Beglik Tash

Beglik Tash

Burgas

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Beglik Tash ist ein prähistorisches Felsheiligtum in der Nähe von Primorsko an der südlichen Schwarzmeerküste Bulgariens. Es besteht aus einer natürlichen Ansammlung großer Syenit-Felsblöcke, die durch geologische Prozesse entstanden sind und später von Menschenhand zu megalithischen Strukturen geformt wurden. Die Anlage wurde durchgehend genutzt – vom späten Bronzezeitalter über die Eisenzeit bis in die klassische Antike –, vor allem von thrakischen Stämmen, insbesondere vom Stamm der Skrimier, der für seine Kenntnisse in der Metallverarbeitung bekannt war. Das Heiligtum umfasst in den Fels gearbeitete Steine mit ritueller Bedeutung, einen Labyrinthpfad, durch den Besucher laufen können, eine thrakische Sonnenuhr aus riesigen Steinen sowie einen bemerkenswerten Felsblock mit 150 Tonnen Gewicht, der nur auf zwei Punkten balanciert. Eine natürliche Höhle, die „Mutters-Höhle“ („womb-cave“) genannt wird, diente dem Kult: Das Sonnenlicht mittags fällt auf die Rückwand und verweist auf Fruchtbarkeitsriten im Zusammenhang mit der Muttergöttin und dem Sonnengott. Zu den archäologischen Funden zählen Keramik, römische Münzen und Tierknochen, die eine lang anhaltende rituelle Nutzung belegen. Die Anlage erstreckt sich über etwa 8 bis 12 Hektar und wird als Open-Air-Museum von der Burgas Historical Society betreut; jährlich kommen rund 40.000 Besucher. Sie liegt in der Nähe weiterer thrakischer Stätten wie der antiken Stadt Ranuli und der Festung Pharmakida in den Strandzha-Bergen. Der Zugang war im 20. Jahrhundert eingeschränkt, da sich die Stätte innerhalb eines ehemaligen Jagdreservats befand. Ausgrabungen durch bulgarische Archäologen – besonders durch Tsonia Drazheva – haben seit den frühen 2000er-Jahren dazu beigetragen, das Heiligtum wiederherzustellen und besser zu interpretieren. Beglik Tash gehört zu den größten und bedeutendsten prähistorischen megalithischen Heiligtümern Bulgariens und verbindet natürliche geologische Formationen mit uralter menschlicher spiritueller Aktivität.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Beglik Tash ist der späte Frühling bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter ideal für Erkundungen im Freien ist. In den Hauptreisezeiten sollten Besucher Tickets nach Möglichkeit im Voraus kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Geführte Touren werden empfohlen, um die komplexen Rituale und die Geschichte hinter den Megalithen wirklich zu verstehen. Für Schüler, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Aufgrund unebenem Gelände sind bequeme Schuhe empfehlenswert. Da es sich um ein Open-Air-Museum handelt, sollten Sie Sonnenschutz und Wasser mitbringen. Prüfen Sie die offizielle Website des Museums oder lokale Touristeninformationen für Öffnungszeiten und etwaige besondere Veranstaltungen.

Interessante Fakten

  • Beglik Tash umfasst einen 150-Tonnen-Felsblock, der nur auf zwei Punkten balanciert – ein seltenes Natur- und zugleich menschengemachtes Phänomen.
  • Die „Mutters-Höhle“ lässt jeden Tag nur mittags einen Sonnenstrahl hinein, was Fruchtbarkeitsriten der Thraker symbolisiert.
  • Das Heiligtum wurde nahezu 2000 Jahre lang durchgehend genutzt – vom späten Bronzezeitalter bis ins 4. Jahrhundert n. Chr.
  • Der Name „Beglik Tash“ bezieht sich auf Sammelstellen der Schafsteuer aus der Zeit des Osmanischen Reiches, wo Abgaben für Vieh auf großen Steinen eingetrieben wurden.
  • Auf dem Gelände befindet sich eine thrakische Sonnenuhr aus großen Steinen, die so angeordnet sind, dass sie die Sonnenbewegungen nachzeichnen.

Geschichte

Die Anfänge von Beglik Tash reichen mindestens bis in das späte Bronzezeitalter (15.

Jahrhundert v.

Chr.) zurück.

Die Anlage wurde fast zwei Jahrtausende lang aktiv genutzt, bis etwa ins 4.

Jahrhundert n.

Chr., als durch die Christianisierung vermutlich ihre rituelle Funktion endete.

Das Heiligtum wurde erstmals im späten 19.

Jahrhundert vom tschechisch-bulgarischen Archäologen Karel Škorpil wissenschaftlich dokumentiert, der es Apostol Tash nannte.

Teilweise archäologische Ausgrabungen begannen in den frühen 2000er-Jahren unter Tsonia Drazheva und legten umfangreiche Kulturschichten frei, obwohl die Stätte durch Bergbau und Erosion beschädigt war.

Während der kommunistischen Ära war der Ort jahrzehntelang unzugänglich, da er in einem eingeschränkten Jagdreservat lag.

Heute gilt Beglik Tash als eines der größten prähistorischen megalithischen Heiligtümer Bulgariens – ein Spiegel kontinuierlicher menschlicher ritueller Nutzung vom Bronzezeitalter bis in römische Zeit.

Ortsführer

1
Zentrales Megalithisches EnsembleLate Bronze Age to Iron Age

Das Herz von Beglik Tash bilden große Syenit-Felsblöcke, die in rituellen Anordnungen aufgestellt sind. Einige sind mit kreisförmigen Vertiefungen und Stufen versehen; man geht davon aus, dass sie bei thrakischen Zeremonien genutzt wurden.

2
Mutters-HöhleIron Age
Thracian tribes

Eine natürliche Höhle für die Verehrung, bekannt für den täglichen Sonnenstrahl zur Mittagszeit: Er tritt durch den schmalen Eingang ein und beleuchtet die Rückwand – als Symbol für die Befruchtung der Erdmutter durch den Sonnengott.

3
Thrakische SonnenuhrIron Age
Thracian tribes

Eine Anordnung riesiger Steine, die wie eine Sonnenuhr funktioniert. Die Thraker nutzten sie, um die Sonnenzeit und die für ihre Rituale relevanten Himmelsereignisse zu verfolgen.

4
LabyrinthpfadIron Age

Reste einer Labyrinthstruktur innerhalb des Heiligtums, durch die Besucher laufen können. Möglicherweise diente sie Einweihungsriten oder symbolischen Wegen.

Kontakt

Telefon: 088 770 1695