
Archäologischer Komplex Serdica
Sofia
Der Archäologische Komplex Serdica in Sofia ist die größte römische Ausgrabungsstätte im Freien im Stadtzentrum. Er zeigt die Überreste der antiken Stadt Serdica, die bis in die römische Zeit zurückreicht. Zum Areal gehören gut erhaltene Bereiche des östlichen Stadttors, Verteidigungsmauern, Thermen, Straßen, Häuser und öffentliche Gebäude, die während des U-Bahn-Baus zwischen 2010 und 2012 freigelegt wurden. Serdica war ein bedeutendes römisches Municipium und regionale Hauptstadt – bekannt für seine reiche Geschichte, darunter die Herausgabe des Edikts von Serdica, das 311 n. Chr. das Christentum legalisierte. Der Ort macht die städtische Struktur sichtbar: mit einem Forum, Verwaltungsbauten wie dem Bouleuterion und dem Praetorium sowie Relikten einer kleinen, einschiffigen Kirche, die reich mit Fresken verziert war. Besucher können entlang der originalen römischen Straßen mit authentischem Pflaster spazieren und bunte Mosaiken sowie Hypokausten-Heizsysteme entdecken. Der Komplex verbindet archäologisches Erbe mit dem modernen Stadtleben und dient als kultureller und kommunikativer Raum – ein Ort, der die Bedeutung Serdicas als politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum im Altertum unterstreicht.
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Tipp: Besuchen Sie den Komplex im Frühling und im frühen Herbst, um milde Temperaturen zu genießen und große Touristenmengen zu vermeiden. Kaufen Sie Tickets am besten online im Voraus, um Wartezeiten zu umgehen. Prüfen Sie die offizielle Website für die Zeiten von Führungen und mögliche Kombitickets mit anderen Angeboten des Sofia History Museum. Ermäßigungen gibt es für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Tragen Sie bequeme Schuhe, da der Komplex Wege über unebenes antikes Pflaster beinhaltet.
Interessante Fakten
- •Serdica war die Geburtsstätte der römischen Kaiser Aurelian und Galerius.
- •Das Edikt von Serdica (311 n. Chr.) war das erste römische Dekret, das das Christentum legalisierte – es kam zwei Jahre vor dem Edikt von Mailand.
- •Der Komplex umfasst Überreste des römischen Forums, des Bouleuterion (Stadtratgebäude) und des Praetoriums (Verwaltungshauptsitz).
- •Bei Ausgrabungen wurden acht Horrea (Lagerhäuser) entdeckt, die auf Serdicas Rolle als regionaler Versorgungsknotenpunkt schließen lassen, der mit der Donau verbunden war.
- •Die antiken Straßen und Mosaiken sind in eine moderne städtische Umgebung integriert, sodass Besucher auf authentischem römischem Pflaster gehen können.
Geschichte
Serdica war ursprünglich eine keltische Siedlung, benannt nach dem Stamm der Serdi, und wurde um 29 v.
Chr.
von den Römern erobert.
Unter Kaiser Trajan wurde sie zum Municipium und erlebte als regionale Hauptstadt eine Blütezeit mit bedeutender städtebaulicher Entwicklung – darunter Verteidigungsmauern, die unter Marcus Aurelius zwischen 176 und 180 n.
Chr.
errichtet wurden.
Die Stadt war ein bedeutendes Zentrum des frühen Christentums: Das Edikt von Serdica wurde 311 n.
Chr.
erlassen und gewährte eine bedingte religiöse Toleranz.
Serdica erlitt 268 Zerstörungen durch Gotenüberfälle und später durch hunnische Invasionen im Jahr 447, wurde jedoch im 6.
Jahrhundert von dem byzantinischen Kaiser Justinian wiederaufgebaut.
Über die Jahrhunderte entwickelte sich die Stadt durch römische und byzantinische Zeit weiter – und hinterließ reiche archäologische Spuren, die heute im Komplex bewahrt werden.
Ortsführer
Östliches Stadttor und Verteidigungsmauern176-180 AD
Teilweise erhaltenes östliches Stadttor und Abschnitte der unter Marcus Aurelius zwischen 176 und 180 n. Chr. errichteten Verteidigungsmauern – mit Inschriften oberhalb der Tore.
Römisches Forum und öffentliche Bauten2nd-3rd century AD
Das Forum war das soziale und politische Zentrum von Serdica. Dazu gehörten das Bouleuterion (Rathaus/Stadtratsaal) und das Praetorium (Verwaltungsgebäude), die unter modernen Strukturen freigelegt wurden.
ThermenEarly 2nd century AD
Ruinen römischer Thermalbäder mit Nutzung natürlicher Mineralquellen – vermutlich im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. nahe den heutigen Sofia Mineral Baths gebaut.
Antike Straßen und Mosaiken2nd-3rd century AD
Originale römische Straßen mit authentischen Pflastersteinen (Decumanus Maximus) sowie farbenfrohen Mosaiken, die für Besucher freigelegt wurden – so kann man entlanggehen und die Kunstwerke bewundern.
Kleine einschiffige Kirche16th-19th century
Überreste einer kleinen, einschiffigen Kirche aus dem 16. bis 19. Jahrhundert mit reich bemalten Fresken. Dazu gehören ein Protasis sowie ein Diakonikon auf beiden Seiten der Apsis.
Kontakt
Telefon: 02 981 1618