
Solkan-Brücke
Gorizia
Die Solkan-Brücke, nahe Nova Gorica im westlichen Slowenien gelegen, ist als längste Steinbogen-Eisenbahnbrücke der Welt bekannt. Besonders eindrucksvoll ist die Feldweite des Bogens von 85 Metern. Die zwischen 1900 und 1905 errichtete Brücke war Teil der Bohinj-Eisenbahn und steht beispielhaft für Ingenieurkunst und architektonische Exzellenz des frühen 20. Jahrhunderts. Entworfen vom Architekten Rudolf Jaussner und dem Ingenieur Leopold Oerley, besteht die Brücke aus 4.533 Steinblöcken, die aus regionalen Steinbrüchen stammen. Ursprünglich als Stahlbogen geplant, wurde das Design aufgrund der Bodenverhältnisse auf einen Steinbogen umgestellt. Die Brücke erlebte bedeutende historische Ereignisse: Sie wurde im Ersten Weltkrieg von österreichischen Truppen zerstört und anschließend in den 1920er-Jahren von Italienern wieder aufgebaut. Trotz sechs alliierter Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg blieb der Schaden gering, und die Brücke ist bis heute ein Symbol für das technische Erbe. Heute wird die Brücke vor allem für ihre elegante Steinbauweise, ihre historische Bedeutung und ihre markante Präsenz über der Soča gefeiert – besonders, wenn sie nachts illuminiert ist.
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Tipp: Besucher sollten die Solkan-Brücke im Zeitraum von spätem Frühling bis frühem Herbst aufsuchen, um die besten Wetter- und Lichtverhältnisse zu haben. Eine Vorausplanung wird empfohlen, da die Brücke ein beliebtes Ausflugsziel ist. Zwar wird kein Eintritt verlangt, doch vor Ort könnten geführte Rundgänge und Informationsmaterial verfügbar sein. Die benachbarte Straßenbrücke, die 1985 gebaut wurde, bietet zusätzliche Perspektiven für Fotos. Ein Abendbesuch lohnt sich besonders, wenn die Brücke beleuchtet ist.
Interessante Fakten
- •Die Solkan-Brücke hält den Weltrekord für die längste Steinbogen-Eisenbahnbrücke mit einer Spannweite von 85 Metern.
- •Sie wurde mit 4.533 einzelnen Steinblöcken gebaut, von denen einige bis zu 0,7 Kubikmeter wogen.
- •Die Brücke überstand im Zweiten Weltkrieg sechs alliierte Luftangriffe mit nur minimalen Schäden.
- •Im Ersten Weltkrieg wurde die Brücke von zurückweichenden österreichischen Truppen mit 930 Kilogramm Sprengstoff zerstört.
- •Die Brücke wurde 1906 vom österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand eingeweiht, der während der Eröffnungsfeier auf der Brücke anhielt.
Geschichte
Die Solkan-Brücke wurde zwischen 1900 und 1905 im Zuge der Bohinj-Eisenbahn errichtet, die Triest und Wien verbindet.
Offiziell eröffnet wurde sie 1906, wobei der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand anwesend war.
Im August 1916 zerstörten österreichische Soldaten die Brücke im Ersten Weltkrieg, um gegnerische Kräfte aufzuhalten.
Eine provisorische Stahlkonstruktion ersetzte sie, bis Italiener die Steinbrücke von 1925 bis 1927 wiederaufbauten und das Design leicht veränderten: statt fünf gab es vier Unterbögen.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Brücke trotz mehrerer Bombenangriffe nur minimalen Schaden.
1985 wurde eine nahe gelegene Beton-Straßenbrücke ergänzt, um die regionale Anbindung zu verbessern.
Ortsführer
Hauptbogen aus Stein1904-1905
Das zentrale und prägende Element der Brücke: Der mächtige Steinbogen mit 85 Metern überspannt die Soča mit bemerkenswerter Eleganz und wurde aus präzise eingefassten Kalksteinblöcken errichtet.
Seitliche Viadukte1904-1905
Die Viadukte an beiden Enden der Brücke tragen die Bahnstrecke und wurden von dem italienischen Unternehmen Sard, Lenassi & Co. errichtet. Sie ergänzen den Hauptbogen und tragen zur Stabilität und zur Gesamtwirkung der Brücke bei.
Rekonstruierter Bogen (1925-1927)1925-1927
Nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg wurde die Brücke von Italienern wiederaufgebaut – mit einem etwas schlankeren Bogen und nur vier Unterbögen. Dafür verwendeten sie Steinblöcke aus mehreren Steinbrüchen sowie Zement aus der Zementfabrik Anhovska.
Kontakt
Telefon: (05) 330 46 00