
Saepinum (Altilia-Archäologiestätte)
Molise
Saepinum, nahe dem heutigen Sepino in Molise, Italien, ist eine antike archäologische Stätte. Ursprünglich war es eine samnitische Stadt, bevor sie zum römischen Municipium wurde. Die Anlage liegt an einer strategischen antiken Straße, die Beneventum mit Corfinium verbindet, und unterstreicht damit ihre Bedeutung für Handel und militärische Routen in der Region. Die gut erhaltenen Stadtmauern, im opus reticulatum errichtet und in die Regierungszeit von Tiberius um ca. 2 v. Chr. bis 4 n. Chr. datiert, umschließen ein Areal von etwa 12 Hektar. Vier monumentale Stadttore, flankiert von kreisrunden Türmen, gliedern die Anlage. Bei Ausgrabungen kamen Reste eines Theaters sowie Tempel für Jupiter und Apollo zutage. Außerdem wurde kürzlich eine domus mit einem monumentalen Eingang auf dem decumanus maximus entdeckt. Die Stadtmauern zeigen fortschrittliches römisches Militäringenieurwesen: massives Mauerwerk aus Kalkstein sowie einen Wehrgang obenauf. Saepinum wurde im 4. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben; innerhalb der Mauern wurden Gräber gefunden. Später fiel die Stätte im Jahr 882 den Sarazenen zum Opfer. Seit 2010 laufende archäologische Arbeiten haben nach und nach einen großen Teil des städtischen Gefüges freigelegt und liefern spannende Einblicke in den Grundriss, die soziale Struktur und die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt in der Antike. Heute ist Saepinum ein bemerkenswertes Zeugnis für römische Stadtplanung und Militärarchitektur im südlichen Zentralitalien.
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Tipp: Besucher sollten Saepinum am besten im Frühling und im frühen Herbst einplanen – dann ist das Wetter angenehm und es sind meist weniger Menschen vor Ort. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und Tickets oder geführte Touren vorher zu buchen, um die Geschichte der Stätte besser einordnen zu können. Für Schüler, Studierende, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Aufgrund unebenen Geländes und weitläufiger Ruinen sind bequeme Wanderschuhe empfehlenswert. Geführte Touren bieten wertvolle Einblicke in die historischen und archäologischen Besonderheiten der Anlage.
Interessante Fakten
- •Die Stadtmauern von Saepinum sind in der Technik des opus reticulatum gebaut – mit Kalksteinblöcken aus dem Matese-Gebiet, die wie kleine Pyramiden geformt sind.
- •Die Anlage umfasst vier monumentale Stadttore; jedes ist von kreisrunden Türmen flankiert, die etwa sieben Meter im Durchmesser und elf Meter hoch sind.
- •Eine wichtige römische Inschrift, die auf ungefähr 168 n. Chr. datiert wird, untersagt den Einheimischen, Hirten zu verletzen, die entlang der tratture (antike Wegeverbindungen für die Wanderschäferei) vorbeiziehen.
- •Bei jüngsten Ausgrabungen im Jahr 2023 wurde eine außergewöhnliche domus mit einem monumentalen Eingang auf dem decumanus maximus entdeckt – und so neues Licht auf das städtische Leben geworfen.
- •Die Mauern besitzen einen Wehrgang obenauf und wurden nach fortschrittlichen Grundsätzen des Militäringenieurwesens geplant – einschließlich Verteidigungsscharten und Fenstern in den Türmen.
Geschichte
Saepinum war ursprünglich eine samnitische Siedlung auf einem Berg, deren Reste der Zyklopenmauer noch heute sichtbar sind.
Die Römer eroberten den Ort 293 v.
Chr.
und gründeten eine neue Stadt mit befestigten Mauern, die in der Regierungszeit von Tiberius zwischen 2 v.
Chr.
und 4 n.
Chr.
errichtet wurden.
Die Stadt blühte wegen ihrer strategisch günstigen Lage an wichtigen Handelsrouten auf, die die Region Sannio Pentro mit benachbarten Gebieten verbanden.
Im 4.
Jahrhundert n.
Chr.
war Saepinum weitgehend verlassen, was durch Gräber innerhalb der Stadtmauern belegt wird.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches wurde die Stätte 882 n.
Chr.
von den Sarazenen eingenommen.
Seither haben archäologische Ausgrabungen die gut erhaltene städtische Struktur sowie die monumentalen Tore freigelegt, die die Eingänge der Stadt markierten.
Ortsführer
Stadtmauern und Türme2 BC - 4 AD
Die Stadtmauern, im opus reticulatum mit Kalkstein aus dem Matese-Gebiet errichtet, sind erstaunlich gut erhalten und verfügen über einen Wehrgang. Neunzehn kreisrunde Türme sind noch sichtbar; sie ragen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern hervor und bieten so einen Verteidigungsschutz mit kleinen Scharten und Fenstern.
Monumentale Stadttore2 BC - 4 AD
Vier monumentale Stadttore gliedern die Stadtmauern und markieren die Haupteingänge entlang des cardo und decumanus, den wichtigsten römischen Straßen. Diese Tore standen sinnbildlich für römische Macht und städtische Ordnung – und erfüllten zugleich defensive und repräsentative Aufgaben.
Theater und TempelRoman period, approx. 1st century BC - 1st century AD
Innerhalb der Stadtmauern liegen die Reste eines römischen Theaters sowie Tempel, die Jupiter und Apollo gewidmet sind. Das spiegelt das kulturelle und religiöse Leben der Bewohner von Saepinum wider.
Domus mit monumentalem EingangUncertain, Roman period
Eine vor kurzem entdeckte domus besitzt einen prächtigen Eingang auf dem decumanus maximus. So lassen sich Rückschlüsse auf die städtische Wohnarchitektur und den Lebensstil der Elite gewinnen.
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