
Nationalmuseum von Damaskus
Dimashq
Mitten in Damaskus gelegen, ist das Nationalmuseum von Damaskus die wichtigste Kultureinrichtung des Landes. Es wurde 1919 während des Arabischen Königreichs von Syrien gegründet. Es beherbergt eine umfangreiche Sammlung über mehr als 11 Jahrtausende syrischer Geschichte – darunter Funde von bedeutenden archäologischen Stätten wie Mari, Ebla und Ugarit. Zu den Highlights zählen die rekonstruierten Dura-Europos-Synagoge aus dem Jahr 245 n. Chr., bekannt für ihre lebendigen Wandmalereien und Fresken, sowie Skulpturen und Textilien aus Palmyra. Außerdem bewahrt das Museum das älteste bekannte Alphabet der Welt auf: das ugaritische Alphabet, das auf Tontafeln eingraviert ist. Das Museumsgebäude selbst zeigt die rekonstruierten Frontwände des umayyadischen Palastes von Qasr al-Hayr al-Gharbi – sie bilden den repräsentativen Eingang. Im Laufe der Jahrzehnte ist das Museum gewachsen und umfasst heute unter anderem Hallen zur islamischen Zeit, zur Alt- und Jungsteinzeit sowie zeitgenössische syrische Kunst. Trotz der Herausforderungen während des Syrischen Bürgerkriegs – mit zeitweisen Schließungen und Sicherheitsrisiken – hat das Museum seine umfangreiche Sammlung geschützt und bleibt ein zentraler Ort für Syriens reiches archäologisches und kulturelles Erbe.
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Tipp: Besucher werden gebeten, den Öffnungsstatus des Museums zu prüfen, da es gelegentlich aufgrund regionaler Instabilität zu Schließungen kommt. Die beste Zeit für einen Besuch sind die kühleren Monate, damit man die umfangreichen Ausstellungen entspannt erkunden kann. Wenn möglich, empfiehlt sich der Vorverkauf von Tickets. Fragen Sie außerdem nach möglichen Ermäßigungen für Studierende oder Gruppen. Geführte Touren können helfen, die vielfältigen Sammlungen des Museums besser zu verstehen. Die Fotografierregeln sollten vor Ort bestätigt werden.
Interessante Fakten
- •Das Museum beherbergt über 5.000 Keilschrifttafeln – darunter das früheste bekannte Alphabet: die ugaritische Schrift.
- •Die Dura-Europos-Synagoge, datiert auf 245 n. Chr., wurde in den 1930er-Jahren abgebaut und nach Damaskus verlegt. Besonders bemerkenswert sind ihre seltenen und lebendigen Fresken.
- •Der Eingang des Museums zeigt die Frontwände des umayyadischen Palastes Qasr al-Hayr al-Gharbi aus dem 8. Jahrhundert – aus der Syrischen Wüste hierhergebracht.
- •Während des Syrischen Bürgerkriegs wurden über 300.000 Fundstücke an geheimen Orten versteckt, um sie vor Plünderung und Zerstörung zu schützen.
- •2025 wurden sechs Marmorstatuen aus der römischen Kaiserzeit aus dem Museum gestohlen, was eine Sicherheitsüberprüfung auslöste.
Geschichte
Das Nationalmuseum von Damaskus wurde 1919 gegründet.
Zunächst war es in der Al-Adiliyah Madrasa untergebracht, bevor es in das heutige Gebäude umzog, das 1936 in der Nähe der Sulaymaniyya Takiyya errichtet wurde.
Der Haupteingang des Museums zeigt die rekonstruierten Frontfassaden des umayyadischen Palastes Qasr al-Hayr al-Gharbi, die aus der Syrischen Wüste hierher gebracht wurden.
Die offizielle Eröffnung des heutigen Museumsgebäudes erfolgte 1950.
Weitere Ausbauten folgten: 1953 ein dreistöckiger Flügel für Exponate der islamischen Zeit und zeitgenössische syrische Kunst, 1963 ein Vortragsraum und eine Bibliothek sowie zusätzliche Erweiterungen 1974 und 2004, um Ausstellungen aus der Alt- und Jungsteinzeit zu beherbergen.
Während des Syrischen Bürgerkriegs musste das Museum zeitweise schließen, um seine Sammlung zu schützen.
2018 öffnete es teilweise wieder und Anfang 2025 erneut, nachdem entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden waren.
Ortsführer
Dura-Europos-Synagoge245 AD
Eine rekonstruierte Synagoge aus dem 3. Jahrhundert, bekannt für ihre außergewöhnlich erhaltenen farbenfrohen Wandmalereien und Fresken mit biblischen Szenen. Stück für Stück wurde sie in den 1930er-Jahren von Dura-Europos nach Damaskus verlegt.
Umayyadische Palastfassade (Qasr al-Hayr al-Gharbi)8th century
Der Haupteingang des Museums wird aus den rekonstruierten Frontwänden der umayyadischen Wüstenpalastes Qasr al-Hayr al-Gharbi aus dem 8. Jahrhundert gebildet. Ursprünglich befand sich der Palast etwa 80 km südlich von Palmyra.
Tontafeln mit dem ugaritischen Alphabetcirca 1400 BCE
Tontafeln mit dem vermutlich weltweit frühesten bekannten Alphabet. Sie wurden in der antiken Stadt Ugarit entdeckt und zeigen die Anfänge der geschriebenen Sprache.
Skulpturen und Textilien aus Palmyra
Fundstücke aus dem zentralen Palmyra-Gebiet – darunter Skulpturen und Textilien –, die die kulturelle Vielfalt dieser antiken Handelsstadt veranschaulichen.
Kontakt
Telefon: 011 545 4541