Stadtmauer von Visby

Stadtmauer von Visby

Gotlands län

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Die Stadtmauer von Visby, lokal auch als Visby ringmur bekannt, ist eine mittelalterliche Verteidigungsmauer, die die Altstadt von Visby auf der schwedischen Insel Gotland umgibt. Sie erstreckt sich über etwa 3,4 Kilometer und ist an manchen Stellen bis zu 11 Meter hoch. Ursprünglich verfügte die Mauer über 29 massige (Boden-)Türme und 22 oder 23 Satteltürme; heute sind noch 27 massige Türme und neun Satteltürme erhalten. Der älteste Teil der Mauer ist das Kruttornet – ein freistehender Verteidigungsturm, der um 1160–1161 errichtet wurde. Damit ist es das älteste erhaltene profane Bauwerk in den nordischen Ländern. Der Bau der Mauer erfolgte vor allem im 13. Jahrhundert; größere Erweiterungen und Verstärkungen fanden im späten 13. sowie im frühen 14. Jahrhundert statt. Dazu gehörte der Einbau großer massiger Türme und das Anheben der Mauer um drei bis vier Meter in den 1350er-Jahren. Die Mauer spielte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Stadt – unter anderem im 1288 ausgebrochenen Bürgerkrieg auf Gotland und bei der Eroberung Visbys im Jahr 1361 durch Valdemar Atterdag. Er durchbrach die Mauer symbolisch, um in Visby einzuziehen. Ihre militärische Bedeutung ging im 18. Jahrhundert zurück, doch sie blieb als Zollschranke und historisches Denkmal bestehen. Umfangreiche Restaurierungen im späten 19. Jahrhundert haben den beeindruckenden Zustand der Mauer bewahrt. So ist sie zu einem prägenden Merkmal von Visbys mittelalterlichem Erbe geworden und ein wesentlicher Grund für den UNESCO-Welterbestatus. Besucher können auf Teilen der Mauer entlanggehen, einige ihrer Türme besteigen und sich historische Orte wie Jungfrutornet und Sankt Göransporten ansehen – so erhalten sie Einblicke in die reiche Geschichte und die Legenden der Stadt.

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Tipp: Die Stadtmauer von Visby ist das ganze Jahr über für Besucher geöffnet und kostet nichts. Für das beste Erlebnis planen Sie Ihren Besuch in den wärmeren Monaten: Dann lässt sich die gesamte 3,4 km lange Mauer bequem zu Fuß erkunden und einige der Türme kann man gut erklimmen. Eintrittskarten sind zwar nicht erforderlich, aber geführte Touren können Ihr Verständnis für Geschichte und Legenden der Mauer vertiefen. Ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag bietet angenehmes Licht für Fotos und weniger Menschen. Tragen Sie bequeme Schuhe für lange Wege und achten Sie darauf, dass es stellenweise uneben ist. Um die Mauer auf eigene Faust zu erkunden, sind keine Reservierungen nötig.

Interessante Fakten

  • Das Kruttornet, der älteste Turm der Mauer, ist das älteste erhaltene profane Bauwerk in den nordischen Ländern und geht auf etwa 1160 zurück.
  • Ursprünglich hatte die Mauer 29 massige Türme und 22 oder 23 Satteltürme; heute sind noch 27 massige Türme und neun Satteltürme erhalten.
  • Valdemar Atterdag soll 1361 die Mauer symbolisch durchbrochen haben, um nach der Eroberung der Stadt Visby einzuziehen – ein Zeichen der Unterwerfung.
  • Die gesamte Länge der Mauer beträgt etwa 3,4 Kilometer. Damit gehört sie zu den längsten mittelalterlichen Stadtmauern Europas.
  • Teile der Mauer wurden in den 1350er-Jahren um drei bis vier Meter erhöht, um die Verteidigung zu verstärken.
  • Die Mauer trug wesentlich dazu bei, dass Visby als UNESCO-Welterbestätte anerkannt wurde.

Geschichte

Der Bau der Stadtmauer von Visby begann im 12.

1160

Jahrhundert mit dem Bau des Kruttornet um 1160–1161 als freistehenden Verteidigungsturm, der den mittelalterlichen Hafen schützte.

Die Hauptmauer wurde im späten 13.

1270

Jahrhundert errichtet, insbesondere zwischen 1270 und 1300 – zeitgleich mit dem Wachstum Visbys zu einer befestigten Stadt.

1288

In den 1350er-Jahren wurde die Mauer deutlich erweitert und erhöht, wodurch ihre Verteidigungskraft in einer unruhigen Zeit gestärkt wurde, die von Konflikten wie dem Bürgerkrieg 1288 und der dänischen Eroberung 1361 geprägt war.

Nachdem die Mauer im 18.

Jahrhundert ihre militärische Funktion verloren hatte, diente sie vor allem als Zollschranke.

Restaurierungsmaßnahmen in den 1880er-Jahren bewahrten die Mauer davor, zerstört zu werden, und sicherten ihr Überleben als historisches Denkmal bis in die Gegenwart.

Ortsführer

1
Kruttornet (Pulverturm)1160–1161

Der älteste und markanteste Turm der Stadtmauer von Visby, um 1160–1161 als freistehender Verteidigungsturm (kastal) zum Schutz des mittelalterlichen Hafens errichtet. Er diente bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Pulvermagazin und verfügt über einen hohen Eingang, der nur über eine Leiter erreichbar ist – für den Verteidigungszweck ausgelegt.

2
Jungfrutornet (Jungfrauenturm)15. Jahrhundert

Ein Turm aus dem 15. Jahrhundert, der von einer lokalen Legende umrankt ist. Er gilt als der Ort, an dem eine junge Frau zur Strafe für Verrat in einer historischen Auseinandersetzung lebendig eingemauert worden sein soll – im Zusammenhang mit einem Konflikt, an dem die Dänen beteiligt waren.

3
Sankt Göransporten (Tor des Heiligen Georg)

Ein Stadttor, das vor allem wegen eines noch in einer Schießscharte steckenden Schleudersteins auffällt – ein Hinweis auf historische Angriffe auf die Mauer.