Sardoba-Stausee
Sirdaryo
Der Sardoba-Stausee liegt in der Region Sirdaryo in Usbekistan und ist eine bedeutende Wasserspeicheranlage, die zwischen 2010 und 2017 errichtet wurde. Er sollte die Bewässerung sowie die landwirtschaftliche Produktivität in den fruchtbaren Gebieten der Regionen Sirdaryo und Jizzakh verbessern. Gebaut wurde er entlang des zentralen Kanals des Southern Mirzachul-Aquädukts. Die Anlage wurde von der Direktion unter Uzbekistan Railways verwaltet; in der Bauphase waren mehrere Subunternehmer beteiligt. Im Mai 2020 versagte der Damm schließlich katastrophal, was zu umfangreichen Überschwemmungen in mehreren Distrikten in Usbekistan sowie in Teilen Kasachstans führte. Die Katastrophe machte die Evakuierung von Zehntausenden von Bewohnern nötig, zerstörte Tausende von Häusern und forderte mehrere Todesopfer. Trotz des Unglücks begannen im April 2020 die Planungen für ein Wasserkraftwerk am Stausee. Es soll die Kapazitäten für erneuerbare Energien erweitern; die Fertigstellung wird für 2023 erwartet. Der Sardoba-Stausee bleibt ein zentrales Infrastrukturprojekt – mit großer Bedeutung für die Landwirtschaft und zugleich eine eindrückliche, ernüchternde Erinnerung an die Risiken im Ingenieurwesen.
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Tipp: Wer die Region rund um den Sardoba-Stausee besucht, sollte sich der Vorgeschichte und der laufenden Wiederaufbauarbeiten bewusst sein. Die beste Zeit für einen Besuch ist außerhalb der Hochwassersaison. Außerdem empfiehlt es sich, die lokalen Bedingungen sowie die Zugangsberechtigungen zu prüfen. Da es sich hauptsächlich um einen Infrastrukturbereich und ein Naturgelände handelt, könnten geführte Touren eingeschränkt sein. Wer sich für das Wasserkraftprojekt oder die lokale Landwirtschaft interessiert, sollte sich bei lokalen Behörden oder offiziellen Stellen informieren. Aufgrund der laufenden Erholungs- und Entwicklungsmaßnahmen ist eine frühzeitige Planung sinnvoll.
Interessante Fakten
- •Der Dammbruch am Sardoba-Stausee im Mai 2020 verursachte Überschwemmungen sowohl in Usbekistan als auch im benachbarten Kasachstan.
- •Mehr als 60.000 Menschen wurden aufgrund der Überschwemmungen evakuiert, die durch das Versagen des Stausees verursacht wurden.
- •Am Bau des Stausees waren mehr als 10 Subunternehmerunternehmen beteiligt, die Kosten beliefen sich auf ungefähr 404 Millionen US-Dollar.
- •Am Stausee wird ein Wasserkraftwerk mit geplanter Leistung von 10,7 MW errichtet; die Fertigstellung wird für 2023 erwartet.
Geschichte
Der Bau des Sardoba-Stausees begann 2010 und wurde 2017 abgeschlossen, um die Bewässerung sowie die landwirtschaftliche Produktivität in den Regionen Sirdaryo und Jizzakh in Usbekistan zu verbessern.
Der Stausee wurde entlang des zentralen Kanals des Southern Mirzachul-Aquädukts errichtet und von einer staatlichen Direktion unter Uzbekistan Railways verwaltet.
Im Mai 2020 kam es zu einem katastrophalen Dammversagen, das zu schweren Überschwemmungen führte.
Dabei wurden mehr als 60.000 Menschen vertrieben; es entstanden erhebliche Schäden an Wohnraum und landwirtschaftlichen Flächen.
Nach der Katastrophe wurden strafrechtliche Ermittlungen wegen Bauunterlassung eingeleitet.
Gleichzeitig wurden 2020 Pläne für ein Wasserkraftwerk am Stausee begonnen; die Bauarbeiten sollen bis 2023 abgeschlossen sein.