Santa Maria di Collemaggio

Santa Maria di Collemaggio

Abruzzo

85/10090 min

Santa Maria di Collemaggio ist eine mittelalterliche Basilika in L'Aquila, in Zentralitalien. Sie ist vor allem für die einzigartige Mischung aus romanischen und gotischen Architekturelementen bekannt. Die Basilika wurde von Pietro da Morrone, dem späteren Papst Cölestin V., gegründet und ist vor allem historisch bedeutsam als Ort des ersten Päpstlichen Jubiläums – der „Cölestinischen Vergebung“ – das 1294 ins Leben gerufen wurde. Die Außenansicht besticht durch ein auffälliges Muster aus abwechselnden rosa- und weißen Steinquadern, das einen „Juwelenkästchen“-Effekt erzeugt. Im Inneren hingegen wirkt es nüchterner: Ein Mittelschiff wird von zwei Seitenschiffen flankiert, und ein hohes hölzernes Deckengewölbe überspannt den Raum. Die Kirche beherbergt das Grab von Papst Cölestin V.; seine Reliquien wurden 1327 hierher übertragen. Außerdem gibt es einen achteckigen Glockenturm und drei verschiedene Rosenfenster. Obwohl die Basilika durch mehrere Erdbeben beschädigt wurde – darunter der Einsturz der Kuppel 1461 und schwere Schäden beim Erdbeben von 2009 – wurde sie wiederhergestellt und 2017 erneut eröffnet. Bis heute ist sie ein bedeutender Wallfahrtsort und ein Symbol für L'Aquila. Jährlich findet die Perdonanza Celestiniana statt, eine Feier, die von UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.

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Tipp: Besucher sollten ihren Aufenthalt nach Möglichkeit außerhalb großer religiöser Festlichkeiten planen, um ein ruhigeres Erlebnis zu haben. Für Gruppenbesuche oder den Besuch der Messe wird eine vorherige Buchung empfohlen, um Überfüllung zu vermeiden. Die jährlich im Spätsommer stattfindende Perdonanza Celestiniana zieht viele Pilger an und ist ein einzigartiges kulturelles Ereignis, das man erleben sollte. In den Sommermonaten bietet die Basilika längere Öffnungszeiten, im Winter kürzere. Für Gruppen und Pilger können Ermäßigungen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Die Perdonanza Celestiniana, die hier 1294 ins Leben gerufen wurde, gilt als das erste Heilige Jahr der Geschichte und hat das Römische Jubiläum inspiriert.
  • Die Fassade der Basilika zeigt ein einzigartiges Muster aus abwechselnden rosa- und weißen Steinquadern – mit besonders eindrucksvoller Wirkung.
  • Papst Cölestin V., hier bestattet, wurde in dieser Kirche gekrönt und ist der einzige Papst, der freiwillig zurückgetreten ist.
  • Die Basilika wurde 1902 zum Nationaldenkmal erklärt und erhielt 2020 nach der Restaurierung einen Preis für europäisches Kulturerbe.
  • Die Heilige Pforte an der Seitenfassade ist eines der frühesten Beispiele für eine solche Pforte und liegt zeitlich vor der berühmten Heiligen Pforte der Petersbasilika in Rom.

Geschichte

1287

Die Basilika wurde 1287 von den Cölestiner-Mönchen gegründet, nachdem Pietro da Morrone – der spätere Papst Cölestin V.

– eine Vision hatte, in der er angewiesen wurde, eine Kirche auf dem Colle di Maggio zu errichten.

1289

1289 geweiht, wurde sie 1294 zum Ort, an dem Pietro zum Papst gekrönt wurde; damit wurde die erste Plenarvergebung der Sünden eingeführt – der Vorläufer des Päpstlichen Jubiläums.

1313

Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Kirche weitere Ausgestaltungen, besonders nach der Heiligsprechung Cölestins im Jahr 1313 und der Übertragung seiner Reliquien im Jahr 1327.

1461

Erhebliche Schäden erlitten Erdbeben, insbesondere der Einsturz der Kuppel 1461 sowie Schäden im Jahr 2009.

2017

Die Basilika wurde daraufhin restauriert und 2017 wiedereröffnet.

Ortsführer

1
Fassade und Hauptportale13th-15th century

Die romanische Fassade ist mit kontrastierendem rosa-weißem Stein geschmückt, der in kreuzförmigen Mustern angeordnet ist. Sie besitzt drei unterschiedliche Portale: Jedes zeigt Rundbögen und Rosenfenster. Die zentrale Tür wurde im 15. Jahrhundert überarbeitet und mit floralen Motiven verziert.

2
Innenraum mit Mittelschiff und Seitenschiffen13th century

Der Innenraum der Basilika besteht aus einem großen Mittelschiff, das von zwei Seitenschiffen begleitet wird. Getrennt werden diese durch Säulenreihen, die Bögen tragen, sowie ein hohes hölzernes Deckengewölbe. Der Boden besteht aus demselben roten und weißen Stein wie die Fassade und sorgt so für eine stimmige gestalterische Kontinuität.

3
Grab von Papst Cölestin V.1517
Girolamo da Vicenza

Im Inneren der Basilika befindet sich das 1517 von Girolamo da Vicenza geschaffene Mausoleum von Papst Cölestin V. Girolamo da Vicenza war ein Meister des Andrea Palladio. Es beherbergt die Reliquien des Papstes, der die Kirche gegründet und die Perdonanza Celestiniana ins Leben gerufen hat.

4
Arkadenhof (Kreuzgang) und BrunnenMedieval period

Zur Basilika gehört ein Kreuzgang mit Arkaden und einem zentralen Brunnen – typisch für die italienische Klosterarchitektur. Er bietet einen ruhigen Ort zum Innehalten, Nachdenken und Beten.