
Casa Fuerte
Anzoátegui
Casa Fuerte, auch bekannt als Adeje Strong House, ist eine befestigte Gebäudeanlage im ältesten Teil von Adeje auf Teneriffa, Spanien. Um 1556 wurde sie von der genuesischen Familie Ponte errichtet und diente ursprünglich dazu, eine wassergetriebene Zuckerfabrik vor den häufigen Angriffen von Piraten zu schützen. Die Anlage wurde für über 300 Jahre zum politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zentrum der Region. In ihren Mauern lebten Kamele, Pferde, schwarze Sklaven, Arbeiter und Verwalter. Der rund 7.200 Quadratmeter große Komplex umfasst einen zentralen gepflasterten Innenhof, einen zinnenbewehrten Wachturm mit Blick auf den Atlantischen Ozean, Wohnbereiche, Sklavenquartiere, Ställe, eine Bäckerei, ein Getreidelager und eine Kapelle. Zur Verteidigung war sie in den Jahrhunderten des 17. und 18. Jahrhunderts mit Kanonen und Musketen ausgerüstet. Renovierungen im 18. Jahrhundert wurden vom Marquis de Adeje durchgeführt, dem letzten adligen Bewohner. Die Zuckerfabrik stellte 1811 den Betrieb ein, und 1902 traf die Anlage ein verheerender Brand, der sie weitgehend in Ruinen zurückließ. Dennoch haben Teile der Bausubstanz, die Archive und einige Artefakte überlebt. Später wurde der Ort bis in die frühen 2000er Jahre für landwirtschaftliche Produktion und das Verpacken von Obst und Gemüse genutzt. Heute gilt Casa Fuerte als historisches Denkmal; laufende Restaurierungsarbeiten sowie ein teilweiser Zugang für die Öffentlichkeit an Werktagen sind möglich.
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Tipp: Besucher sollten ihren Besuch bei Casa Fuerte auf Werktage zwischen 10:00 und 13:00 Uhr legen, wenn die Anlage für die Öffentlichkeit kostenfrei geöffnet ist. Vor dem Besuch empfiehlt es sich, nach Aktualisierungen zu Öffnungszeiten oder Restaurierungsaktivitäten zu schauen. Am besten lässt sich die Anlage am Vormittag erkunden: Dann ist es angenehmer kühl und das natürliche Licht eignet sich besonders gut für Fotos. Obwohl keine Eintrittsgebühr erhoben wird, wird empfohlen, die lokalen Erhaltungsmaßnahmen durch Spenden oder geführte Touren zu unterstützen.
Interessante Fakten
- •Casa Fuerte gehört zu den ältesten Gebäuden auf Teneriffa und reicht bis auf etwa 1556 zurück.
- •Die Anlage bot ursprünglich Platz für bis zu 57 Menschen; im 18. Jahrhundert lebten dort Sklaven, Arbeiter und Verwalter.
- •Die Archive, die als „Schatzkammer der Kanaren“ gelten, überstanden den Brand von 1902 und werden heute im Museo Canario aufbewahrt; außerdem sind sie online verfügbar.
- •Das Strong House war Mitte des 17. Jahrhunderts mit bis zu 17 Kanonen und hunderten Kanonenkugeln ausgerüstet, um sich gegen Piratenangriffe zu verteidigen.
- •Nach dem Brand wurde der Ort für die landwirtschaftliche Produktion und das Verpacken von Obst genutzt; die Erzeugnisse wurden über Europa exportiert.
Geschichte
Casa Fuerte wurde ursprünglich um 1556 errichtet, nachdem 1555 die Erlaubnis erteilt worden war, damit Pedro Ponte seine Zuckerfabrik gegen Piratenangriffe befestigen konnte.
Der Komplex entwickelte sich zu einem wichtigen regionalen Zentrum für über drei Jahrhunderte.
Im 18.
Jahrhundert wurde die Anlage vom Marquis de Adeje, Domingo José de Herrera y Rojas, renoviert.
Die Zuckerfabrik stellte 1811 den Betrieb ein, weil die Erträge der Ernte schlecht waren, und wurde durch Weinberge und Obstplantagen ersetzt.
Ein großer Brand im Jahr 1902 zerstörte weite Teile der Anlage; erhalten blieben vor allem Abschnitte wie der Turm und das Eingangstor.
Später wurde der Ort wieder für das landwirtschaftliche Verpacken genutzt, bis in die frühen 2000er Jahre.
1986 wurde die Stätte als geschütztes historisches Bauwerk erklärt und 2019 in die Liste des gefährdeten Kulturerbes Spaniens aufgenommen, was Restaurierungsmaßnahmen nach sich zog.
Ortsführer
Entrance and Watchtower1556
Der Haupteingang an der Ostfassade hat einen Giebel und führt in einen zentralen Innenhof. Der zinnenbewehrte Wachturm auf der Südseite überblickt den Atlantischen Ozean und diente als Geschützstellung, Pulverlager, Gefängnis und später als Wohnsitz des Verwalters.
Central Courtyard and Surrounding Buildings16th-18th century
Der gepflasterte Innenhof ist von verschiedenen Gebäuden umgeben, darunter die Schmiede, die Ställe, der Ofen (der später in ein zweistöckiges Haus umgewandelt wurde), die Bäckerei, ein Getreidelager und eine öffentliche Kapelle. Die Sklavenquartiere lagen in der Nähe des Haupteingangs.
Marquis Residence and Archives18th century
Auf der Südseite befanden sich die Residenz des Marquis von Adeje sowie Räume für Archive und Buchführung. Die Archive überstanden den Brand von 1902 und enthalten wertvolle historische Dokumente über die Kanarischen Inseln.