
Festung Kyminlinna
Kymenlaakso
Die Festung Kyminlinna liegt auf der Insel Hovinsaari bei Kotka in Finnland und ist eine bedeutende historische Militäranlage, die von Russland nach dem Russisch-Schwedischen Krieg von 1788–1790 erbaut wurde. Als Teil eines doppelten Befestigungssystems – zusammen mit der Seefestung Ruotsinsalmi – war Kyminlinna dazu gedacht, sich gegen Landangriffe entlang der Königsstraße zu verteidigen. Die Festung besitzt eine markante Kaponniere-Anordnung mit fünf Ecken, die sich über etwa 800 Meter im Durchmesser erstreckt und rund 74 Hektar umfasst. Ihre Verteidigungswerke werden von moderner Infrastruktur durchzogen, darunter die Bahnstrecke von Kotka und nationale Straßen. Zur Festung gehören 23 Gebäude, von denen sich viele – nachdem die Finnischen Verteidigungskräfte sie 2005 nicht mehr nutzten – heute in unterschiedlichen Zuständen des Verfalls befinden. Obwohl Kyminlinna im Krimkrieg nie zum Einsatz kam, spielte sie im Finnischen Bürgerkrieg eine Rolle und erlebte 1918 eine Schlacht. Später diente sie unter anderem als Flüchtlingslager, als Lager für Kriegsgefangene und als Krankenhaus während des Zweiten Weltkriegs. Heute gilt Kyminlinna als wichtiger kultureller und historischer Ort, der Finnlands komplexe militärische Vergangenheit und den russischen Einfluss in der Region widerspiegelt.
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Interessante Fakten
- •Die Festung Kyminlinna ist eine der größten Festungen in Finnland und umfasst etwa 74 Hektar.
- •Das fünfeckige Design der Festung ist ein seltener Beleg für eine Kaponniere-Anordnung mit fünf Ecken.
- •Kyminlinna gehörte zu einem doppelten Befestigungssystem gemeinsam mit der Seefestung Ruotsinsalmi, um die Region sowohl gegen Angriffe vom Land als auch vom Meer zu schützen.
- •Im Finnischen Bürgerkrieg erlebte Kyminlinna seine einzige Schlacht am 9. April 1918 – mit Einheiten der Deutschen Kräfte und den Rotgardisten.
- •Das Gelände der Festung umfasst 23 Gebäude, von denen viele verlassen sind und sich in unterschiedlichen Stadien des Verfalls befinden.
- •Moderne Infrastruktur wie eine Bahnstrecke und nationale Straßen durchschneiden Teile der Verteidigungswälle.
Geschichte
Die ursprüngliche Befestigungsanlage in Kyminlinna war eine kleinere Bastionsfestung, die zwischen 1791 und 1795 unter der Aufsicht des russischen Marschalls Alexander Suvorov und später von General Jan Pieter van Suchtelen gebaut wurde.
Diese erste Festung wurde abgerissen, um Platz für die größere Kyminlinna zu schaffen, die von 1803 bis 1808 errichtet wurde – entworfen von General Suchtelen.
Obwohl die Anlage für den Finnischen Krieg nicht fertiggestellt war, verlor sie nach der Verlagerung der Grenze im Russisch-Schwedischen Krieg weitgehend ihre militärische Bedeutung.
Kyminlinna nahm im Krimkrieg nicht an Kampfhandlungen teil, war jedoch im Finnischen Bürgerkrieg 1918 aktiv.
Sie diente auch nach dem Krieg weiterhin unterschiedlichen militärischen und zivilen Zwecken bis in den Zweiten Weltkrieg und wurde von den Finnischen Verteidigungskräften bis 2005 genutzt.
Ortsführer
Haupteingang und Verteidigungswälle1803–1808
Das Haupttor auf der südwestlichen Seite dient als zentraler Zugang und ist ein markantes architektonisches Element der Festung. Die umliegenden Verteidigungswälle zeigen das fünfeckige Verteidigungskonzept und bieten Ausblicke über die weitläufigen Anlagen.
Wachhaus und nordöstliches TorEarly 19th century
Das Wachhaus nahe dem nordöstlichen Tor ist eines der 23 Gebäude innerhalb der Festung. Es gibt Einblicke in die militärischen Aufgaben und den Alltag der hier stationierten Garnison.
Unterirdische TunnelEarly 19th century
Teils eingestürzte Tunnel verlaufen unterhalb der Festung; ursprünglich waren sie für Truppenbewegungen und Verteidigung ausgelegt. Diese Tunnel tragen zur Vielschichtigkeit der Festung bei und machen sie noch spannender – auch aus historischer Sicht.
Kontakt
Telefon: 045 3101412