
Quimper-Kathedrale
Bretagne
Die Quimper-Kathedrale, offiziell als Kathedrale von Saint Corentin bekannt, ist eine römisch-katholische Kathedrale und ein nationales Denkmal in Quimper, Bretagne, Frankreich. Sie ist Sitz des Bistums Quimper und Léon und ehrt Saint Corentin, ihren ersten Bischof. Architektonisch ist sie durch die leichte Biegung in der Mitte besonders einzigartig: So wollte man beim Bau ein sumpfiges Gebiet meiden, wodurch die Kathedrale eine ungewöhnliche und eindrucksvolle Silhouette erhält. Der Bau begann 1239 mit dem von Bischof Rainaud in Auftrag gegebenen Chor und setzte sich im 15. und 16. Jahrhundert fort, mit bedeutenden Beiträgen unter Herzog Jean V. 1620 erlitt das Gebäude einen schweren Brand, der den Glockenturm beschädigte; die Restaurierungsarbeiten dauerten bis ins 19. Jahrhundert und darüber hinaus. Die Kathedrale besitzt mehrere Portale – darunter die reich verzierten Portale im Norden, das südliche Portal namens Porche de la Vierge sowie eine beeindruckende Westfassade mit zwei hohen Türmen und aufwendigen Skulpturen, darunter eine Statue von Christus und König Gradlon. Die Kathedrale ist zudem ein wichtiger Halt auf der Pilgerroute Tro Breizh und unterstreicht damit ihre religiöse und kulturelle Bedeutung in der Bretagne. Ihr gotischer Stil, kombiniert mit Jahrhunderten des Baus und der Restaurierung, ergibt ein stimmiges, zugleich aber komplexes architektonisches Bauwerk, das viele Besucher anzieht.
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Tipp: Besucher sollten die Quimper-Kathedrale tagsüber einplanen, um die gotische Architektur und die Glasfenster in voller Pracht zu erleben. Die Kathedrale ist täglich von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Buchung von Führungen oder das Prüfen der lokalen Programme für besondere religiöse Anlässe kann das Erlebnis deutlich bereichern. Frühling im frühen Frühjahr und Spätsommer sind ideal, um Menschenmengen zu entgehen und mildes Wetter zu genießen. Für Gruppen und Pilger auf der Tro Breizh-Route können Ermäßigungen verfügbar sein. Während der Hauptreisezeiten wird der Kauf von Tickets im Voraus empfohlen.
Interessante Fakten
- •Das Langhaus und der Chor der Kathedrale sind nicht fluchtend; die leichte Biegung sollte eine ältere Kapelle und das darunterliegende Grab bewahren.
- •Die Westfassade wird von zwei Türmen geprägt, die über 75 Meter hoch aufragen – sie rahmen eine Statue des legendären Königs Gradlon ein.
- •Mancherorts soll während des verheerenden Brandes von 1620 in den Flammen ein grüner Teufel gesehen worden sein.
- •Die Kathedrale gehört zu den sieben Kathedralen, die in der traditionellen Tro Breizh-Pilgerfahrt in der Bretagne besucht werden.
Geschichte
Der Ort der Quimper-Kathedrale beherbergte über Jahrhunderte hinweg mehrere religiöse Bauten – beginnend mit einer vorromanischen Kathedrale unter Bischof Félix im 9.
Jahrhundert.
Die romanische Kathedrale, die ab dem 12.
Jahrhundert belegt ist, wurde schließlich ab 1239 durch die gotische Anlage ersetzt.
Der Bau erfolgte in Etappen: Zuerst wurde der Chor errichtet, anschließend im 15.
Jahrhundert das Langhaus und die Fassade.
Ein großer Brand im Jahr 1620 beschädigte Teile der Kathedrale schwer, darunter den Glockenturm.
Die Französische Revolution unterbrach die Restaurierungsarbeiten, doch nach 1801 nahm man sie wieder auf.
In den 19.
und 20.
Jahrhundert fanden umfangreiche Restaurierungen statt – einschließlich statischer Sicherungen und der Wiederherstellung der ursprünglichen Polychromie.
Die leichte Biegung wurde bewusst so geplant, um eine ältere Kapelle mit dem Grab von Alain Canhiart zu erhalten.
Ortsführer
Nordportale1475-1479
Die Nordseite der Kathedrale hat drei Portale: Das Porche des Baptêmes führt zum nördlichen Seitenschiff (bzw. zum nördlichen Seitenschiff/Langhausbereich) mit einer Doppeltür, getrennt durch einen Trumeau; das Porche de la Chandeleur, das zwischen 1475 und 1479 errichtet wurde und mit Schnitzereien an Akanthusblättern verziert ist; sowie ein kleineres Portal, das früher Zugang zum Ossarium und zum Friedhof bot, heute jedoch nicht mehr genutzt wird.
Westfassade und PortalFirst stone laid 1424
Die Westfassade wird von zwei in die Höhe strebenden Türmen beherrscht und von einem prächtigen Portal, dessen Bogen (Voussoirs) mit skulpturalen Darstellungen von Engeln geschmückt ist. Der Trumeau zeigt eine Statue Christi, der segnet, während er einen Globus hält und auf einem Dämon steht – anstelle einer zerstörten Statue von Herzog Jean V. Über dem Bogen steht die Statue von König Gradlon, die die lokale Legende und das kulturelle Erbe symbolisiert.
Südportal (Porche de la Vierge)
Das als Porche de la Vierge bekannte Südportal ist ein bedeutender Eingang, der reich verziert ist und der Jungfrau Maria gewidmet wurde. Es dient als hervorstechendes architektonisches und Andachts-Element der Kathedrale.
Kontakt
Telefon: 02 98 64 91 84