
Schöllenenschlucht
Uri
Die Schöllenenschlucht liegt im Schweizer Kanton Uri und ist ein beeindruckendes Naturrelief, das vom oberen Reuss zwischen Göschenen und Andermatt in die Landschaft geschürft wurde. Eingeschlossen von steilen Granitklippen war die Schlucht historisch ein kaum überwindbares Naturhindernis, das im Mittelalter nur über einen anspruchsvollen Fußweg passierbar war. Um 1230 errichteten die Walser einen hölzernen Reitweg mit Brücke und schufen so die wichtige Route über den St. Gotthardpass, die Nord- und Südeuropa verband und damit regionale sowie kaiserliche Politik beeinflusste. Bekannt ist die Schlucht vor allem für die Teufelsbrücke (Devil's Bridge), eine Steinbrücke, die gleichermaßen wegen ihrer Baukunst und der lokalen Erzählungen über ihre Entstehung berühmt ist. Außerdem weist die Schlucht bedeutsame geologische Formationen auf, die die Grenze zwischen dem Aar-Massiv und der Gotthard-Decke markieren, mit freiliegenden Sedimenten aus der Trias und dem Jura. Moderne Infrastruktur umfasst Straßen und Bahnstrecken mit spektakulären Brücken und Tunnels, die das schwierige Gelände überwinden. Die Schöllenenschlucht ist bis heute ein Symbol für die Schweizer Alpentsechnik und das kulturelle Erbe und zieht Besucher an, die sich für Natur, Geschichte und Sagen interessieren.
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Tipp: Besuchen Sie die Schöllenenschlucht im späten Frühjahr bis in den frühen Herbst, um bestes Wetter und gute Erreichbarkeit zu haben. Eine vorherige Ticketreservierung ist in der Regel nicht nötig, da es sich um einen frei zugänglichen Naturbereich handelt; prüfen Sie aber die Fahrpläne, falls Sie die Bahn nutzen. Tragen Sie festes Schuhwerk für die Wege in der Nähe der Schlucht. Gehen Sie am frühen Tag los, um Menschenmengen zu vermeiden und kühlere Temperaturen zu genießen. Geführte Touren können das Verständnis für Geschichte und Geologie der Schlucht vertiefen. Je nach Angebot können Rabatte für Inhaber des Swiss Travel Pass oder regionaler Transportkarten verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Der Name „Schöllenen“ kommt vom rätoromanischen Wort „scalinae“ und bedeutet „Stufen“. Er bezieht sich auf Stufen, die in den Fels geschlagen wurden, um den Übergang zu erleichtern.
- •Die Twärrenbrücke, eine hölzerne Brücke, die um 1230 gebaut wurde, wurde von Balken getragen, die über die Schlucht gelegt wurden – eine technische Meisterleistung ihrer Zeit.
- •Der Name der Teufelsbrücke tauchte erstmals 1587 in Aufzeichnungen auf und hängt mit einer lokalen Sage zusammen: Der Teufel soll die Brücke bauen wollen, wurde jedoch von Dorfbewohnern hereingelegt.
- •Der Urnerloch-Tunnel, der im frühen 18. Jahrhundert gebaut wurde, war einer der frühesten Straßentunnel in Europa. Er durchstieß den Fels, um überflutungsgefährdete Bereiche zu umgehen.
- •Eine Kopie der ursprünglichen Stein-Teufelsbrücke steht im Klein-Glienicke-Park nahe Berlin und symbolisiert die Alpenquerung.
Geschichte
Der Name Schöllenen leitet sich vom rätoromanischen Wort „scalinae“ ab und bedeutet „Stufen“ – gemeint sind Stufen, die in den Fels geschlagen wurden.
Die Schlucht markierte die obere Grenze der alemannischen Besiedlung vor dem 12.
Jahrhundert und war eine Grenze zwischen Bistümern.
Zunächst umging ein schwieriger Fußweg die südliche Schlucht, doch um 1230 wurden eine hölzerne Brücke und eine Felsplattform, die Twärrenbrücke, gebaut.
So wurde der Übergang über die Reuss möglich und der St.
Gotthardpass eröffnet.
Die Walser-Siedler dürften die technischen Fähigkeiten für diesen Bau mitgebracht haben.
Die hölzerne Brücke wurde 1595 durch eine Steinbrücke ersetzt, die als Teufelsbrücke bekannt ist.
Überschwemmungen zerstörten frühere Brücken, woraufhin im frühen 18.
Jahrhundert der Bau von Tunneln wie dem Urnerloch folgte.
Die Infrastruktur der Schlucht entwickelte sich weiter, um den wachsenden Transportanforderungen gerecht zu werden und zugleich ihre strategische Bedeutung zu bewahren.
Ortsführer
Teufelsbrücke (Teufelsbrücke)1595
Die markante Steinbrücke über den Reuss in der Schöllenenschlucht ist berühmt für ihren mittelalterlichen Bau und die Sagen, die um ihre Entstehung ranken. Sie wurde mehrfach neu errichtet, wobei die früheste Steinversion aus dem Jahr 1595 stammt.
Twärrenbrückec. 1230
Eine hölzerne Brücke, die um 1230 errichtet wurde. Sie wurde von Balken getragen, die über die Schlucht gelegt und an der Felswand befestigt waren. Es war eine gewagte Ingenieurslösung für ihre Zeit, die den Übergang über die ansonsten unpassierbare Schlucht ermöglichte.
Urnerloch-Tunnel1707-1709
Der im frühen 18. Jahrhundert errichtete Tunnel wurde gebaut, um die Straße vor häufigen Hochwasserschäden zu schützen, indem der Verkehr durch den Fels geleitet wurde – statt über die verwundbaren Brücken zu führen.