Radegast-Station

Radegast-Station

Łódzkie

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Die Radegast-Station im Stadtteil Bałuty von Łódź in Polen ist ein historischer Bahnhof, der eng mit dem Holocaust verbunden ist. Zwischen 1926 und 1937 erbaut, wurde sie zum Umschlagplatz, von dem rund 200.000 Juden und andere verfolgte Gruppen aus dem Łódź-Ghetto und dem besetzten Europa in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Vernichtungslager wie Chełmno und Auschwitz deportiert wurden. Direkt außerhalb des Ghettos gelegen, war der Bahnhof ein grausamer Transitpunkt für die Zwangsdeportationen von Januar 1942 bis August 1944. Nach dem Krieg blieb das ursprüngliche hölzerne Bahnhofsgebäude erhalten und wurde später in eine Gedenkstätte umgewandelt sowie zu einer Außenstelle des Łódź Museum of Independence. Zum Gedenkstättenkomplex gehört ein von Czesław Bielecki entworfenes Denkmal mit dem eindringlichen 140-Meter-Tunnel der Deportierten, der die tragischen Reisen der Opfer symbolisiert. Heute steht die Radegast-Station als eindrückliche Erinnerung an die während des Holocaust begangenen Gräueltaten und als Lernort, der dazu dient, das Gedenken an die zu bewahren, die leiden mussten.

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Tipp: Besucher:innen wird empfohlen, die Gedenkstätte tagsüber zu besuchen, um einen möglichst vollständigen Zugang und Raum für Besinnung zu haben. Es ist ratsam, die offizielle Website des Museums für die Öffnungszeiten zu prüfen und – insbesondere bei Gedenkveranstaltungen – Tickets möglichst im Voraus zu kaufen. Vor Ort gibt es Bildungsmaterialien und geführte Touren, die das Verständnis des historischen Kontexts vertiefen. Für Studierende, Senior:innen und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Ein Besuch im späten August kann mit Gedenkzeremonien zusammenfallen, die an die Liquidation des Łódź-Ghettos erinnern, und so noch mehr Einblick in die Bedeutung des Ortes geben.

Interessante Fakten

  • Ungefähr 200.000 Juden sowie viele Roma, Sinti und Lalleri passierten die Radegast-Station auf dem Weg zu den Vernichtungslagern während des Holocaust.
  • Die Gedenkstätte hat einen 140 Meter langen Tunnel der Deportierten, der die erzwungene Reise der Opfer symbolisiert.
  • Während der deutschen Besatzung war der Bahnhof unter dem Namen „Verladebahnhof-Radegast“ oder „Marysin Station“ bekannt.
  • Der letzte Transport von der Radegast-Station startete am 29. August 1944 – damit markierte er die endgültige Liquidation des Łódź-Ghettos.
  • Das Denkmal wurde vom Architekten Czesław Bielecki entworfen und 2005 enthüllt.
  • Die Radegast-Station ist eine Außenstelle des Łódź Museum of Independence und widmet sich der Bewahrung der Geschichte des Ghettos und seiner Opfer.

Geschichte

1925

Ursprünglich zwischen 1925 und 1926 als Teil einer Bahnlinie zwischen Widzew und Zgierz errichtet, war die Station zunächst eine Güterumschlagstelle für den nahegelegenen Bereich Marysin.

1941

Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie ab 1941 von den deutschen Besatzungsbehörden als Umschlagplatz für das Łódź-Ghetto umfunktioniert.

Die Deportationen begannen am 16.

1942

Januar 1942: Zunächst wurden Juden vor allem in das Vernichtungslager Chełmno gebracht, später dann nach Auschwitz, während der letzten Liquidationsphase des Ghettos im Jahr 1944.

Nach dem Krieg blieb das Bahnhofsgebäude erhalten und wurde noch eine Zeit lang von der Bahn genutzt.

2004

2004 kulminierten die Bemühungen in der Schaffung eines Gedenkstättenkomplexes, der offiziell am 29.

2004

August 2004 eröffnet wurde – als Zeichen des 60.

Jahrestags der Zerstörung des Ghettos.

Seitdem ist das Mahnmal in weitere lokale Stätten des Gedenkens eingebunden und bildet gemeinsam mit ihnen einen umfassenden Komplex der Martyrologie.

Ortsführer

1
Gedenkmonument und Tunnel der Deportierten2005
Czesław Bielecki

Dieses Denkmal erinnert an die jüdischen Opfer, die aus dem Łódź-Ghetto deportiert wurden. Der 140 Meter lange Tunnel der Deportierten ist ein symbolischer Durchgang, der die erzwungenen Transporte in die Vernichtungslager darstellt und für Besucher:innen ein eindrückliches emotionales Erlebnis schafft.

2
Originales Bahnhofsgebäude1925-1926

Das erhaltene hölzerne Bahnhofsgebäude diente während der Deportationen als Betriebszentrum und beherbergt heute ein kleines Museum, das der Geschichte des Łódź-Ghettos und den mit der Radegast-Station verbundenen Ereignissen des Holocaust gewidmet ist.

Kontakt

Telefon: 42 620 05 90