Museum der Kriegserinnerungen (War Remnants Museum)

Museum der Kriegserinnerungen (War Remnants Museum)

Southeast Vietnam Region

85/10090 min

Das War Remnants Museum in Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine berührende Institution, die die harten Realitäten und Folgen des Vietnamkriegs sowie des früheren Ersten Indochinakriegs in den Mittelpunkt rückt. Das Museum wurde zunächst 1975 als Ausstellungsgebäude für US- und Puppenverbrechen gegründet und hat sich zu einem umfassenden Museum entwickelt, das Militärgerät, eindrucksvolle Fotodarstellungen und Exponate zeigt, die Kriegsverbrechen dokumentieren – darunter die Auswirkungen von Agent Orange und das Massaker von My Lai. Das Museum befindet sich in einem Gebäude, das während des Krieges einst als Geheimdienstzentrale des US-Militärs diente. Zu den Ausstellungsstücken gehören Flugzeuge aus der jeweiligen Zeit, Panzer und Bombenattrappen sowie eine nachgebildete „Tiger Cage“, die für politische Gefangene genutzt wurde. Außerdem bietet das Museum wechselnde Ausstellungen, die den Wandel hin zu Versöhnung und Frieden widerspiegeln: Im Fokus stehen die Geschichten von Überlebenden und die weitreichendere Wirkung des Krieges. Es ist nicht nur ein historisches Archiv, sondern auch ein Symbol für Frieden und eine Haltung gegen den Krieg – mit mehr als einer Million Besuchern pro Jahr, größtenteils Ausländer.

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Tipp: Besuchen Sie das Museum an Wochentagen am Vormittag, um Menschenmengen zu vermeiden und eine stärker nachdenkliche Erfahrung zu machen. Der Kauf von Tickets im Voraus wird empfohlen, besonders in der Hochsaison. Das Museum bietet mehrsprachige Beschreibungen auf Englisch, Vietnamesisch und Japanisch. Planen Sie für eine gründliche Besichtigung mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein. Für Schüler, Studierende und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Fotografieren ist erlaubt, aber bitte gehen Sie respektvoll mit sensiblen Exponaten um.

Interessante Fakten

  • Das Gebäude des Museums war einst die Geheimdienstzentrale des US-Militärs während des Vietnamkriegs.
  • Es beherbergt eine Sammlung militärischer Ausrüstung, darunter einen Bell UH-1 Huey Hubschrauber und einen M48 Patton-Panzer.
  • Das Museum zeigt konservierte menschliche Föten, die durch die Exposition gegenüber Agent Orange verformt wurden – als Hinweis auf die verheerende Wirkung der Chemikalie.
  • Zu sehen sind Fotografien des renommierten Vietnamkriegs-Photojournalisten Bunyo Ishikawa, die er 1998 gespendet hat.
  • Das Museum zieht über eine Million Besucher pro Jahr an, wobei etwa zwei Drittel aus dem Ausland kommen.

Geschichte

1975

Das Museum eröffnete kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs im Jahr 1975.

Zunächst hieß es Ausstellungsgebäude für US- und Puppenverbrechen – ein Hinweis auf den anfänglichen Fokus auf Kriegsverbrechen durch amerikanische und südvietnamesische Kräfte.

1995

Im Laufe der Jahre änderten sich Name und Ausrichtung: 1995 wurden politisch aufgeladene Begriffe gestrichen, um zum War Remnants Museum zu werden – zeitgleich mit der Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Vietnam.

Der Ort selbst war während des Krieges zuvor die Geheimdienstzentrale des US-Militärs.

Das Museum setzt damit eine Tradition von Ausstellungen fort, die koloniale und kriegsbedingte Gräueltaten aufdecken – die bis zur französischen Zeit in Indochina zurückreicht.

Ortsführer

1
Außenbereich mit militärischem Gerät

Ein offener Bereich mit authentischen Militärfahrzeugen und Flugzeugen, die während des Vietnamkriegs eingesetzt wurden – darunter Hubschrauber, Kampfjets, Panzer und große Bomben. So entsteht eine direkte, greifbare Verbindung zur Kriegsmaschinerie.

2
Tiger-Cage-Ausstellung

Eine nachgebildete Zelle, die die beengten und harten Bedingungen veranschaulicht, die politische Gefangene während des Krieges unter der südvietnamesischen Regierung ertragen mussten.

3
Fotografische Ausstellungen
Bunyo Ishikawa (Fotograf)

Eine Reihe von Räumen mit eindrucksvollen und starken Fotografien, die Kriegsverbrechen dokumentieren – die Auswirkungen chemischer Kampfstoffe wie Agent Orange sowie das Leid der Zivilbevölkerung. Dazu gibt es Bildunterschriften in mehreren Sprachen.

4
Temporäre Ausstellungsräume

Bereiche für wechselnde Ausstellungen wie „Agent Orange in Vietnam“ und „Vietnam Rose After the War“. Sie zeigen, wie sich die Erzählungen in Richtung Versöhnung und Frieden weiterentwickeln.

Kontakt

Telefon: 028 3930 5587