet „mit Gewalt gemachter Pool“ und verweist auf die komplizierten Verhandlungen und Ereignisse rund um den Erwerb des Grundstücks für den Pool.

Geschichte

1620

Lyab-i Hauz wurde um 1620 während der Herrschaft von Nadir Divan-Beghi errichtet, einem bedeutenden Wesir und Onkel von Emir Imam Quli Khan.

Der Standort war ursprünglich ein großes Grundstück, das einer jüdischen Witwe gehörte; rechtliche Schutzbestimmungen verhinderten den zwangsweisen Kauf, sodass es zu einem Kompromiss kam: Die Witwe tauschte ihr Land gegen ein anderes Grundstück ein, auf dem eine Synagoge entstand.

Dieser Pool, bekannt als Hauz-i Bazūr oder „mit Gewalt gemachter Pool“, wurde zum Mittelpunkt des Ensembles, zu dem die in der späten 16.

Jahrhundert erbaute Kukeldash Madrasa sowie die Khanqah und Madrasa von Nadir Divan-Beghi aus dem frühen 17.

Jahrhundert gehören.

Über die Jahrhunderte hinweg haben der Ort seine architektonische Substanz und seine kulturelle Bedeutung weitgehend bewahrt.

Ortsführer

1
Kukeldash Madrasa1568–1569

Das älteste Gebäude des Ensembles wurde 1568–1569 errichtet und verfügt über 160 Studentenzellen, die um einen zweiiwanigen Innenhof angeordnet sind. Die Fassade ist mit traditioneller blauem Majolika-Fliesenarbeit sowie arabischen Inschriften verziert. Historisch war das Gebäude vielseitig nutzbar und beherbergt heute kulturelle Veranstaltungen sowie ein Museum, das lokalen Schriftstellern gewidmet ist.

2
Khanqah of Nadir Divan-Beghi1619–1620
Nadir Divan-Beghi

Dieses rechteckige kuppelbedeckte Gebäude wurde 1619–1620 errichtet und diente als Sufi-Lodge. Es verfügt über ein markantes schmales Hauptportal, zwei seitliche Eingänge sowie einen Dhikr-Saal mit hervorragender Akustik. Die Innenwände haben Stuck-Nischen, und die Fassade ist mit floralen sowie epigraphischen Ornamenten gestaltet. Die Khanqah war ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum.

3
Madrasa of Nadir Divan-Beghi1622–1623
Nadir Divan-Beghi

Die von dem Wesir Nadir Divan-Beghi 1622–1623 erbaute Madrasa war ursprünglich als Karawanserei gedacht und wurde später in eine Bildungseinrichtung umgewandelt. Ihre reich verzierte Fassade schöpft Inspiration aus der Sher-Dor Madrasa in Samarkand; sie zeigt Motive wie Vögel, die Glück symbolisieren – statt Löwen.