Kolochava Open Air Museum
Zakarpatska oblast
Das Kolochava Open Air Museum, vor Ort bekannt als „Stare Selo“ (Altes Dorf), ist das erste Museum für ländliche Architektur und Lebensweise in der Oblast Zakarpattja in der Ukraine. Zwischen dem Fluss Kolochavka und dem geschlossenen Waldmassiv Chertezhyk gelegen, schafft das Museum eine Atmosphäre eines alten Bergdorfes nach – mit authentischen Exponaten, die über 300 Jahre lokaler Geschichte hinwegreichen. Es umfasst fast zwanzig Gebäude und Nebengebäude, die unterschiedliche gesellschaftliche Schichten und Berufe darstellen, darunter Bauern, Hirten, Holzfäller, Müller und Schuhmacher. Besucher können außerdem eine Bauernhütte aus dem Jahr 1856 erkunden, die die schwierigen Lebensbedingungen einer armen Familie eindrucksvoll zeigt – am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Kirchenpfarrschulgebäude versetzt Gäste in die Bildungsatmosphäre vom 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts: Dort lernten Kinder das Lesen mit Kirchenbüchern und schrieben auf hölzernen Schiefertafeln. Der jüdische Bereich innerhalb des Skansens spiegelt das Leben der jüdischen Gemeinde in Kolochava wider. Dazu gehört eine Gaststätte „Korchma u Volfa“, in der die Gäste trinken und essen konnten – mit einem Schuldenbuch, das die Kredite verzeichnet. Das Bethaus „Buzhni“ sowie ein traditionelles Dorfbad veranschaulichen religiöse Praktiken und Hygienegewohnheiten in der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und später in der Tschechoslowakei. Dieses Open-Air-Museum bietet ein intensives kulturelles und historisches Erlebnis und bewahrt das vielfältige Erbe der Bewohner der Karpatengebirgsdörfer.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Kolochava Open Air Museum sind die späten Frühjahrs- bis frühen Herbstmonate, wenn das Wetter für die Erkundung der Outdoor-Exponate günstig ist. Besucher sollten sich vorab die offizielle Website ansehen oder das Museum kontaktieren, um die Öffnungszeiten und besondere Veranstaltungen zu erfahren. Tickets können vor Ort gekauft werden, doch für geführte Gruppen oder während lokaler Feste wird eine vorherige Buchung empfohlen. Ermäßigungen sind möglicherweise für Studierende, Senioren und Kinder verfügbar. Aufgrund des großen Outdoor-Geländes werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Bauernhütte im Museum wurde 1856 gebaut und im Originalzustand in das Skansen versetzt.
- •Die jüdische Gaststätte „Korchma u Volfa“ umfasst ein Schuldenbuch, das die Stammgäste verzeichnet, die Getränke auf Kredit genommen haben – ein Spiegel der lokalen Sitten.
- •Das Kirchenpfarrschulgebäude zeigt, wie Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam unterrichtet wurden – mithilfe von Kirchenbüchern und hölzernen Schiefertafeln.
- •Das Bethaus „Buzhni“ besitzt einen Leuchter (Menorah) sowie hebräische Gebetsbücher und veranschaulicht so das jüdische religiöse Leben im Dorf.
- •Das Dorfbad wurde in der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von der lokalen Intelligenz besucht und später unter tschechoslowakischer Herrschaft von der breiten Bevölkerung.
Geschichte
Das Kolochava Open Air Museum „Stare Selo“ wurde als erstes ländliches Open-Air-Museum in der Oblast Zakarpattja gegründet, um die traditionelle Architektur und Lebensweise der Bewohner der karpatischen Bergdörfer zu bewahren und zu präsentieren.
Es spiegelt über 300 Jahre lokale Geschichte wider: Gebäude stammen unter anderem aus der Mitte des 19.
Jahrhunderts, etwa die Bauernhütte aus dem Jahr 1856.
Im Laufe der Zeit wurden die Ausstellungen um vielfältige Exponate erweitert, die verschiedene soziale Gruppen und Berufe zeigen – darunter auch die jüdische Gemeinde, die auf das multikulturelle Erbe der Region hinweist.
Mit der Zeit ist das Museum zu einem kulturellen Wahrzeichen geworden, das Besuchern Wissenswertes über die historischen Lebensbedingungen, die Bildung und die religiösen Praktiken der Menschen in der Gegend vermittelt.
Ortsführer
Bauernhütte1856
Ein kleines ländliches Haus, das 1856 erbaut wurde und die schwierigen Lebensbedingungen einer armen Familie am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt. Es gibt nur einen Raum ohne Boden, ein Bett, kleine Fenster und keinen Strom – hier lebten eine große Familie und Haustiere gemeinsam.
Kirchenpfarrschulemid-19th to mid-20th century
Dieses Gebäude versetzt in die Atmosphäre der Dorfbildung vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts: Kinder lernten das Lesen mit Kirchenbüchern und schrieben auf hölzernen Schiefertafeln. Der eine Klassenraum bot Platz für Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen, und der Lehrer konnte unruhige Kinder mit einem Stock erziehen.
Jüdischer Komplex und Gaststätte „Korchma u Volfa“
Dieser Teil des Museums spiegelt die Lebensweise der jüdischen Bevölkerung in Kolochava wider. Die Gaststätte diente als Treffpunkt, an dem die Gäste trinken und essen konnten – mit einem Schuldenbuch, in dem verzeichnet war, wer sich Getränke auf Kredit nehmen ließ. Der jüdische Raum zeigt den wohlhabenderen Status einiger Mitglieder der Gemeinde und wurde an Besuchsgäste vermietet.
Dorfbad (Parilnya)
Eine traditionelle bäuerliche Badeeinrichtung, die zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von der lokalen Intelligenz besucht wurde und später in der tschechoslowakischen Epoche auch für die breite Bevölkerung zugänglich war. Es zeigt Hygienegewohnheiten und soziale Bräuche der Region.
Kontakt
Telefon: 067 238 0985