
Tempel von Awwam (Tempel des Mahram Bilqis)
Ma'rib
Der Tempel von Awwam, lokal auch Mahram Bilqis genannt, ist der größte und bedeutendste sabaeische Tempelkomplex Südarabiens. Er liegt etwa 7 Kilometer südöstlich des antiken Marib im Jemen und war eine wichtige religiöse Stätte, die dem Almaqah geweiht war – dem Landesgott der Sabaeer. Der Tempel war vom frühen 1. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. in Betrieb und Teil einer heiligen Pilgerroute, die am Harunum-Tempel begann. Architektonisch bietet der Komplex ein riesiges ovales Umfriedungsareal mit einer Steinmauer, ein achtsäuliges Propylaeum als Eingangsbauwerk sowie eine große rechteckige Peristylhalle mit 32 Säulen im Inneren. Der Tempel wurde auf einer natürlichen erhöhten Plattform errichtet und auf die aufgehende Sonne ausgerichtet – ein Zeichen für die göttliche Gegenwart. Bronzestatuen von Stieren, Pferden und Menschen schmückten einst die Toranlagen. Dazu kamen aufwendig gestaltete geometrische und figürliche Dekorationen, sorgfältig behauene Steine sowie rot bemalte Inschriften, die Besucher beeindruckten. Zum Gelände gehören auch Nebengebäude wie Wohnhäuser für Priester, Werkstätten und ein Friedhof – ein geschütztes religiöses Quartier. Fast tausend hier gefundene Inschriften sind von unschätzbarem Wert, um die vorislamische Geschichte Arabiens zu verstehen. 2023 wurde der Tempel als UNESCO-Welterbestätte eingetragen und damit seine herausragende kulturelle und archäologische Bedeutung unterstrichen.
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Tipp: Besucher sollten möglichst in den kühleren Monaten kommen, um der intensiven Hitze im Jemen zu entgehen. Aufgrund der abgelegenen Lage des Geländes und der Sicherheitslage in der Region können vorherige Planungen nötig sein. Falls Tickets oder Genehmigungen erforderlich sind, empfiehlt sich der Vorabkauf. Geführte Touren können helfen, die historische und religiöse Bedeutung des Tempels besser einzuordnen. Aus Respekt vor den lokalen Gepflogenheiten wird eher schlichte Kleidung empfohlen. In manchen Bereichen kann das Fotografieren eingeschränkt sein – es lohnt sich, die Regeln vorher zu prüfen.
Interessante Fakten
- •Der Tempel beherbergt die größte bekannte Sammlung vorislamischer Inschriften aus Arabien – fast tausend an der Zahl.
- •Bronzestatuen von Stieren, Pferden und Menschen schmückten einst die Eingangstore des Tempels.
- •Der Tempel war auf die aufgehende Sonne ausgerichtet – ein Hinweis auf die religiöse Symbolik.
- •Das Gelände umfasst eine Prozessionsstraße, die ihn mit dem nahe gelegenen Harunum-Tempel verbindet und so die Pilgerroute markiert.
- •Im Jahr 2023 wurde der Tempel von Awwam als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesen – im Rahmen der Landmarken des antiken Königreichs Saba.
Geschichte
Die Anfänge des Tempels reichen mindestens bis in die Mitte des 7.
Jahrhunderts v.
Chr.
zurück, belegt durch Inschriften des Mukarrib Yadaʾil Dharih I, der die massive Umfriedung errichten ließ, die als „Große Mauer von Awwam“ bekannt ist.
Über Jahrhunderte entwickelte sich der Tempel von einer kleinen Kultstätte zu einem weitläufigen Komplex mit mehreren Bauwerken, die religiösen, Wohn- und Werkstattfunktionen dienten.
Er blieb bis ins 4.
Jahrhundert n.
Chr.
durchgehend in Nutzung und spielte eine zentrale Rolle im religiösen Leben der Sabaeer sowie in ihren Pilgerpraktiken.
Ausgrabungen in der Mitte des 20.
Jahrhunderts legten bedeutende Funde und architektonische Merkmale frei und trugen so zur Rekonstruktion der antiken Geschichte des Jemen bei.
Ortsführer
Die Große Mauer von Awwam7th century BCE
Eine massive Steinummauerung, die Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. von Mukarrib Yadaʾil Dharih I errichtet wurde und als schützende Begrenzung des Tempels sowie als Symbol seiner Heiligkeit diente.
Achtsäuliges Propylaeum
Der monumentale Eingang des Tempels, geprägt von acht Säulen, symbolisiert das Tor zum heiligen Bezirk und richtet sich mit der architektonischen Symmetrie des Tempels aus.
Rechteckige Peristylhalle
Eine große Halle im Inneren des Tempels mit 32 Säulen, angeordnet in einem 4-mal-8-Raster. Sie wurde für Rituale und Versammlungen genutzt und ist reich verziert mit Inschriften sowie ornamentalen Friesbändern.
Bronzestatuen am Eingang
Aufwendig gearbeitete Bronzestatuen von Stieren, Pferden und Menschen, die einst die Tore des Tempels schmückten. Sie sollten Besucher in Staunen versetzen und göttliche Präsenz symbolisieren.
Kontakt
Telefon: 0714 270 599