Long-Bien-Brücke

Long-Bien-Brücke

Red River Delta Region

60/10060 min

Die Long-Bien-Brücke, die ursprünglich Pont de Paul Doumer hieß, ist eine bedeutende Stahlbrücke über den Roten Fluss in Hanoi (Vietnam). Errichtet wurde sie zwischen 1898 und 1902 durch das französische Unternehmen Daydé & Pillé. Sie ersetzte eine alte Fährverbindung und wurde zu einer wichtigen Verkehrsachse zwischen den Bezirken Hong Ha und Bo De. Die Brücke besitzt ein einzigartiges Design, das sich vom Tolbiac Bridge in Paris inspirieren lässt: 19 Stah lspannweiten werden von 20 Pfeilern getragen, die über 40 Meter hoch aufragen. In der Mitte verläuft eine einzelne Bahntrasse, flankiert von Fahrspuren für Motorfahrzeuge sowie Gehwegen. Während des Vietnamkriegs wurde die Long-Bien-Brücke stark bombardiert, was zu erheblichen Schäden führte; ein großer Teil ihrer heutigen Bausubstanz geht auf Rekonstruktionsarbeiten in den 1970er-Jahren zurück. Sie ist bis heute ein Symbol für die Widerstandskraft und das koloniale Erbe Hanois – besonders wegen ihres filigranen Eisengitters und ihrer historischen Bedeutung als Lebensader für die Stadt. Die Brücke zeigt außerdem den industriellen und architektonischen Fortschritt ihrer Zeit und markiert eine wichtige Entwicklung der vietnamesischen Infrastruktur in der Französischen Indochina-Ära.

Planen Sie Ihre Reise nach Vietnam mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten die Long-Bien-Brücke am frühen Morgen oder am späten Nachmittag erkunden, um kühlere Temperaturen zu genießen und stimmungsvolle Ausblicke auf den Roten Fluss zu erleben. Auch wenn die Brücke ganzjährig zugänglich ist, sollten Sie Hauptverkehrszeiten meiden – für eine sicherere und angenehmere Erfahrung. Es ist keine Vorab-Ticketbuchung nötig, da es sich um eine öffentliche Brücke handelt; geführte Spaziergänge können das Verständnis für die Geschichte jedoch deutlich vertiefen. Foto-Enthusiasten finden entlang der Uferpromenaden sehr gute Standpunkte. Da es sich um eine öffentliche Infrastruktur handelt, gibt es außerdem bescheidene Rabatte oder freien Zugang.

Interessante Fakten

  • Die Long-Bien-Brücke hieß ursprünglich Pont de Paul Doumer nach dem Generalgouverneur von Französisch-Indochina.
  • Das Design der Brücke ähnelt der Tolbiac Bridge in Paris und verweist damit auf französischen Einfluss auf die koloniale Architektur.
  • Während des Vietnamkriegs wurde die Brücke wiederholt bombardiert, was zu einer bedeutenden Rekonstruktion in den 1970er-Jahren führte.
  • Am Bau waren über 3.000 lokale Arbeiter und etwa 40 französische Ingenieure und Aufsichtspersonen beteiligt.
  • Der Verkehr fließt links – anders als bei den meisten Brücken, bei denen der Verkehr rechts fährt.

Geschichte

1897

Das Projekt Long-Bien-Brücke wurde im Juni 1897 vom Generalgouverneur von Französisch-Indochina genehmigt, mit dem Baubeginn im September 1898.

1903

Entworfen von Daydé & Pillé, wurde die Brücke in weniger als vier Jahren fertiggestellt und am 1903 eröffnet.

Sie ersetzte die alte Ngoc-Lam-Fähre und wurde zu einer entscheidenden Verkehrsader.

1965

In den amerikanischen Bombardierungskampagnen von 1965 bis 1972 erlitt die Brücke massive Schäden und wurde in den 1970er-Jahren weitgehend von vietnamesischen Ingenieuren wieder aufgebaut.

Entgegen der landläufigen Meinung waren Gustave Eiffel und sein Unternehmen nicht an Planung oder Bau beteiligt, da das Projekt nach dem Ausscheiden Eiffels aus seiner Firma datiert.

Ortsführer

1
Stahlspannweiten und Pfeiler1898-1902
Daydé & Pillé

Die Brücke besteht aus 19 Stahlspannweiten, die auf 20 Pfeilern ruhen, welche mehr als 40 Meter hoch aufragen und eine bemerkenswerte Ingenieursleistung aus der Kolonialzeit zeigen.

2
Bahntrasse und Fahrspuren1903
Daydé & Pillé

Auf der Brücke verläuft mittig eine einzelne Bahntrasse, flankiert von Fahrspuren für Motorfahrzeuge und Gehwegen, was ihr vielseitiges Nutzungskonzept widerspiegelt.

3
Wiederaufbau nach Kriegsschäden1970s
Vietnamesische Ingenieure

Ein großer Teil der heutigen Bausubstanz stammt aus Reparaturen und Wiederaufbauarbeiten, die in den 1970er-Jahren nach starkem Bombardement im Vietnamkrieg durchgeführt wurden.