Baraqish

Baraqish

Al Jawf

65/10090 min

Baraqish, gelegen im nordwestlichen Jemen im Gouvernement al Jawf, ist eine bemerkenswerte archäologische Stätte auf einem hohen Hügel im Wādī Fardah. In der Antike war sie als Athlula bekannt und wurde mindestens seit der Bronzezeit bewohnt. Um 400 v. Chr. wurde sie zur Hauptstadt des minäischen Königreichs. Strategisch wichtig war die Stadt für den Handel auf der Weihrauchroute und berühmt ist sie für ihre massiven 14 Meter hohen Stadtmauern mit 57 Türmen und zwei Toren, von denen viele heute noch sichtbar sind. Zu den archäologischen Überresten zählen Tempel, die dem Gott Athtar gewidmet sind, eine Nekropole mit zahlreichen Grabstelen, eine Moschee, ein Brunnen und ein Turm. Außerdem finden sich zahlreiche Inschriften in der alten südarabischen Schrift. Baraqish wurde nur kurz von den Römern unter Aelius Gallus besetzt, später aber aufgrund von Krankheiten und Wassermangel aufgegeben. Die Stadt war bis in die 1960er-Jahre durchgehend bewohnt, ist heute jedoch verlassen und durch die jüngsten Konflikte beschädigt. Trotz allem bleibt Baraqish ein einzigartiger Einblick in die antiken Zivilisationen des Jemen und in die minäische Kultur – und bietet Besuchern einen Eindruck von früherer arabischer Geschichte und Architektur.

Planen Sie Ihre Reise nach Jemen mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten Baraqish in den kühleren Monaten einplanen, um der starken Hitze im Jemen zu entgehen. Aufgrund der abgelegenen Lage der Stätte und der aktuellen politischen Situation kann der Zugang eingeschränkt sein; daher wird empfohlen, Besuche über offizielle Stellen oder lokale Guides zu organisieren. Falls verfügbar, ist es ratsam, Tickets oder Genehmigungen im Voraus zu kaufen. Besucher sollten die empfindlichen archäologischen Überreste der Stätte respektieren und auf eventuelle Sicherheitswarnungen achten. Geführte Touren können helfen, den reichen historischen Kontext und die Bedeutung der Ruinen besser zu verstehen.

Interessante Fakten

  • Baraqish war den Griechen und Römern als Athlula oder Athrula bekannt.
  • Die Stadt war von einer 14 Meter hohen Mauer mit 57 Türmen und zwei Toren umgeben – ein großer Teil steht noch immer.
  • Am Fundort wurde ein Grab eines römischen Reiters entdeckt: P. Cornelius.
  • Italienische Archäologen legten einen gut erhaltenen Tempel mit Steinaltären frei, deren Reliefs Stierköpfe zeigen; man glaubt, dass es sich um ein Heilheiligtum handelt.
  • Die Stadt war ein wichtiger Halt auf der antiken Weihrauchroute.

Geschichte

1000

Die Ursprünge von Baraqish reichen bis etwa 1000 v.

Chr.

zurück, mit Hinweisen auf Besiedlung bereits aus der Zeit des Paläolithikums.

400

Um 400 v.

Chr.

erlangte die Stadt als Hauptstadt des minäischen Königreichs große Bedeutung und diente als wichtiger Mittelpunkt auf der Weihrauchroute.

450

Die Stadt war mit massiven Mauern befestigt, die von den Sabäern 450 v.

Chr.

wiederaufgebaut wurden.

Sie wurde zwar kurz von römischen Truppen unter Aelius Gallus besetzt, aber aufgrund von Umweltproblemen aufgegeben.

Über die Jahrhunderte wechselte die Kontrolle zwischen Minäern, Sabäern und Hadhramaut.

Bis in die 1960er-Jahre blieb die Stadt bewohnt, bevor sie aufgegeben und später in modernen Konflikten beschädigt wurde.

Ortsführer

1
Stadtmauern und Türme450 BCE

Die antike Stadt war durch massive Mauern mit einer Höhe von 14 Metern geschützt – mit 57 Türmen und zwei Toren, wiederaufgebaut von den Sabäern im Jahr 450 v. Chr. Ein Großteil dieser beeindruckenden Befestigungen ist auch heute noch sichtbar und zeigt die defensive Architektur der Minäer.

2
Tempel des Athtarcirca 5th century BCE

Der Tempel liegt im südlichen Teil von Baraqish und ist dem Gott Athtar gewidmet. Er besitzt 16 Säulen und Balken – typisch für den minäischen Baustil – und befindet sich in der Nähe einer Nekropole mit zahlreichen Grabstelen.

3
Römisches Reitergrab1st century BCE

Das Grab von P. Cornelius, eines römischen Reiters, wurde in Baraqish gefunden. Es ist ein Hinweis auf die kurze römische Besetzung unter Aelius Gallus während der Regierungszeit von Augustus.

4
Ausgrabung eines gut erhaltenen minäischen Tempelscirca 4th century BCE
Italian Archaeological Team

Ausgegraben von einem italienischen Archäologenteam zwischen 1989–1990 und 2003–2007: Das Dach des Tempels blieb intakt. Im Inneren befanden sich Steinaltäre mit Stierköpfen – vermutlich ein Heiligtum, das einem Gott der Heilung geweiht war.