Nanjing-Stadtmauer

Nanjing-Stadtmauer

Jiangsu Sheng

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Die Nanjing-Stadtmauer wurde unter der Leitung des Hongwu-Kaisers, des Gründers der Ming-Dynastie, errichtet und zählt zu den größten erhaltenen antiken Stadtmauern Chinas. Sie wurde in über 21 Jahren von 200.000 Arbeitern erbaut und umschließt rund 55 Quadratkilometer von Nanjing, dem ursprünglichen kaiserlichen Regierungssitz. Anders als die viereckigen oder rechteckigen Mauern in Peking und Xi'an folgt die Mauer in Nanjing einem geschwungenen Verlauf und passt sich damit dem hügeligen, gebirgigen Gelände der Stadt an – mit dem Ziel, die militärische Verteidigung zu stärken. Die Anlage kombiniert Granit, Kalkstein und Ziegel, die mit einer besonderen Mischung aus Kalk, wässrigem Reismalz (glutinous rice water) und Tungöl verbunden sind – das trägt entscheidend zu ihrer bemerkenswerten Beständigkeit bei. Ursprünglich gab es dreizehn Stadttore; bis zur Qing-Dynastie waren es achtzehn. Heute sind nur noch das Zhonghua-Tor und das Heping-Tor unversehrt erhalten, wobei das Heping-Tor weiterhin militärisch genutzt wird. Zusätzlich besaß die Mauer einst einen Außenwall entlang des Flusses als weitere Verteidigung, der heute jedoch größtenteils verschwunden ist. Die Zinnen und Brustwehren ermöglichten es den Verteidigern, Angreifer effektiv zu beobachten und abzuwehren. Seit 1988 als bedeutendes Kulturdenkmal gelistet, steht die Mauer bis heute für Ingenieurskunst und strategische Stadtplanung der Ming-Dynastie und bietet Besuchern einen spannenden Einblick in Chinas kaiserliche Vergangenheit und Militärarchitektur.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Nanjing-Stadtmauer ist der Frühling und der Herbst, wenn das Wetter mild und angenehm ist. Besucher sollten ihre Tickets möglichst im Voraus kaufen – besonders für den beliebten Bereich rund um das Zhonghua-Tor –, um lange Schlangen zu vermeiden. Das Heping-Tor ist wegen seiner militärischen Nutzung für die Öffentlichkeit geschlossen; andere Abschnitte der Mauer sind jedoch zugänglich und bieten schöne Spazier- und Laufstrecken. Ermäßigungen sind möglicherweise für Schüler und Senioren verfügbar. Bequeme Wanderschuhe werden empfohlen, da das Erkunden der Mauer mit erheblichem Gehen und Klettern verbunden ist. Geführte Touren können das Erlebnis noch bereichern, weil sie historischen Kontext und architektonische Einblicke vermitteln.

Interessante Fakten

  • Die Mauer wurde mit einer besonderen Mischung gebaut, die auch glutinous rice water und Tungöl im Mörtel enthält, wodurch Festigkeit und Lebensdauer deutlich erhöht werden.
  • Für den Bau waren die Arbeitsleistung von 200.000 Arbeitern sowie die Verlagerung von etwa 7 Millionen Kubikmetern Erdreich erforderlich.
  • Die Mauer hatte ursprünglich dreizehn Tore, die sich bis zur Qing-Dynastie auf achtzehn erweiterten.
  • Der Verlauf der Mauer ist einzigartig an das gebirgige Gelände angepasst – anders als die eher geradlinig/viereckige Anlage anderer großer chinesischer Stadtmauern.
  • Die Zinnen zählen 13.616 und bieten damit eine besonders umfangreiche Verteidigungsabdeckung.
  • Ein Teil der Mauer nahe dem Xuanwu-See wurde auf Fundamenten aus der Zeit der Sechs Dynastien errichtet und nutzte antike Ziegel wieder.

Geschichte

1368

Die Nanjing-Stadtmauer wurde vom Hongwu-Kaiser in Auftrag gegeben, nachdem er 1368 die Ming-Dynastie gegründet und Nanjing als Hauptstadt gewählt hatte.

Die Bauarbeiten begannen kurz darauf, dauerten 21 Jahre und erforderten enorme Mengen an Arbeitskräften sowie Material.

Zunächst sollte die alte Stadtmauer nach Osten erweitert werden, um die „Neue Stadt“ einzuschließen.

Strategische Entscheidungen führten jedoch dazu, dass der Lion Hill im Nordwesten mit einbezogen wurde, wodurch das umschlossene Gebiet nahezu verdoppelt wurde.

Die Mauer nutzte Fundamente früherer Befestigungen aus den Sechs Dynastien und verwendete Ziegel und Steine wieder.

Im Laufe der Zeit stieg die Zahl der Tore von ursprünglich dreizehn auf bis zur Qing-Dynastie achtzehn.

1988

1988 wurde die Mauer unter staatlichen Schutz als bedeutendes Kulturrelikt ausgewiesen und würdigte damit ihren historischen sowie architektonischen Wert.

Ortsführer

1
Zhonghua-Tor (Jubao-Tor)14. Jahrhundert
Verwaltung des Hongwu-Kaisers

Das einzige noch erhaltene originale Südtor: Das Zhonghua-Tor ist eine gewaltige befestigte Anlage, die vor allem für ihr komplexes Torhaus-System bekannt ist – mit mehreren Höfen und weiteren Verteidigungsmerkmalen. Es steht beispielhaft für die militärische Architektur der Ming-Dynastie.

2
Heping-Tor (Shenci-Tor)14. Jahrhundert
Verwaltung des Hongwu-Kaisers

Im Norden gelegen, ist das Heping-Tor zwar erhalten geblieben, aber für die Öffentlichkeit geschlossen, da es als aktives Armeebaracken-Gelände dient. Ursprünglich hieß es Shenci-Tor und gehörte zu den dreizehn ursprünglichen Toren.

3
Mauerabschnitte und Zinnen14. Jahrhundert

Die Mauer besteht aus Granit, Kalkstein und Ziegeln, die mit einem speziellen Mörtel verbunden sind – inklusive glutinous rice water und Tungöl. Die Zinnen, insgesamt 13.616, ermöglichten es den Verteidigern, Feinde effektiv zu beobachten und abzuwehren.

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