
Museum für Volksarchitektur und Volksleben der Ukraine
Kyiv
Das Nationalmuseum für Volksarchitektur und Brauchtum der Ukraine, das allgemein als Pyrohiv bekannt ist, ist ein riesiges Open-Air-ethnografisches Museum im Stadtteil Pyrohiv in Kiew. Auf 133,5 Hektar bildet es alle wichtigen historischen und ethnografischen Regionen der Ukraine anhand authentischer, traditioneller Architektur und von Volkskunst-Objekten ab. Es wurde 1969 gegründet und 1976 für Besucher geöffnet. Dabei bewahrt es mehr als 300 Denkmäler der Volksarchitektur aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert auf – darunter Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude, hölzerne Kirchen und Windmühlen. Die Anlage spiegelt die geografische und kulturelle Vielfalt der Ukraine wider: So sind Regionen wie Polissja, Sloboschanschtschyna, Podolien, die Karpaten und die Südukraine in landschaftlich möglichst passenden Kulissen dargestellt. Das Museum wurde auf Initiative von Petro Timofijowytsch Tronko ins Leben gerufen. Er setzte sich dafür ein, ukrainische Volksbräuche trotz der politischen Schwierigkeiten in der Sowjetzeit zu erhalten und bekannt zu machen. Außerdem gibt es Restaurierungswerkstätten, die sich der Konservierung empfindlicher historischer Bauwerke widmen. Besucher können echtes ländliches Leben, traditionelle Handwerkskunst und typische Architektur entdecken – für ein einzigartiges kulturelles Erlebnis, das moderne Besucher mit dem reichen historischen Erbe der Ukraine verbindet.
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Tipp: Besuchen Sie am besten im Frühling bis in den frühen Herbst für das beste Wetter und einen vollständigen Zugang zum Außenbereich. Tickets können vor Ort gekauft werden; für besondere Veranstaltungen und Ausstellungen lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website. Gruppenrabatte und Bildungsführungen sind häufig verfügbar. Planen Sie mindestens 2–3 Stunden ein, um das weitläufige Gelände in Ruhe zu erkunden. Unter der Woche ist es weniger voll als am Wochenende.
Interessante Fakten
- •Das Museum umfasst eine Fläche von 133,5 Hektar und zählt damit zu den größten Open-Air-Museen Europas.
- •Es gibt etwa 300 Gebäude, die ukrainische Volksarchitektur aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert repräsentieren.
- •Die älteste architektonische Ausstellung ist ein Haus aus dem Dorf Samary in der Oblast Wolyn, das auf 1587 datiert ist.
- •Der Standort Pyrohiv war historisch ein feudales Herrschaftsgebiet der Kiewer Pechersk-Lavra und weist archäologische Belege für eine Siedlung aus der Bronzezeit auf.
- •Der Transport einer abgebauten Windmühle durch die Straßen von Kiew sorgte in der Sowjetzeit zeitweise für politisches Aufsehen.
- •Restaurierungswerkstätten wurden eigens innerhalb des Museums geschaffen, um empfindliche historische Gebäude zu konservieren.
Geschichte
Das Museum wurde offiziell 1969 nach öffentlichen Initiativen und staatlicher Genehmigung in der Sowjetzeit eingerichtet – vorangetrieben von Petro Timofijowytsch Tronko.
Der Standort in Pyrohiv wurde wegen seiner historischen Bedeutung und wegen der Nähe zu Kiew gewählt.
An der Entstehung des Museums war beteiligt, authentische Volksbauten aus ganz Ukraine umzusetzen und wiederherzustellen.
Dieser Prozess war durch politischen Skeptizismus und logistische Herausforderungen erschwert.
Zunächst wurde es vom Kulturministerium verwaltet, später wechselte es 1971 an die Ukrainische Gesellschaft zum Schutz historischer und kultureller Denkmäler, die den Ausbau und die Restaurierungsarbeiten koordinierte.
Im Laufe der Jahre ist es zu einer wichtigen Institution geworden, die ukrainische Volksarchitektur und das kulturelle Erbe bewahrt.
Ortsführer
Ausstellung der Region Mittlerer Dnipro
Ein Bereich, der traditionelle Architektur und Volksleben aus dem zentralen Teil der Ukraine zeigt – unter anderem typische Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude und kulturelle Fundstücke, die in einer landschaftlichen Anordnung präsentiert werden, die die natürliche Umgebung der Region widerspiegelt.
Abschnitt der Region Karpaten
Dieser Bereich zeigt hölzerne Kirchen, Häuser und Handwerke, die typisch für die Karpaten sind, und hebt so die besonderen bergländischen Traditionen der Volkskultur sowie die Architektur dieser Region hervor.
Zone der Südukraine
Hier werden Volksarchitektur und Lebensweise der südukrainischen Regionen präsentiert – einschließlich Gehöften und Gebäuden der ländlichen Gemeinschaften, die an Klima und Kultur des Südens angepasst sind.
Restaurierungswerkstätten
Spezialisierte Einrichtungen im Museum, die sich der Zerlegung, Konservierung, dem Transport, der Restaurierung und der anschließenden Wiederaufstellung historischer Volksbauten widmen – damit ihre Bewahrung für künftige Generationen sichergestellt ist.
Kontakt
Telefon: 098 913 8007