
Haus der Wunder
Zanzibar Region
Das Haus der Wunder in Stone Town, Sansibar, ist das größte und höchste Gebäude in der historischen Altstadt und liegt besonders auffällig zur Seite hin ausgerichtet den Forodhani Gardens gegenüber. Es wurde 1883 von Sultan Barghash bin Said erbaut und als repräsentativer Palast und Empfangshalle konzipiert – als Sinnbild für die Moderne. Es war das erste Gebäude auf Sansibar mit Elektrizität und das erste in Ostafrika mit einem Aufzug. Die Architektur führte innovative Elemente ein, darunter breite, außenliegende Veranden, die von Säulen aus Gusseisen getragen werden, sowie einen großen zentralen überdachten Innenhof, der von offenen Arkaden umgeben ist. Der Palast wurde aus einer besonderen Kombination von Korallensandstein (coral rag), Beton, Mangroven-Schösslingen und Stahlträgern errichtet. Historisch war er über überdachte Gänge mit benachbarten Palästen verbunden, sodass königliche Damen sich unauffällig bewegen konnten. Im Inneren finden sich kunstvoll geschnitzte Quran-Inschriften, importierte Marmorböden und europäische Silbereinlagen. Heute dient das Gebäude als Museum und zeigt die Swahili- und Sansibari-Kultur – unter anderem traditionelle Fischereigeräte, zeremonielle Textilien, Porträts von Sultanen und bedeutenden Persönlichkeiten sowie Exponate wie ein traditionelles mtepe-Boot und ein altes Präsidentenauto. Lage und historische Bedeutung machen es zu einer der großen Attraktionen in Stone Town.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Haus der Wunder sind die kühleren Morgenstunden, um der Mittagshitze aus dem Weg zu gehen. Wo möglich, wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Sansibarerinnen und Sansibarer haben oft freien oder vergünstigten Eintritt – daher ist es sinnvoll, einen Ausweis mitzuführen. Geführte Touren können helfen, die Ausstellungen und den historischen Kontext des Gebäudes besser zu verstehen. Das Museum ist an bestimmten gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Darum lohnt sich ein Blick auf die Öffnungszeiten im Voraus.
Interessante Fakten
- •Das Haus der Wunder war das erste Gebäude in Ostafrika mit einem Aufzug.
- •Es wurde „House of Wonders“ genannt, weil es das erste Gebäude in Sansibar mit Elektrizität war.
- •Die Haupttür war breit genug, damit der Sultan ein Elefant durchreiten konnte.
- •Am Eingang stehen zwei alte portugiesische Bronzekanonen aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurden ursprünglich von den Persern 1622 erbeutet und später von omanischen Sultanen nach Sansibar gebracht.
- •Im Palast befindet sich ein mtepe – ein traditionelles Swahili-Boot – das im zentralen Innenhof ausgestellt ist.
Geschichte
1883 fertiggestellt, wurde das Haus der Wunder von Sultan Barghash bin Said als Symbol für die Modernisierung Sansibars errichtet.
Es war das erste Gebäude auf der Insel mit Elektrizität und einem Aufzug.
Das Gebäude überstand den Anglo-Zanzibar-Krieg von 1896 mit nur geringen Schäden – im Gegensatz zu den benachbarten Palästen, die zerstört oder schwer beschädigt wurden.
Während der Rekonstruktion im Jahr 1897 wurde ein Uhrturm ergänzt.
1911 wurde es unter britischer Kolonialherrschaft als Regierungsgebäude umgenutzt.
Nach der Sansibar-Revolution von 1964 diente es als Schule und Museum für die Afro-Shirazi Party.
Seit Anfang der 2000er-Jahre wird es als Museum betrieben, das sich der Geschichte und Kultur Sansibars und der Swahili-Küste widmet.
Ortsführer
Zentraler Innenhof mit Mtepe
Das große, überdachte Atrium beherbergt ein traditionelles Swahili-mtepe-Boot – ein Symbol für das maritime Erbe Sansibars und die kulturellen Verbindungen zum Meer.
Geschmückte Quran-Türen
Einige Innentüren sind mit aufwendigen Schnitzereien und Inschriften aus dem Quran versehen – das spiegelt das islamische Kunsthandwerkstradition Sansibars wider.
Uhrturm-Fassade1897
Der im Zuge der Rekonstruktion von 1897 nach dem Anglo-Zanzibar-Krieg hinzugefügte Uhrturm ist ein markantes Element, das die Lage des Palasts an der Küste optisch betont.
Ausstellungsräume
Über drei Etagen verteilt, zeigen diese Räume Swahili-Fischereigeräte, zeremonielle Kanga-Tücher, Porträts von Sultanen und bedeutenden Sansibari-Persönlichkeiten – darunter ein berühmtes Porträt des Sklavenhändlers Tippu Tip – sowie Möbel aus königlichen Palästen.
Ausstellung: Altes Präsidentenauto
Im Erdgeschoss können Besucher ein altes Auto sehen, das Präsident Abeid Karume gehörte – dem ersten Präsidenten Sansibars nach der Revolution.
Kontakt
Telefon: 0748 650 382