
Bolo Haouz-Moschee
Buxoro
Die 1712 errichtete Bolo Haouz-Moschee ist eine bedeutende historische Moschee in Bukhara, Usbekistan, gegenüber der Zitadelle Ark im Stadtviertel Registan. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe, das die historische Stadt umfasst. Die Moschee besitzt einen rechteckigen Grundriss: einen Wintergebetsraum, der von vier Säulen getragen wird, sowie mehrere Eingänge. Das markanteste architektonische Element ist der Gebetsraum für den Sommer: ein weitläufiger Iwan mit 20 Pfeilern, der 42 mal 10 Meter misst und einen Eingang in 12 Meter Höhe hat. Die gewölbten Dächer dieser Halle werden von zwanzig schlanken Holzsäulen getragen, die 1917 ergänzt wurden und mit farbenfrohen Muqarnas verziert sind – einer traditionellen Ornamentik. Die Holzsäulen stehen auf Betonfundamenten und verbinden so Langlebigkeit mit künstlerischem Anspruch. Vor der Moschee liegt ein achteckiges Howz, ein künstlicher Teich, der vermutlich aus der Zeit der ursprünglichen Errichtung der Moschee stammt und historisch als Wasserquelle für die lokale Bevölkerung diente. Rechts neben der Moschee steht ein kurzer Minarettbau, errichtet zwischen 1916 und 1917. Es ist mit wechselnden Bändern aus Ziegelmauerwerk und blauen, glasierten Kacheln geschmückt, die geometrische Muster zeigen. Im Inneren zeigt sich der typische Stil Zentralasiens aus dem 18. Jahrhundert – ein Spiegel des kulturellen und religiösen Erbes der Region. In den 1920er-Jahren diente die Moschee als Freitagsmoschee inmitten der politischen Umbrüche unter der bolschewistisch-russischen Herrschaft. Die Bolo Haouz-Moschee ist bis heute ein wichtiges kulturelles und architektonisches Wahrzeichen in Bukhara und zieht Besucher mit ihrer historischen Bedeutung und ihrer einzigartigen Holzarchitektur an.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Bolo Haouz-Moschee sind die Monate im Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild und angenehm ist. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Gepflegte, zurückhaltende Kleidung ist ratsam, da die Moschee ein Ort des Gebets bleibt. Wenn Sie die Moschee früh am Morgen oder am späten Nachmittag erkunden, erleben Sie sie oft ruhiger – zudem ist das natürliche Licht weicher und eignet sich gut für Fotos. Gruppenführungen beinhalten häufig spannende Einblicke in Geschichte und Architektur der Moschee und bereichern den Besuch. Ermäßigungen können für Studierende, Senior:innen und Gruppen verfügbar sein – fragen Sie dafür am besten vor Ort nach.
Interessante Fakten
- •Die hölzernen Säulen der Moschee sind mit farbenfrohen Muqarnas verziert – ein seltener und besonders feiner Ausdruck zentralasiatischer Holzbearbeitung.
- •Das achteckige Howz vor der Moschee diente seit der Errichtung der Moschee im frühen 18. Jahrhundert als Wasserquelle für die lokale Bevölkerung.
- •Das 1916–1917 errichtete Minarett besitzt mehrere Bänder aus Ziegelmauerwerk, die mit blauen glasierten Kacheln in geometrischen Designs wechseln – ein einzigartiges gestalterisches Element in Bukhara.
Geschichte
Die Bolo Haouz-Moschee wurde 1712 in der Zeit des Bukhara-Khanats erbaut und war ein bedeutender religiöser Ort in der Stadt.
1917 wurden Holzsäulen ergänzt, um das gewölbte Dach des Sommergebetsraums zu stützen und die architektonische Besonderheit zu unterstreichen.
Das an die Moschee angrenzende Minarett wurde zwischen 1916 und 1917 errichtet und zeigt aufwendige Arbeiten aus Ziegel und Kachel.
In den 1920er-Jahren funktionierte die Moschee in der Zeit der bolschewistisch-russischen Herrschaft als Freitagsmoschee und verdeutlichte ihre fortbestehende religiöse Bedeutung trotz der politischen Veränderungen.
Über die Jahrhunderte hat die Moschee viel von ihrem ursprünglichen architektonischen Stil bewahrt und damit das kulturelle Erbe Zentralasiens innerhalb der historischen Stadt Bukhara erhalten.
Ortsführer
Wintergebetsraum1712
Ein rechteckiger Raum mit vier massiven Säulen und mehreren Eingängen, der in den kälteren Monaten für das Gebet genutzt wurde. Er steht für den stärker abgeschlossenen und intimeren Bereich innerhalb der Moschee.
Sommergebetsraum (Iwan)1712 (columns added 1917)
Eine weitläufige Halle mit den Maßen 42 mal 10 Meter und einem Eingang in 12 Meter Höhe. Sie wird von zwanzig schlanken Holzsäulen getragen, die mit farbenfrohen Muqarnas verziert sind. Dieser offene Raum ist für die Sommergebete ausgelegt und sorgt für Belüftung sowie Schatten.
Achteckiges Howz (künstlicher Teich)1712
Der Teich liegt vor der Moschee. Er stammt vermutlich aus der Zeit der ursprünglichen Errichtung der Moschee und diente als Wasserquelle für die Gemeinschaft.
Minarett1916-1917
Ein kurzes Minarett, das zwischen 1916 und 1917 gebaut wurde. Es ist mit abwechselnden Bändern aus Ziegelmauerwerk und blauen glasierten Kacheln in kunstvollen geometrischen Mustern verziert – und verleiht dem Moscheekomplex eine besondere gestalterische Note.