
Matsumoto-Schloss
Chubu Region
Das Matsumoto-Schloss, ursprünglich als Fukashi-Schloss bekannt, zählt zu den bedeutendsten historischen Burgen Japans und ist als National Treasure ausgewiesen. Es liegt in der Stadt Matsumoto in der Präfektur Nagano und ist besonders für seine gut erhaltenen Holzinnenräume sowie die schwarz lackierte Außenfassade bekannt, die ihm den Spitznamen „Crow Castle“ (Rabenburg) eingebracht haben. Anders als viele japanische Burgen, die auf Hügeln errichtet wurden, ist das Matsumoto-Schloss eine Burg im Flachland. Es ist von Wassergräben umgeben und wird von einem ausgeklügelten System aus Mauern und Torhäusern geschützt. Der Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbau (tenshukaku) stammt aus dem späten 16. Jahrhundert und gehört zu einer Burganlage, die insgesamt vier weitere Gebäude umfasst, die ebenfalls als National Treasure gelten. Während der Sengoku- und der Edo-Zeit spielte das Schloss eine wichtige Rolle als Sitz der Matsumoto-Domäne unter dem Tokugawa-Shogunat. Die komplexe Architektur vereint eine fünfstöckige, sechs Etagen umfassende Hauptburg (mit ineinander verbundenen kleineren Türmen) und verbindet dabei sowohl Verteidigungs- als auch Gestaltungselemente. Trotz Phasen von Vernachlässigung und der im Meiji-Zeitalter drohenden Demontage wurde das Schloss durch lokale Initiativen erhalten. Es erhielt in den frühen 1900er-Jahren sowie erneut nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreiche Renovierungen. Heute ist das Matsumoto-Schloss ein kulturelles Symbol und eine beliebte Touristenattraktion – besonders bekannt für seine stimmungsvollen Kirschblüten und die traditionelle japanische Burgarchitektur.
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Tipp: Besucher sollten ihren Aufenthalt am besten im Frühling einplanen, wenn die spektakulären Kirschblüten blühen – besonders während der jährlichen abendlichen „Illuminated Night“-Besichtigungsaktionen. Tickets können vor Ort gekauft werden, aber Gruppen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens zur Haupthoffestung bzw. zum Eingang des Haupt keep geführt – daher empfiehlt sich ein frühes Ankommen, um Wartezeiten zu vermeiden. Ermäßigungen gibt es für bestimmte Gruppen wie Schulgruppen und lizenzierte Guides. Prüfen Sie für aktuelle Terminpläne sowie mögliche kurzfristige Schließungen oder Einschränkungen die offizielle Website.
Interessante Fakten
- •Das Matsumoto-Schloss gehört zu den nur zwölf noch erhaltenen originalen japanischen Burgen, bei denen der Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbau unversehrt geblieben ist.
- •Es ist die einzige Burg im Flachland unter den zwölf noch stehenden originalen Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbauten in Japan.
- •Die schwarze Außenfassade brachte dem Schloss den Spitznamen „Crow Castle“ (Rabenburg).
- •Der Bergfriedbau besitzt eine besondere Architektur, die Elemente sowohl der Turmburg-Variante (tenshu) als auch von geschichteten Burganlagen miteinander verbindet.
- •Im Meiji-Zeitalter begann das Schloss aufgrund von strukturellem Alter und den Bodenverhältnissen zu „schiefen“ – später wurde dies bei Renovierungen korrigiert.
- •Das Matsumoto-Schloss veranstaltet jährlich abendliche Kirschblüten-Illuminations-Events, die viele Besucher anziehen.
- •Während des Anordnungsprozesses der Meiji-Regierung zum Abbau feudal geprägter Befestigungen stand das Schloss kurz vor dem Abriss, doch lokale Initiativen bewahrten es.
Geschichte
Das Matsumoto-Schloss entstand im frühen 16.
Jahrhundert als Fukashi-Schloss, das von der Ogasawara-Dynastie als kleinere Befestigung errichtet wurde.
1550 wurde es von der Takeda-Dynastie übernommen und gelangte später im unruhigen Sengoku-Zeitalter durch verschiedene Hände.
Der Hauptfriedens- bzw.
Bergfriedbau und ein Großteil der Burganlage wurden in den 1590er-Jahren unter Ishikawa Kazumasa und seinem Sohn errichtet.
In der Edo-Zeit diente das Schloss nacheinander verschiedenen Clans als Sitz der Matsumoto-Domäne.
Nach der Meiji-Restauration drohte die Demontage der Burg, doch lokale Bürger konnten sie retten.
Es gab in den frühen 1900er-Jahren sowie in der Mitte des 20.
Jahrhunderts umfangreiche Renovierungen, bei denen die historische Substanz erhalten blieb.
Die Burganlage wurde vom japanischen Staat sowohl als National Treasure als auch als historischer Ort ausgewiesen – und damit wurde ihre kulturelle Bedeutung fest verankert.
Ortsführer
Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbau (Tenshukaku)Spätes 16. Jahrhundert (ca. 1596-1597)
Der zentrale, fünfstöckige Turm mit sechs Etagen des Matsumoto-Schlosses: mit originalen Holzinnenräumen, schwarz lackierter Außenfassade und einer komplexen Dachkonstruktion mit mehreren Stilrichtungen bei Giebeln und Fenstern. Er diente sowohl der Verteidigung als auch als Wohnbereich.
Kleiner Trockenturm (Inui-ko-tenshu)Spätes 16. Jahrhundert
Ein kleinerer Turm, der über einen Korridor mit dem Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbau verbunden ist. Er weist ähnliche architektonische Merkmale auf und ist ebenfalls als National Treasure ausgewiesen.
Watari Yagura (Verbindungsturm)Spätes 16. Jahrhundert
Ein Turm, der den Hauptfriedens- bzw. Bergfriedbau und die kleineren Türme miteinander verbindet – Teil des komplexen Verteidigungssystems der Burg.
Tsukimi Yagura (Mond-Betrachtungsturm)1633
Ein Turm, der zum Schloss gehört und vor allem durch seine ästhetische Gestaltung sowie rote Geländer bekannt ist. Er wurde von der Matsudaira-Dynastie gebaut, um den Besuchen des Shoguns Raum zu bieten – obwohl der Besuch abgesagt wurde. Es ist der einzige erhaltene Mond-Betrachtungsturm, der in Japan an einem Schlossfriedens- bzw. -bergfriedbau angebracht ist.
Burggräben und Mauern
Das Matsumoto-Schloss ist von weitläufigen Wassergräben und steinernen Mauern umgeben – Teil des ursprünglichen Verteidigungskonzepts. So werden das Haupt-, das zweite und das dritte Vorhofareal voneinander getrennt. Besonders zur Kirschblütensaison sind die Wassergräben ausgesprochen malerisch.
Kontakt
Telefon: 0263-32-2902