Memnonskolosse

Memnonskolosse

Al Uqşur

85/10060 min

Die Memnonskolosse sind zwei kolossale Steinstatuen an der Westseite des Nils, nahe Luxor in Ägypten. Jede Statue ist etwa 18 Meter hoch und zeigt Pharao Amenhotep III., der auf einem Thron sitzt. So verkörpern sie seine Macht und seinen göttlichen Status. Ursprünglich standen die Statuen am Eingang zu Amenhotep III.s weitläufigem Totentempel. Dieser war einst das größte Tempelkomplex in der antiken Stadt Theben, liegt heute jedoch größtenteils in Trümmern. Die um 1350 v. Chr. in der 18. Dynastie des Neuen Reiches errichteten Statuen sind aus Quarzsandstein gefertigt, der nahe Kairo abgebaut und anschließend über 675 Kilometer zu ihrem heutigen Standort transportiert wurde. In der Antike erlangten die Kolosse Berühmtheit für die geheimnisvollen Geräusche, die einer der beiden Statuen angeblich bei Sonnenaufgang von sich gab. Die Griechen und Römer sollen darin die Stimme des Memnon gesehen haben – eines Helden des Trojanischen Kriegs. Heute sind die Statuen noch immer ikonische Sinnbilder für die Kunst- und Baukunst des alten Ägypten und ziehen Millionen von Besuchern an, die ihre beeindruckende Erscheinung und ihre historische Bedeutung bewundern wollen. Sie sind stumme Zeugen für die religiöse, kulturelle und politische Bedeutung von Theben, einst Hauptstadt von Oberägypten, und geben Einblicke in die Bestattungssitten und monumentalen Bauvorhaben der Epoche des Neuen Reiches. Der Ort ist bequem von Luxor aus erreichbar und gehört zum größeren Thebanischen Gräberfeld (Theban Necropolis), das weitere bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Tal der Könige und das Tal der Königinnen umfasst.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Memnonskolosse ist früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um die Mittagshitze und Menschenmengen zu vermeiden. Es empfiehlt sich, die Tickets im Voraus zu kaufen, vor allem in den Stoßzeiten des Tourismus. Wer möchte, kann die Besichtigung mit anderen nahegelegenen Attraktionen an der Westbank von Luxor zu einem ganzen Erkundungstag kombinieren. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Aufgrund der Lage im Freien und des begrenzten Schattens sind bequeme Wanderschuhe und Sonnenschutz ratsam.

Interessante Fakten

  • Die Statuen wiegen jeweils ungefähr 720 Tonnen und wurden aus einzelnen Blöcken aus Quarzsandstein gemeißelt.
  • Das „Singen“-Phänomen entstand durch die Erwärmung des Steins bei Sonnenaufgang. Dadurch sollen Risse Geräusche ausgesendet haben – ein Rätsel, das antike Reisende faszinierte.
  • Die Memnonskolosse flankierten ursprünglich den Eingang zu einem Totentempel, der einst der größte Tempelkomplex im antiken Theben war, heute aber größtenteils zerstört ist.
  • Sie sind seit der Römerzeit eine Touristenattraktion und locken Besucher an, darunter Kaiser Septimius Severus, der die Statuen restaurieren ließ.
  • Der Name „Memnon“ stammt aus einer griechischen Sage, die die Statuen mit Memnon verbindet – einem äthiopischen König und Helden des Trojanischen Kriegs.

Geschichte

1350

Die Memnonskolosse wurden um 1350 v.

Chr.

zur Regierungszeit von Pharao Amenhotep III.

als Teil seines Totentempel-Komplexes errichtet.

Der Tempel war der größte seiner Art im antiken Theben, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte weitgehend durch Erdbeben und Steinräuber zerstört.

Die beiden Statuen überstanden die Zeit und wurden in der Antike berühmt für das „Singen“-Phänomen: Dabei soll eine Statue bei Sonnenaufgang Laute von sich gegeben haben, die man für die Stimme des Memnon hielt.

Das Areal ist seit dem 19.

Jahrhundert Gegenstand archäologischen Interesses und bleibt eine wichtige kulturelle Sehenswürdigkeit, die die Größe des Neuen Reiches in Ägypten widerspiegelt.

Ortsführer

1
Die Koloss-Statuencirca 1350 v. Chr.
Antike ägyptische Handwerker im Auftrag von Pharao Amenhotep III.

Zwei gewaltige Statuen, die Pharao Amenhotep III. darstellen: jeweils auf einem Thron sitzend. Beide sind etwa 18 Meter hoch und aus Quarzsandstein gehauen. Sie verkörpern königliche Macht und göttlichen Schutz.

2
Standort des Totentempels von Amenhotep III.circa 1350 v. Chr.
Pharao Amenhotep III

Die Ruinen rund um die Kolosse gehörten einst zum größten Totentempel im antiken Theben, der Pharao Amenhotep III. gewidmet war. Obwohl der Komplex größtenteils zerstört ist, vermittelt der Ort einen Einblick in die Grab- und Tempelarchitektur des Neuen Reiches.