
Etruskischer Brunnen (Perugia)
Umbria
Der Etruskische Brunnen, auch bekannt als Pozzo Sorbello, ist ein bemerkenswertes Beispiel antiker etruskischer Wasserbautechnik im historischen Zentrum von Perugia. Der Brunnen wurde in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. errichtet und sollte eine zuverlässige Wasserversorgung für die Bevölkerung vor Ort sicherstellen. Er liegt nahe dem höchsten Punkt in Perugia, dem Colle del Sole, der einst der Standort der etruskischen Akropolis war. Der Brunnen besitzt ein zylindrisches Schachtbauwerk von etwa 37 Metern Tiefe. Darin befindet sich ein großer unterirdischer Tank mit ungefähr 5,6 Metern Durchmesser, der in größeren Tiefen auf 3 Meter verengt. Der obere Bereich ist mit großen Travertinplatten verkleidet und wird von zwei massiven steinernen Trägerbalken gestützt, die jeweils rund acht metrische Tonnen wiegen – raffiniert ineinandergreifend, ohne Mörtel. Historisch wurde Wasser mit einem Eimer-Seil-System gefördert, später durch eine Flaschenzugsmechanik ersetzt. Der Brunnen wird seit der etruskischen Zeit durchgehend genutzt und instand gehalten; größere Restaurierungen erfolgten im 15. Jahrhundert. Seit dem 18. Jahrhundert steht er mit dem Adelsgeschlecht der Sorbello in Verbindung. Heute ist er für die Öffentlichkeit zugänglich – über die unterirdischen Räume des Palazzo Sorbello – und dient sowohl als Museum als auch als Zeugnis für das Können antiker Ingenieure.
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Tipp: Besucher sollten die offizielle Website zu den Öffnungszeiten prüfen und nach Möglichkeit unter der Woche oder außerhalb der Hauptzeiten kommen, um Menschenmengen zu vermeiden. Tickets sind vor Ort erhältlich, doch in der Hochsaison wird eine vorherige Buchung empfohlen. Der Ort bietet historisch freien Zugang für Einwohner, was seine Bedeutung für die Gemeinschaft unterstreicht. Aufgrund der unterirdischen Lage und der Treppen wird bequemes Schuhwerk empfohlen.
Interessante Fakten
- •Der Brunnen ist etwa 37 Meter tief und besitzt einen großen unterirdischen Tank mit ungefähr 5,6 Metern Durchmesser.
- •Zwei massive steinerne Trägerbalken mit jeweils etwa 8 metrischen Tonnen Gewicht stützen die Decke des Brunnens ohne Mörtel.
- •Der Brunnenrand trägt die Jahreszahl 1768 und Wappen der Familien Bourbon di Sorbello und Eugeni.
- •Eine durchgehende Nutzung der Wasserzufuhr des Brunnens ist von der etruskischen Zeit über das Mittelalter bis in die Moderne dokumentiert.
- •Die Anlage wurde teilweise auf antiken etruskischen Mauern errichtet und ersetzte mittelalterliche Gebäude, deren Reste im Keller des Palazzo Sorbello zu sehen sind.
Geschichte
Der Etruskische Brunnen wurde in der zweiten Hälfte des 3.
Jahrhunderts v.
Chr.
nahe der antiken Akropolis von Perugia am Colle del Sole erbaut.
Im Laufe der Jahrhunderte erhielt er mehrere Rekonstruktionen, vor allem ab dem 15.
Jahrhundert, was auf eine fortlaufende Nutzung hindeutet.
Die Besitzverhältnisse wechselten über verschiedene Adelsfamilien, darunter die Montemelini, Oddi und Eugeni, und schließlich im 18.
Jahrhundert zur Familie Bourbon di Sorbello.
Diese sorgte dafür, dass die lokalen Bewohner freien Zugang zu Wasser hatten.
In den 1960er-Jahren bestätigten archäologische Untersuchungen den etruskischen Ursprung und würdigten die Anlage als bedeutende Leistung im Bereich des hydraulischen Ingenieurwesens.
Ortsführer
Unterirdischer Tank3rd century BC
Ein großer zylindrischer Zisternenraum von etwa 16 Metern Tiefe und 5,6 Metern Durchmesser, der historisch zum Speichern von Wasser für die Bewohner von Perugia genutzt wurde.
Steinerne Trägerbalken und Travertin-Decke3rd century BC
Zwei ineinandergreifende steinerne Trägerbalken, die jeweils etwa 8 metrische Tonnen wiegen, stützen die Travertinplatten-Decke des Brunnens ohne die Verwendung von Mörtel – ein eindrucksvolles Beispiel für fortschrittliches etruskisches Ingenieurwesen.
Brunnenrand1768
Der Brunnenrand auf Straßenniveau, der ursprünglich von den Bewohnern genutzt wurde, um Wasser zu schöpfen, trägt die Jahreszahl 1768 und eiserne Wappen der Familien Sorbello und Eugeni – ein Hinweis auf die Geschichte seines adligen Besitzes.
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