Surfen an Portugals Silberküste: von Ericeira bis Nazaré

Surfen an Portugals Silberküste: von Ericeira bis Nazaré

Diego Vargas

April 21, 2026

4 min read· 57 views
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich nach der langen Fahrt über die kurvige A8 in Ericeira ankam - die salzige Luft schlug mir schon entgegen, bevor ich das Meer überhaupt gesehen hatte. In den engen, gepflasterten Gassen herrschte reges Treiben: Surfer fachsimpelten, während die Einheimischen ihrem Alltag nachgingen. Es riecht nach frischen Meeresfrüchten, Algen und Sonnencreme - ehrlich, das macht süchtig. Ericeira ist ein World Surf Reserve; die Wellen kommen hier in allen Formen und Größen, von sanften Beachbreaks für Anfänger bis zu heftigen Reefbreaks, die selbst erfahrene Pros fordern.

Ericeira: Das Surfzentrum

Hier beginnt alles an der Silberküste

Surfer reiten die dynamischen Wellen am Ericeira Beach in Portugal und zeigen das Abenteuer in der Natur.

Ericeira Beach Break

Der Praia dos Coxos ist hier der Hotspot. Es handelt sich um einen Riffbreak mit kraftvollen, hohlen Wellen und einer rechten Barrel, die dir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern wird. Für Anfänger bietet der Praia do Sul sanftere Sandbodenwellen, bei denen du deine ersten grünen Wellen erwischen kannst. Vergiss nicht, am örtlichen Fischmarkt in der Rua Padinha vorbeizuschlendern; der Geruch von gegrillten Sardinen lässt dir das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Surfcamps spielen hier eine große Rolle. Ich habe im 'Ericeira Surf Lodge' in der Rua das Flores übernachtet - 30 EUR pro Nacht für ein Bett im Schlafsaal, inklusive Boardverleih und täglicher Kurse. Die Stimmung ist herrlich entspannt: Morgens wachst du auf, gehst mit anderen Surf-Nerds ins Wasser und tauscht später bei Bifanas und einem kalten Sagres eure Geschichten aus. Mein Tipp: Melde dich für einen Sunset-Paddle-out an; wenn der Himmel über dem Atlantik glutorange wird, ist das pure Magie.

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Wichtige Tipps für Ericeira

  • 1

    Beste Surfzeit - September bis November für konstante Swells und weniger Andrang

  • 2

    Unterwegs - Zu Fuß oder mit einem Roller (15 EUR/Tag) kommst du bequem zu mehreren Breaks

  • 3

    Lokales Gericht zum Probieren - Caldeirada, ein herzhafter Fischeintopf, perfekt nach einem langen Tag im Wasser

Eines Nachmittags machte ich zu Fuß einen Abstecher zum Miradouro de Santa Marta, einem Aussichtspunkt auf den Klippen mit Blick auf die zerklüftete Küste. Von dort sah ich unten einen Delfinschwarm, der die Sets ritt - ein Glücksmoment, bei dem ich vor Freude in die Luft schlug. Genau solche unerwarteten Schätze machen die Silberküste unvergesslich.

Peniche und die legendären Supertubos

Europas Antwort auf Pipeline

Eine 40-minütige Fahrt nach Süden bringt dich nach Peniche, ein weiteres Surfmekka, berühmt für Supertubos - einen Beachbreak mit schweren, barreligen Wellen, der Profis aus aller Welt anzieht. Als ich dort zum ersten Mal eingestiegen bin, war die Power mit nichts zu vergleichen, was ich je gespürt hatte: schnell brechende, hohle Wellen und ein Meeresrauschen, das fast ohrenbetäubend war.
Malerischer Blick auf die Küste von Peniche mit brechenden Wellen und Häusern am Atlantik.

Supertubos Break

Supertubos eignet sich am besten für fortgeschrittene bis erfahrene Surfer. Anfänger sollten den Strand von Baleal auf der anderen Seite der Lagune ausprobieren, wo sanftere Wellen konstant hereinkommen. Die Stadt Peniche duftet noch immer nach Salz und frischem Fisch. Hol dir vor dem Surfen einen Kaffee in der 'Pastelaria Alcobia' an der Avenida do Mar, wo der Pastel de Nata göttlich schmeckt und nur 1,20 € kostet.

Gut zu wissen

In Supertubos findet jedes Jahr im Oktober die MEO Rip Curl Pro Portugal statt, ein Event der World Surf League. Dann ist zwar viel los, aber die Stimmung ist elektrisierend.

Nach einem Surftag habe ich auf dem Campingplatz Orbitur Peniche übernachtet, einer günstigen Option (15 EUR/Nacht) direkt an den Dünen. Abends ist dort einiges los: Surfer reden über Wellen, es gibt Lagerfeuer und manchmal sogar spontane Gigs. Eine Gemeinschaft salzverkrusteter Abenteurer, die die Atmosphäre am Leben hält.

Nazaré: Die Hauptstadt der Big Waves

Wo der Ozean sich von seiner imposantesten Seite zeigt

Also, Kumpel, Nazaré ist die nächste Liga. Hier treffen die Swells des Atlantiks auf einen einzigartigen Unterwassercanyon, der im Winter Monsterwellen von bis zu 30 Metern Höhe nach oben drückt. Ich habe diese Giganten zum ersten Mal vom Forte de São Miguel Arcanjo aus gesehen, das auf einer Klippe über Praia do Norte thront. Der Ozean wirkte wie ein wildes Tier, das Donner und Gischt ausatmet.
Dramatische Meereswellen brechen an der Küste von Nazaré, Portugal, und zeigen die Kraft der Natur.

Praia do Norte, Nazaré

Der Strand ist eine Mischung aus goldenem Sand und riesigen brechenden Wellen. Nur erfahrene Surfer und Tow-in-Rider wagen sich an diese Wellen. Für uns Normalsterbliche ist der beste Spot der Praia da Nazaré, ein ruhigerer Strand mit langen Wellenritten und vielen Surfschulen. Verpasse nicht, den frisch gefangenen gegrillten Oktopus im Restaurante A Tasquinha in der Rua Conselheiro Silva Torres zu probieren (ca. 12 € pro Portion).

Schon gewusst?

2011 stellte der Surfer Garrett McNamara hier einen Weltrekord auf, als er eine 30,5 Meter hohe Welle ritt - damals die größte, die je gesurft wurde.

Eine Unterkunft in Nazaré zu finden, ist unkompliziert - ich habe für 35 EUR pro Nacht im Casa de Praia übernachtet, einem gemütlichen Ort mit Boardlager und traumhaftem Meerblick. Das Fischereierbe der Stadt ist überall spürbar: Bunte Boote schaukeln im Hafen, und entlang der Rua Brito Capelo rufen die Fischhändler laut ihre Ware aus.
OrtBeste SurfzeitDurchschnittliche Unterkunftskosten (pro Nacht)Nächster Flughafen
EriceiraSept-Nov, Mär-Mai25 EUR–40 EURFlughafen Lissabon (1 Std. Fahrt)
PenicheSept-Nov, Apr-Jun20 EUR–35 EURFlughafen Lissabon (1 Std. 30 Min. Fahrt)
NazaréOkt-März (Big Waves)30 EUR–50 EURFlughafen Porto (1 Std. 45 Min. Fahrt)

Tipps für den Surf-Roadtrip an der Silberküste

  • 1

    Van oder Camper mieten - Ich war mit einem umgebauten Sprinter unterwegs; perfekt, um an geheimen Spots zu halten und direkt am Surf zu schlafen

  • 2

    Täglich die Surfberichte checken - Die Bedingungen ändern sich schnell; Websites wie Magicseaweed und lokale Surfshops sind echte Goldgruben

  • 3

    Die Locals respektieren - Surf-Etikette wird hier ernst genommen, also geh mit Respekt ins Wasser und sei immer höflich

Das Fahren zwischen diesen Orten ist entspannt: Die Straßen folgen oft direkt der Küste, und gelegentliche Umwege führten mich zu stillen Buchten und Fischerdörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Diese Abstecher haben meine Reiselust manchmal sogar mehr gefüttert als das Surfen.
Ehrlich, Kumpel: Die Silberküste ist viel mehr als nur Wellen. Es ist der Geruch salziger Luft, der Geschmack von frischen Meeresfrüchten, das Lachen aus den Surfcamps und das kühle Atlantikwasser auf der Haut. Ob du nun deine erste Welle anpaddelst oder in Nazaré zusiehst, wie gewaltige Wassermauern aufsteigen und wieder zusammenbrechen - diese Küste packt dich. Für immer.

Gut zu wissen

Zwischen Ericeira, Peniche und Nazaré gibt es zwar öffentliche Verkehrsmittel, aber sie fahren unregelmäßig; ein Mietwagen oder Van ist sehr zu empfehlen, wenn du möglichst viele Surfspots mitnehmen willst.

Also, worauf wartest du noch? Pack dein Board ein, richte dich nach den Gezeiten und reite Portugals Silberküste. Glaub mir: Das ist eine Surfreise, von der du noch jahrelang erzählen wirst.

Diego Vargas

Reiseredakteur bei Vitano Magazine