Dom von Bozen

Dom von Bozen

Trentino-Alto Adige

75/10090 min

Der Dom von Bozen, auch bekannt als Duomo di Bolzano oder Kirche Santa Maria Assunta, ist der wichtigste Gottesdienstort in Bozen und eine Konkathedrale des Bistums Bozen-Brixen. Der Dom steht auf einer Stätte mit außergewöhnlicher archäologischer Geschichte: Bei den Restaurierungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unter seinem Fußboden die Grundmauern von drei früheren Kirchen entdeckt, die aus dem 4. bis 12. Jahrhundert stammen. Die heutige gotische Bauform wurde im frühen 16. Jahrhundert vollendet. Besonders auffällig ist der 65 Meter hohe spätgotische Glockenturm, der von den Architekten Burkhard Engelberg und Hans Lutz von Schussenried entworfen wurde. Im Inneren findet man eine Hallenkirche mit drei Schiffen, quadratischen Pfeilern und Rippengewölben sowie einen Chor, der von einem Umgang und einer Apsis-Kapelle umgeben ist. Zu den bemerkenswerten Elementen zählen eine spätgotische Kanzel aus Sandstein, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und 1949 wiederaufgebaut wurde, sowie eine Marienstatue aus dem 12. Jahrhundert, die die Madonna beim Stillen des Jesuskindes zeigt – verbunden mit einer lokalen Legende über ihre wundersame Auffindung. Seit 1363 dient der Dom als Gedenkstätte für die Habsburger. Die architektonische Entwicklung spiegelt Bozens historische Bedeutung als kulturelles Bindeglied zwischen italienischen und germanischen Einflüssen in den Alpen wider.

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Tipp: Besucher sollten den Dom von Bozen unter der Woche besuchen, um den Andrang am Wochenende zu vermeiden, und die ruhige Atmosphäre im Inneren zu genießen. Der Dom ist täglich von früh am Morgen bis abends geöffnet und ermöglicht so flexible Besuchszeiten. Wer sich im Voraus um eine Führung oder Audioguides kümmert, kann die vielschichtige Geschichte und Kunst des Doms noch besser einordnen. Außerdem können sich Besucher über kombinierte Tickets oder Rabatte für mehrere regionale Kulturstätten freuen. Fotografieren im Inneren ist in der Regel erlaubt, sollte jedoch vor Ort bestätigt werden, um den Ablauf der Gottesdienste zu respektieren.

Interessante Fakten

  • Unter dem heutigen Dom wurden die Grundmauern von drei früheren Kirchen aus dem 4. bis 12. Jahrhundert gefunden.
  • Der 65 Meter hohe spätgotische Glockenturm wurde 1519 fertiggestellt und von Burkhard Engelberg sowie Hans Lutz von Schussenried entworfen.
  • Eine Marienstatue aus dem 12. Jahrhundert, die Jesus beim Stillen zeigt, wurde an der Fundstelle entdeckt – verbunden mit einer lokalen Legende über ihre wundersame Auffindung.
  • Der Dom dient seit 1363 als Gedenkstätte für die Habsburger.
  • Die spätgotische Kanzel aus Sandstein wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und 1949 wiederhergestellt.

Geschichte

Der Standort des Dom von Bozen ist seit mindestens dem 4.

Jahrhundert ein Ort christlichen Gottesdienstes.

Zunächst beherbergte er vermutlich eine frühchristliche Basilika, die dem heiligen Vigilius gewidmet war.

Diese frühe Kirche wurde mit typischen östlich-römischen Einflüssen erbaut und umfasste einen Atriumbereich sowie eine Presbyteriumszone mit Sitzplätzen.

In der 8.

Jahrhundert – in der karolingischen Zeit – wurde die Kirche neu errichtet, wofür unter anderem Wandmalereien mit betenden Gesichtern sprechen.

Die mittelalterliche Kirche aus dem 11.

bis 12.

Jahrhundert zeigte eine einzigartige asymmetrische Zweischiffigkeit sowie einen massiven Turm, der vor Überschwemmungen schützen sollte.

Der heutige spätgotische Bau entstand im 15.

und frühen 16.

1519

Jahrhundert; der markante Glockenturm wurde 1519 vollendet.

Über die Jahrhunderte hinweg war der Dom ein bedeutendes religiöses und kulturelles Wahrzeichen – und spiegelt Bozens Rolle als Treffpunkt verschiedener Kulturen in den Alpen wider.

Ortsführer

1
Spätgotischer Glockenturm1519
Burkhard Engelberg and Hans Lutz von Schussenried

Mit seinen 65 Metern Höhe ist dieser Glockenturm ein besonders prägendes Element des Doms. Entworfen von Burkhard Engelberg und Hans Lutz von Schussenried und 1519 vollendet, steht er exemplarisch für den Stil der Spätgotik und ist als markantes Wahrzeichen über weite Teile von Bozen sichtbar.

2
Inneres einer Hallenkirche mit drei Schiffen15th-16th century

Das Innere des Doms ist durch quadratische Pfeiler in drei Schiffe gegliedert. Im Querhaus sind Rippengewölbe zu sehen, im Bereich der Apsis finden sich Sterngewölbe. Der Chor ist von einem Umgang und einer Apsiskapelle umgeben – so entsteht eine stimmige gotische Raumwirkung.

3
Spätgotische Kanzel aus SandsteinEarly 16th century
Hans Lutz von Schussenried

Von Hans Lutz von Schussenried geschaffen, ist diese Kanzel ein Meisterwerk der spätgotischen Kunst. Obwohl sie durch Bombenangriffe der Alliierten 1943 teilweise zerstört wurde, erfolgte 1949 eine sorgfältige Rekonstruktion – und die filigranen Sandsteinreliefs blieben erhalten.

4
Madonnenstatue aus dem 12. Jahrhundert12th century

Die kleine Statue zeigt die Madonna beim Stillen des Jesuskindes und ist mit einer lokalen Legende über ihre Entdeckung in einem sumpfigen Gebiet nahe Bozen verknüpft. Sie wird in der Apsiskapelle bewahrt und steht für die Andachtskunst des Mittelalters.

Kontakt

Telefon: 0471 978676

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