
Deir el Qamar
Mont-Liban
Deir al-Qamar, im Distrikt Chouf im Libanongebirge (Mount Lebanon) gelegen, ist eine historische Stadt, die für ihre gut erhaltenen traditionellen Steinhäuser mit roten Ziegeldächern bekannt ist und eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Libanon spielte. Vom 16. bis 18. Jahrhundert diente sie als Hauptstadt und Wohnsitz des Emirats des Libanongebirges; zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die Fakhreddine-Moschee aus dem 15. Jahrhundert sowie die Paläste von Emir Fakhreddine II und Emir Yusuf Shihab. In der Geschichte des Libanon war die Stadt ein kulturelles und literarisches Zentrum: Sie spiegelt ein vielfältiges religiöses Erbe wider – mit Moscheen, Kirchen und einer Synagoge aus dem 17. Jahrhundert. Obwohl sie während des Bürgerkriegs von 1860 weitgehend zerstört wurde, konnte sie mit Unterstützung der Franzosen wieder aufgebaut werden; dabei blieb ihr historischer Charme erhalten. Die maronitische Kirche Our Lady of the Hill ist ein bedeutender religiöser Ort, verbunden mit einer lokalen Legende über einen Tempel, der dem Mond und Venus geweiht war. Heute ist Deir al-Qamar weiterhin ein lebendiges Symbol für die mehrkonfessionelle Vergangenheit des Libanon und sein architektonisches Erbe – und zieht Besucher an, die sich für Geschichte, Kultur und das traditionelle Leben in libanesischen Dörfern interessieren.
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Tipp: Die beste Zeit, um Deir al-Qamar zu besuchen, sind die Sommermonate – besonders Anfang August, wenn das Fest Our Lady of the Hill mit einer großen Prozession gefeiert wird. Besuchern wird empfohlen, die Stadt zu Fuß zu erkunden, um die steinerne Architektur und die historischen Stätten in Ruhe zu genießen. In der Hochsaison ist es ratsam, Tickets für die kommunalen Sehenswürdigkeiten im Voraus zu kaufen. Die Stadt bietet kulturelle Einblicke und gute Fotomotive – daher sind bequeme Schuhe zum Gehen und eine Kamera empfehlenswert.
Interessante Fakten
- •Deir al-Qamar war die Hauptstadt und der Wohnsitz des Emirats des Libanongebirges in der Zeit der Osmanen.
- •Hier befindet sich die älteste Moschee im Libanongebirge: die Fakhreddine-Moschee, erbaut 1493.
- •Die Stadt war die erste im Libanon, die eine offizielle Gemeinde einrichtete (1864).
- •Eine Synagoge aus dem 17. Jahrhundert steht bis heute im Ort, ist jedoch für die Öffentlichkeit geschlossen.
- •Die maronitische Kirche Our Lady of the Hill zeigt ein wunderbares, von dem italienischen Künstler Guerra gemaltes Bild – aus dem Jahr 1867.
Geschichte
Die frühesten Erwähnungen von Deir al-Qamar reichen bis in die Mitte des 13.
Jahrhunderts zurück – in der Zeit der Kreuzfahrer.
In den Jahren vom 16.
bis 18.
Jahrhundert erlangte die Stadt als Hauptstadt des Emirats des Libanongebirges unter der Dynastie der Ma'n große Bedeutung.
Deir al-Qamar war ein Zentrum der literarischen Tradition im Libanon und der religiösen Vielfalt: Hier gab es Moscheen, Kirchen und eine Synagoge.
1860 wurde die Stadt während eines Bürgerkriegs zwischen Drusen und Christen weitgehend zerstört, anschließend jedoch mit französischer Unterstützung wieder aufgebaut.
1864 wurde Deir al-Qamar als erstes Dorf im Libanon zur Gemeinde – ein Zeichen für seine Bedeutung in der lokalen Verwaltung.
Ortsführer
Fakhreddine-Moschee1493
Diese Moschee wurde 1493 von Emir Fakhr al-Din I erbaut. Sie ist die älteste Moschee im Libanongebirge und ein wichtiger historischer religiöser Ort.
Palast von Fakhreddine II17. Jahrhundert
Ein historischer Palast, der als Wohnsitz von Emir Fakhreddine II diente – einem bedeutenden Herrscher des Libanongebirges im 17. Jahrhundert.
Palast von Emir Yusuf Shihab18. Jahrhundert
Der Palast beherbergt heute den Municipal Council von Deir al-Qamar und spiegelt die administrative Geschichte der Stadt wider.
Kirche Our Lady of the Hill (Saydet El Talle)15. Jahrhundert
Eine maronitische Kirche aus dem 15. Jahrhundert, bekannt für ihr wunderwirkendes Bild, das der italienische Künstler Guerra 1867 gemalt hat – und für ihre Verbindung zu lokalen Legenden.